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Hörspiele > Arborex und der Geheimbund Kim >

- 2 - Die Sache mit dem Tümpel

Kommentar von jeronimo :

Unspektakulär, dafür umso authentischer kommt der zweite Teil der "Arborex"-Reihe zu Anfang daher.
Klosterbruder Martin macht Halt beim sprechenden Baum am alten Thing-Platz und verfolgt die Frage, die sich den Zuhörern schon bei der ersten Folge aufdrängte: wie gross (=also: wie alt) mag diese Eiche eigentlich sein, dass 3 Kinder darin Platz haben? Kurzum: so alt, dass er sogar noch einen echten Thing - also eine Gerichtssitzung der ollen Germanen - miterlebt hat. Und schon befinden wir uns in der Historien-Episode dieser Folge...eben fast 2000 Jahre zurück in der Zeit. Statt aber in der Vergangenheit rumzudümpeln, schicken uns die Macher auf die Spur eines aktuellen Kriminalfalls - dank der drei Helden K I M eine jugendliche Adaption des klassischen Gut-Böse Kampfes, wenn auch in grünen Gewändern.

Es gehört zum Konzept dieser Serie, dass weniger auf Action, dafür mehr auf Aufklärung, geschichtsreiche Unterhaltung und ethisch-ökonomische Bewutsseinsbildung gesetzt wird. Doch dann entwickelt sich diese zweite Folge zu einem wahren Kriminal-Hörspiel, mit Pro- und Antagonisten, mit Tatort, Opfer und Show-down - ein wahrer Indizien-Prozess, nur ohne Richter. Und als am Ende die Bösewichter auch noch einen Klacks Taubengruß verpasst bekommen, lacht das schadenfroh erregte Hörerherz.

Doch: man muss es mögen, wie in dieser Serie die Geschichte erzählt wird und welcher Art die Akteure sind. Ein Baum, eine Taube, ein Mönch, drei Teenies... würde jetzt noch Peter Lustig mit einer Pusteblume um die Ecke kommen, wäre das Bild vom gutmenschelnden Öko-Heititei perfekt. Für die Fans solcher Geschichten aber ist es eine gelungene Fortsetzung der ersten Folge, richtig platziert am Beginn der Serie, denn so viel Spannung gibt es in den späteren Folgen kaum mehr und so zerstreut sie den Eindruck, Arborex sei eine kommerzielle Biologie-Lehrstunde.

- Die Sprecher:
Die Hauptakteure agieren professionell und beinahe schon gewohnt souverän in ihren Rollen. Bei Jens Wawrczeck, Christian Stark und Alexandra Doerck kann man zwar hören, dass sie ihre Rollen mit Spass spielen - bei Dieter Thomas Heck aber merkt man, dass er seine Rolle sogar "lebt". In seiner Stimme knarrt und ächzt es, wenn er als alter Baum über das Leben und alte Zeiten siniert und sein bassiger Ton brummt durch die dichte Geräusch-Kulisse, als hätte er zum Warmwerden an einer CD der Crash-Test-Dummies geschnuppert....

Auch die übrigen Sprecher, vor allem Wolfram Schaerf alias Bruder Martin, aber auch die Historien-Sprecher, sind allesamt bekannte Stimmen mit gekonnter Intonierung. Gelesen wird hier nichts, hier wird noch GESPIELT. Bravo.

- Die Geschichte
Mit Bedacht wird hier etabliert, was zunehmend spannend wird und den Hörer für sich vereinnahmt. Dass die Bösen in dieser Geschichte tatsächlich vorhaben, ein grünes Idyll zu zerstören, macht einen geradezu wütend. Okay - sofern das eben möglich ist.
Es ist ein linearer Erzählweg, zeitlich chronologisch und kausal abgerollt. Erst passiert A dann B, dann C usw... das ist so lange ok, wie die Geschichte es trägt. Zum Glück springen die Protagonisten bald an einen anderen Ort als den Thingplatz an der Eiche, sodass die inszenierte Welt größer werden kann. Ob im Kloster, auf der Kamillenwiese, im Reederei-Büro oder am Hafen - an Schauplätzten wird nicht gespart und das ist fast schon ein Kunststück, denn es agieren immer nur die etablierten Sprecher. Es tut der Geschichte sogar gut, dass auf die wesentlichen Ingridenzien reduziert wurde - gute Sprecher, eine gute Atmo-Kulisse und ein ausgewogenes Interaktionsgeflecht - mehr brauchts nicht, um abwechslungsreich und spannend zu sein, ohne so flach und gezwungen zu wirken wie TKKG, vor allem gibt es hier KEINEN Erzähler. Das spricht für die Dialoge und die Geschichte zugleich.>p> - Der Sound>br> Es mutet heimelig an, wenn die Szenen rund um den Baum stattfinden, man stellt sich die Umgebung grün und lebendig vor, weil die Geschichte auf alle Details der echten Welt da draußen beziehbar bleibt, egal ob Vogelgezwitscher, Kirchengeläut oder Grillengezirpe. Es passt und ist im Zusammenspiel mit den wenigen sphärischen Musikstücken gut kombiniert. Allein Titel- und Abspannmusik nerven tierisch - man muss sie aber in Kauf nehmen, oder vorspulen.

- Konzept der Serie:
"Hoffentlich sind das keine Schlangen. Sie, das war nicht abgemacht!", sagt der eine zu dem anderen Bösewicht. Nein Schlangen gibts hier nicht, nicht mal Luftschlangen - dabei könnte manm ruhig mal ein wenig feiern, auch mit Konfetti, denn die Serie ist leider öffentlich total verkannt worden. Alle Bausteine formen hier ein gutes Ganzes und machen die Serie dank der Sprecher-Qualität, eigenem Charme und der guten Message zu einer lohnenswerten Investition.

- Familientauglichkeit:
Keine Frage, die Serie hat erzieherischen Anspruch und ökologisch-aufklärerischen Charakter, ohne mit dem Zeigefinger zu winken. Das macht sie zu einer empfehlenswerten Reihe.

F A Z I T:
5 Sterne gibts von mir, und zwar
Sprecher: 1 Stern
Geschichte: 1 Stern
Sound: 1 Stern
Konzept der Serie: 1 Stern
Familientauglichkeit: 1 Stern

Euer Jeronimo


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> Inhalt des Hörspiels
Was haben die beiden Männer vor, die den einsam gelegenen kleinen Tümpel im Moor aufsuchen? Und warum wird ausgerechnet am Wocheende der Bauschutt aus dem Hafen nach dort geschafft? Kim kann noch rech ... [ mehr ]

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