Special: Mister Shady
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"Detektei Bates" -Special

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Interview mit Autor Markus Duschek (25.02.2005)
Wir kamt ihr auf die Idee, euer erstes "Detektei Bates"-Hörspiel - "Höllenfahrt der Vogelnarren" - auf die 70er/80er Jahre zu trimmen?

Markus: Als sich die "Detektei Bates" in der Planungsphase befand, wurde uns schnell klar, dass wir ganz bewusst eine Serie für jene etwas reiferen Hörspielhörerjahrgänge machen wollten, die zumindest in der Krimisparte seit Jahren total unterversorgt gewesen sind. Die Kiddies haben ja nun bereits die Auswahl zwischen diversen Jungdetektiven, und jemand wie "John Sinclair" ist vorlagentechnisch auch eher ein alter Hut, nur in der heutigen Hörspielfassung eben auf möglichst knalligen, zeitgeistigen Hochglanzbombast ausgerichtet. Wenn die Popcorn-Schiene schon so überzeugend von der "Konkurrenz" ausgefüllt wird, muss man ja nicht in dieselbe Kerbe hauen. Man versucht also, etwas Eigenständiges auf die Beine zu stellen. Die 70er/80er Jahre waren für die meisten "Kassettenkinder" eine prägende Zeit - also auch für uns. Allerdings bewegt sich die Mehrzahl der "Klassiker"-Serien für Erwachsene fast ausschließlich im Horrorbereich. Die Kinder von damals wollen heute aber nicht (mehr) nur Horror oder Krimis für Kleine hören - und da bieten wir mit der "Detektei Bates" eine echte Alternative. Die erste echte Alternative seit langem, wie wir meinen.

Erfahren wir in den nächsten Folgen mehr über den Background der Hauptfiguren?

Markus: Es gehört zum Konzept der Serie, dass wir Henry, John, Becky und Oooberinspektor Stickleback in jeder neuen Folge etwas besser kennenlernen, neue und auch unerwartete Seiten an ihnen entdecken und ihren weiteren Lebenslauf verfolgen. Wir wollen ja ganz bewusst keinen Status Quo: wir sind älter geworden, unser Leben verändert sich - und ich finde, dass Serienfiguren genauso ein Recht aufs Altern haben ... das macht sie für uns persönlicher und interessanter, und für die Hörer hoffentlich auch.

Können wir auch weiterhin diesen Wortwitz und die gleiche Machart erwarten?

Markus: Doch, mit Wortwitz dürfte in jeder weiteren Folge fest zu rechnen sein - nur der Anteil in den einzelnen Hörspielen wird schwanken, weil ich nicht krampfhaft ein bestimmtes "Humor-Pensum" abackere, sondern die Komik aus den entsprechenden Situationen und der fortschreitenden Beziehung der Figuren heraus entwickle. Und da gibt es dann Folgen mit mal härteren und ernsteren, aber auch herzlicheren und lustigeren Handlungssträngen - es wird bunt gemischt und nie vorhersehbar.

Wieviele Folgen neben den beiden bereits angekündigten Episoden - "Triadenhatz in Peking" und "Die Insel des Bogenschützen" - können wir erwarten? Wird daran schon gearbeitet, oder wartet ihr ab, wie sich der Absatz entwickelt?

Markus: Das Skript für Folge 4, "Klassentreffen der Knastbrüder", ist praktisch fertig, die zwei weiteren Folgen der 2. Staffel existieren bereits in Form von Treatments, sie sind also in groben Zügen schon fertiggedacht. Der Handlungsverlauf reicht aber im Prinzip schon in die 3. Staffel hinein, und auch sonst tauchen immer wieder Ideen auf, die es wert wären, in einer hoffentlich langlebigen Serie einmal umgesetzt zu werden. Aber natürlich muss sich erst einmal abzeichnen, ob die Hörspielsammler unsere "Detektei Bates" annehmen - dann wird über die nächsten Schritte zu reden sein ...

Wird die "Detektei Bates" auch weiterhin auf MC erhältlich sein?

Markus: Das Interesse an Kassetten ist nach wie vor groß, also werden die weiteren Folgen natürlich auch auf Tonband angeboten werden.

Im Augenblick zeichnet sich im Hörspielbereich ein Trend Richtung klassischer Krimis ab - z.B. "Sherlock Holmes" und "Edgar Wallace" bei mehreren Labels, oder auch "Edgar Allan Poe" ... Seht ihr euch da als Mitläufer, oder war zur Zeit der Idee für die "Detektei Bates" noch nicht abzusehen, wohin sich die Szene entwickelt - und ihr hattet jetzt einfach Glück?

Markus: Na, ob die Krimi-Rennaissance uns Glück bringt, wird sich erst noch zeigen müssen - immerhin treten wir ja mit etwas Neuem gegen altgediente Klassiker an, die ja bei den Hörern so beliebt sind, weil sie schon beim Klang eines Namens wie "Wallace" oder "Holmes" eine klare Vorstellung haben, was im Hörspiel auf sie zukommt - der "gemeine Hörspielsammler" mag schließlich keine Überraschungen ... ;-) Nein, aber ernsthaft: der einzige Trend, der sich vor zwei Jahren (als wir mit der Arbeit an der "Detektei Bates" begannen) herauszukristallisieren begann, war, dass es im Horror- und Gruselbereich bereits ein Überangebot an Serien und Einzelhörspielen gab. Das hat sich im weiteren Verlauf ja auch nicht geändert. Ich bin ein riesiger Horrorfan - egal, ob in Hörspiel-, Film- oder Buchform - aber ich würde dem Genre in den kommenden Jahren zunächst eine kreative Verschnaufpause wünschen, damit sich später dann die unvorbereiteten Hörer noch mal so richtig erschrecken können ...

Woher rührten die Verzögerungen bei der Veröffentlichung? Hat die Zeit noch Verbesserungen an der Serie mit sich gebracht?

Markus: Skripttechnisch hat sich wenig verändert - die Qualität der Produktion insgesamt hat hingegen selbstverständlich Fortschritte gemacht. Wir konnten uns so manchen Besetzungswunsch erfüllen, und auch die Zeit, die man in die sorgfältige Bearbeitung der Soundkulisse und der Musik steckte, wurde sinnvoll investiert. Sicherlich gab es die eine oder andere außerplanmäßige und auch nervenaufreibende Verzögerung - schließlich haben wir alle auch noch einen Alltag mit den handelsüblichen Querelen und Hindernissen -, aber die (oft auch unfreiwillige) Warterei - für uns selbst anstrengend und manchmal auch frustrierend - war für mich komplett vergessen, als ich das Endresultat erstmals hören konnte.

 


Markus Duschek
geb. 1973 in Hamburg

Erster Kontakt mit dem Medium Hörspiel: "Nessie, das Ungeheuer von Loch Ness" (1979)

Erstes eigenes Hörspiel: "Die Insel der Mumien" (1983)

Lebt seit 1999 mit seiner Frau Sanna und Meerschwein Rudi in Helsinki und studierte von 1999-2003 an der Schwedischen Fachhochschule für Medien und Design in der Abteilung für Film und Fernsehproduktion mit Schwerpunkt Drehbuch.


Die Interviewfragen stammen von CHRizzz und Bastian Ginger Claasen und wurden per Mail gestellt und ebenso beantwortet

 


Detektei Bates
Die offizielle Website www.detekteibates.de

in Kooperation mit
Foneo


Redaktion: Ralf Jordan & Markus Duschek


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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