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- 24 - Der Fall Charles Dexter Ward (Teil 1, H. P. Lovecraft)

Kommentar von wendigo :

Als Fan des Labels Titania Medien fällt mir diese Rezension nicht leicht. Aber inzwischen fällt es auf (vermutlich aufgrund des hohen Produktausstosses), dass Kreativität und Qualität sinken. Zugegeben: Lovecraft zu vertonen ist kein einfaches Unterfangen. Umso mehr müssen sich Regie und Autor bemühen, dem Werk gerecht zu werden. Diese Version wird es leider nur ungenügend. Begründung: Es wird viel zu viel gesprochen, anstatt dass die Handlung vorangetrieben wird. Die Eltern von Charles Dexter Ward berichten z.B. in Kaffeekränzchen-Atmosphäre über die schrecklichsten Ereignisse im Zusammenhang mit ihrem Vorfahren, Joseph Curwen. Das Entsetzen geht jedoch immer mehr unter, je länger die Schauspieler sprechen. Man ist für eine kurze Handlungssequenz unglaublich dankbar, welche die Monotonie am knisternden Kaminfeuer unterbricht. Ich gestehe: für eine Zusammenfassung der Ereignisse hat sich der Drehbuchautor wirklich Mühe mit den "Kaffeekränzchen"-Dialogen gegeben. Aber dass sich die Eltern an jede Jahreszahl und jedes detaillierte Ereignis um Curwen erinnern, als wären sie selbst so fanatisch wie ihr Sohn Charles, entbehrt etlicher Glaubwürdigkeit. Und eben: undramatischer geht's nicht mehr. Straffung des Stoffes am richtigen Ort, dramaturgische Kreavität, mehr Handlung - daran fehlt es hier eindeutig. Langeweile statt kosmischer Schrecken ist streckenweise das erschütternde Ergebnis. Hier wurde unglaubliches Potential verschenkt. Speziell die Sequenzen rund um Joseph Curwen (hier wurde leider etliches aus der Originalgeschichte gekürzt) hätten unbedingt gespielt, nicht erzählt werden sollen. Dann wäre auch mehr an Geräuschkulisse herauszuholen gewesen. Das hätte aber zusätzlichen Aufwand bedeutet, und dafür fehlte wohl Zeit und Geld. Die 2. CD wirkt etwas lebendiger, und die unheimliche Sequenz in den Katakomben wurde wieder fantastisch inszeniert. Wobei es im Original jede Menge Löcher im Boden gab, nicht nur ein Loch und ein Monster. Auch die anschliessende Ausräucherung der Monsterbrut fehlt vollständig im Hörspiel. Die Musik ist fast durchwegs fantastisch (genauso wie die Eröffnungssequenz), was es umso bedauerlicher macht, dass die Schwächen hier v.a. im Drehbuch zu suchen sind. Hätte die Regie versucht, diese Schwächen halbwegs auszumerzen, wäre Folge 1 dieses Zweiteilers vielleicht besser gelungen. Aber die Leistung der Schauspieler entspricht lediglich gutem Durchschnitt, die Regie scheint hier wenig abverlangt zu haben. Hier hat sich ausser Frank Schaff kein Sprecher mit Leib und Seele engagiert, wie z.B. beim "Untergang des Hauses Usher", ebenfalls eine Produktion aus dem Hause Titania. Vielleicht tue ich den Beteiligten unrecht, aber so wirkt das Hörspiel nun mal auf mich. Ich hatte hohe Erwartungen, weil die Geschichte diese verlangt. Nun kommt eine Soft-Romantik-Version mit wenig Handlung und viel Geplappere daher. Ich bin enttäuscht.


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> Inhalt des Hörspiels
Providence 1928:
Der junge Charles Dexter Ward verschwindet am 13. April spurlos aus der Nervenheilanstalt von Dr. Waite auf der Insel Conanicut. Sein Hausarzt Dr. Marinus B. Willet – der ein guter ... [ mehr ]

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