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- 1 - Schattenfeuer

Kommentar von authority :

Erster Eindruck: Der König der Diebe tritt aus den Schatten

Die Story: Gilbert Keith Chesterton's französischer Meisterdieb, Hercule Flambeau (=Fackel) tritt aus dem Schatten seines Über-Vaters, Pater Brown. Erstmals erfährt man etwas über seine Verbrechen, aus der Zeit vor seiner "Bekehrung" und seinem neuen Leben als Privatdetektiv.

Dient er dem gewieften Pater Brown meistens als nützliches, um nicht zu sagen: "farbloses", Anhängsel, das den Geistlichen eher durch Zufall und falsche Fragen zu den richtigen Schlüssen führt - vergleichbar vielleicht mit dem supporting act eines Dr. Watson bei Sherlock Holmes - stehen hier seine eigenen Abenteuer im Vordergrund. Und dabei macht Hercule Flambeau (brillant: Hans Georg Panczack) eine sehr viel bessere (und beweglichere) Figur.

Dementsprechend rasant beginnt "Schattenfeuer" dann auch: In Indien stiehlt Flambeau dem Erben des letzten Großmoguls von Lahore, Awal Shah (Crock Crumbiegel), eine Kollektion von Edelsteinen - und muss dafür auch sofort um sein Leben fürchten, denn der Diebstahl bleibt nicht lange unentdeckt. Zwar kann er dem gefürchteten Inder mit knapper Not entkommen, doch Awal Shah droht Flambeau mit Rache.

Wieder zurück in Paris, erfährt Flambeau, dass ein unbekannter Dieb das "Bernsteinauge von Samarkand" aus dem Louvre und den Hochzeitsschmuck der schwedischen Kronprinzessin Amalia aus dem Grand Hotel entwendet hat. Das Pikante: Der Dieb hat 1:1 Flambeaus eigenen Stil imitiert, sodass er plötzlich, obwohl nachweislich unschuldig, selbst der Hauptverdächtige ist.

Inspektor Legrand (Walter von Hauff), der vor einem Rätsel steht, geht notgedrungen einen Pakt mit dem Meisterdieb ein: Flambeau soll den mysteriösen Trittbrettfahrer entlarven und das Diebesgut sicherstellen - dafür drückt Legrand in zwei anderen Fällen ein Auge zu, in denen er Flambeau verdächtigt.

Flambeau willigt ein, schon aus Gründen der Diebesehre. Und es dauert nicht lange, bis er die gesuchte Person gefunden hat - eine ambitionierte Diebin (Sandra Schwittau), die ihrem großen Vorbild Flambeau nacheifert. Hercule Flambeau vertraut sie ihren Plan an, der sie endgültig zur weiblichen Nr.1 machen soll: Sie will gemeinsam mit Flambeau den legendären schwarzen Diamanten, das "Schattenfeuer", stehlen. Der Meisterdieb ist von der Idee alles andere als begeistert, denn der schwarze Diamant gehört niemand geringerem als seinem Feind Awal Shah. Doch als die Diebin auf eigene Faust loszieht, ist er gezwungen erneut nach Indien zu reisen - und hat dort alle Hände voll zu tun, um die junge Frau aus den Fängen des Inders zu retten...

Die Sprecher: Hans Georg Panczack (u.a. dt. Stimme von STAR WARS-"Luke Skywalker") spricht Hercule Flambeau mit einem ordentlichen Schuss Ironie und lässt ihn auch manchmal etwas tollpatschig wirken, ohne aber je ins Alberne abzudriften. Auch Flambeaus alter ego, der Erzähler, Peter Weis, macht seine Sache hervorragend. Seine Beschreibungen sind stimmungsvoll, oft mit einer Prise Humor gewürzt, und treiben das Abenteuer Schritt für Schritt voran. Aber auch die anderen Beteiligten, Helmut Krauss als Inder Sari, Sandra Schwittau als Diebin Juliette Tricomi, der bereits erwähnte Walter von Hauff als Inspektor Legrand und Roswita Benda als versnobte englische Lady, Mrs. Viccary, überzeugen auf der ganzen Linie.

Musik & Soundeffekte: Ein weiterer Pluspunkt für "Schattenfeuer" - der Soundtrack und die Effekte, realisiert von Peter Brandt und Andreas Beverungen.

Das Flambeau-Titelthema erweckt Assoziationen zum "Rosaroten Panther" und indische Sitar-Klänge erwecken ein exotisches Flair. Des weiteren kommen Musikstücke zum Einsatz, die ein Ende 60er- / Anfang 70er Jahre-Feeling beschwören und an Filme mit Belmondo oder Serien wie "Die 2" denken lassen. Aber auch gezielt eingesetzte "Abenteuer"-Musiken erzeugen bei entsprechenden Sequenzen die nötige Spannung.

Dasselbe gilt für die gewählten Soundeffekte - niemals aufdringlich und passend eingesetzt, untermalen sie dieses rasante Abenteuer atmosphärisch und sorgen u.a. dafür, dass die Spielzeit von knapp 61 Minuten wie im Flug vergeht.

Persönliches Fazit: Auch bei dieser Serie hat das Dortmunder Label Maritim ein glückliches Händchen bewiesen und überzeugt durch anhaltende Qualität. Bei Flambeau handelt es sich weniger um eine Krimi- als eher um eine Abenteuer-Serie, und davon gibt es im Hörspielbereich bekanntlich nicht sehr viele. Das Script von Ellen B. Crown weiß durch ausgewogene Balance zwischen Abenteuerelementen, feinem Sprachwitz und überraschenden Kontrasten zu überzeugen. (Flambeau, obwohl Meisterdieb, leidet an Höhenangst. Legrand (= der Große) ist viel eher ein kleiner, unsicherer Mann, usw.) Die Inszenierung zieht einen von Anfang in die Geschichte und lässt Flambeau, auch wenn er eigentlich ein Verbrecher ist, sehr sympathisch erscheinen. Er ist kein Superheld und protzt auch nicht mit seinen Fähigkeiten. Seine kleinen menschlichen Schwächen und seine (Selbst-)Ironie heben ihn erfrischend vom Einheitsbrei überlebensgroßer "Helden" ab. Es gibt keine unnötigen Längen, jede Szene bringt das Abenteuer stimmig und glaubwürdig voran.

Unterm Strich: HERCULE FLAMBEAU’S VERBRECHEN ist eine geniale Hommage ans Abenteuer- und natürlich ans Diebes-Genre! Wer an Abenteuergeschichten à la Arsène Lupin, Der Rosarote Panther, Alain Quatermain oder auch Indiana Jones Spaß hat, darf sich Flambeau auf keinen Fall entgehen lassen. Spannende Abenteuerunterhaltung garantiert!



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> Inhalt des Hörspiels
Der weltberühmte Meisterdieb Hercule Flambeau kehrt von einer Reise aus Indien nach Frankreich zurück. Dort erfährt er, dass jemand das ''Bernsteinauge von Samarkand'' aus dem Louvre und den Hochzeits ... [ mehr ]

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