Special: Dobranski Quickies
Index ... News | Termine | Hörspiele | Kommentare | Community | Specials | Links || Sponsoren || Impressum.div

Hier befindest Du Dich jetzt : Home > Kommentare >

Hörspiele > Gruselkabinett >

- 129 - Manor (Karl Heinrich Ulrichs)

Kommentar von acquire :

Manor ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte aus der Feder von Karl Heinrich Ulrich, bei der es dem Paar unmöglich zu sein scheint, getrennt voneinander zu sein. Mindestens täglich müssen sie sich sehen. Auch nach dem Tode… Manor – welch ein seltsamer Name. Louis Friedemann Thiese leiht diesem Mann seine Stimme und überzeugt auf ganzer Linie. Die Zuneigung zu Har, gesprochen von Tom Raczko, wird sehr deutlich. Tom Raczko nimmt man sofort ab, wie schwer ihn der Tod des Freundes Manor trifft, wie sehr er trauert und wie wenig überrascht er ist, als er ihn auch nach dessen Tod erneut begegnet. Ein Highlight ist für mich Dagmar von Kurmin als weise Frau, die mit Runenstäben das Geheimnis zu ergründen sucht. Eine großartige Besetzung! Monica Bielenstein spricht die verängstigte und besorgte Mutter hervorragend. Das Aufeinandertreffen von Mutter und der weisen Frau ist ein eindringlicher und entscheidender Moment, der die Tragik der ganzen Geschichte gut auf den Punkt bringt. Die Geschichte ist spannend inszeniert und fernab von den übertriebenen und bekannten Klischees einer solchen Gruselgeschichte. Es ist vielmehr eine Liebesgeschichte zweier junger Männer, die vom Tod getrennt wurden und unter der der (Über-)Lebende schlimm leidet. Tom Raczko vermittelt dies beeindruckend. Besonders das Ende der Geschichte ist tragisch. Wie zwar so oft bei dieser Art der Geschichte, allerdings aus einem leicht anderen Grund. Besonders interessant ist die Darstellung des Geschehens. Es ist Schrecklich, aber ohne eben in Klischees wie Gut und Böse zu verfallen. Ohne diese vorgegebene Meinung ist der Hörer freier in seinem Denken und es ist ihm überlassen über das Geschehen zu denken und richten, wie er mag. Zusammen mit der Mutter von Har, Lära, und der weisen Frau machen sich drei Männer daran, den jungen Har vor dem Tod zu bewahren. Horst Naumann, Helmut Winkelmann und Rolf Berg sind dafür eine passende Besetzung. Ihre Stimmen passen gut in die Szenerie einsamer Inseln. Thomas Balou Martin spricht Hars Vater, der zwar nur einen kurzen Auftritt hat, aber dafür einen überzeugenden und dramatischen. Ich finde es faszinierend, wie aus dem kurzen Original ein Hörspiel entstand. Peter Weis ist der Erzähler, ein guter, wobei ich bei dieser Geschichte lieber einen anderen Sprecher gehört hätte. Besonders zu Beginn ist der Erzähleranteil hoch und das Geschehen wird immer wieder von ihm unterbrochen. Wie in der Vorlage nehmen die Sprechtexte darauf folgend zu. Mir gefällt das Hörspiel, wobei ich nicht zu entscheiden vermag, ob ich lieber den Text lese oder dem Hörspiel lausche. Wenn ich es eilig habe würde ich wohl eher lesen. Wenn ich müde bin wohl eher die 47 Minuten aufbringen und dem Hörspiel entspannt lauschen. Die Musik- und Geräuschkulisse passt und ist sehr atmosphärisch. Auch hierbei ist mir Peter Weis aufgefallen: Ich empfand bei einem dramatischen Ereignis die Diskrepanz zwischen der Musik und dem ruhigen Erzähler als etwas zu groß. Insgesamt hätte meiner Auffassung nach eine jüngere Stimme als Erzähler besser gepasst oder zumindest eine härtere, die mehr die Rauheit der Umgebung wiederspeigelt, als sanfte Wellen, wie sie Peter Weis repräsentiert. Fazit: Ein solides Hörspiel und gekonnte Umsetzung der Vorlage auf gewohnt hohem Titania Medien Niveau mit einem – besonders im Hinblick auf die damalige Zeit – brisantem Thema, das überraschend wertungsfrei geschildert wird.


--> ich möchte das Hörspiel auch bewerten und/oder beschreiben!

> Inhalt des Hörspiels
Auf einer der windumtosten Faröer-Inseln fassen Har und Manor eine tiefe Zuneigung zueinander, die auch über den Tod hinaus noch fortbesteht... ... [ mehr ]

> Alle Kommentare lesen







goto top



Keine weiteren Kommentare

goto top

Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



Special: Carsten Bohn Brandnew Oldies