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Es war schon ziemlich voll als 'Lillebor' und ich in dem nähe
der Domplatte gelegenen Funkhaus Wallrafplatz ankamen. Von dem
Hörspiel wusse ich nur, dass es mit den Sprechern Christian
Brückner (Robert de Niro) und Peer Augustinski war - einen
Titel kannte ich nicht. Im Foyer konnte ich einen Flyer ergattern,
aber die Krimi-Vorlage war mit auch unbekannt.
'Morituri' ist ein Hörspiel nach dem Roman von Yasmina Khadra,
einem Pseudonym vom Mohammed Moulessehoul. Seine Figur, der Kommisar
Llob ist auch die Hauptperson dieses Stückes. Ein Reicher,
der von Gerd Hauke gesprochene Ghoul Malek beauftragt Llob mit
der Suche nach seiner Tochter, die zuletzt in einem Bordell gesichtet
wurde. Spuren führen zu dem Terroristen 'Apokalypso'. Viele
Spuren aber verlaufen im Sand. Als sein Kollege Lino ermordet
wird, kommen die Steine ins Rollen. Als Täter wird ein albanischer
Intelektueller namens Sid Lankabout ausfindig gemacht. Der aber
nicht verhaftet, sondern erschossen wird. Als sie den Schützen
stellen, entdecken Sie, dass es der Leibwächter von Malek
ist. Er hat alles inszeniert und seine Tochter geopfert. Llob
begeht darauf hin eine klassische Selbstjustiz.
Die Bühne bestand aus Sesseln und Stühlen. Dort nahmen
die Sprecher platz. Es wurde um Ruhe gebeten, dann wurden die
Nachrichten 'live'* eingespielt und die Übertragung begann
mit einer Ansage. Christian Brückner ging nach vorne und
die Inszenierung began. Wenn ein Sprecher an der Reihe war, stand
er auf und ging zu dem entsprechenden Micro (ein extra für
eine Telefonstimme etc.). Die Geräusche und die Musik kamen
von Band und bestimmten so die Geschwindigkeit des Vortrags. Alle
Sprecher sprachen Live.
Christian Brückner als Hauptrolle exxel besetzt, stand die
ganze Zeit. Er dominierte das Geschehen und hatte zwei Microfone
(einmal als Sprecher, einmal als Figur). Besonders gut gefallen
haben mir dann noch Josef Tratnik (er spricht in den neuen Perry
Rhodans von EinsAmedien) als Lino und Philipp Schepmann als Serdj.
Peer Augustiski hatte eine viel zu kleine Rolle und Gerd Hauke
war nicht ganz überzeugend als Bösewicht.
Insgesamt war Atmosphäre und Stimmung, sowie das Hörspiel
super. Das WDR macht diese Veranstaltungen sicher viel zu selten.
Aber eins ist sicher: ich bin wieder dabei, wenn der WDR sich
zu einer Live-Inszenierung entschliesst. Schade nur, dass man
nach der Aufführung nicht die Möglichkeit hatte, mit
den Sprechern zu reden. 'Lillebror' zeigte mir danach noch eine
Sehenswürdigkeit von Köln: Die Früh-Kölsch-Brauerei.
Das sollte man gesehen haben ;) @Lille: Danke für den Abend!
CHRizzz
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