Special: Zauberkoch
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"Guitar Lea" -Special

   Interview mit TonInTon

Das Interviews mit den TonInTon (03.09.2007)
[ Step Laube und Martin Schubert ]

Hoerspiele.de: TonInTon – das klingt eintönig. Wie kommt man auf so einen Namen?

TonInTon: Eintönig?! Wie bitte?! (*entrüstetes Stirnrunzeln* - *lach*) Nö, eintönig finden wir unseren Firmennamen keineswegs, sondern eher eingängig, leicht zu merken und für ein Tonstudio durchaus naheliegend. Seinen Ursprung hat dieses Wortspiel bereits in unserer gemeinsamen Zeit als Producer beim Privatradio vor 10 Jahren: ToninTon war der hausinterne Spitzname unserer Produktionsabteilung, und als wir uns selbständig gemacht haben, hat bei der Namensfindung für das Studio dieser Spitzname dann das Rennen gemacht. Nur das Mittel-i ist dabei groß geworden. Der Name ist sozusagen mit uns mitgewachsen.

Hoerspiele.de: Eintönig – das kann man ja bei Euch wirklich nicht so sagen. Hinter welchen Produktionen verbergt Ihr Euch denn noch so außer Lea?

TonInTon: TonInTon bewegt sich ja nicht nur im Hörspielbereich, obwohl dieses Genre für uns als Producer, die extrem Freude an kreativen Prozessen haben, natürlich am spannendsten ist. Denn Hörspiel ist der Bereich in der Audioproduktion, in dem man aus dem Medium am meisten rausholen kann, weil man die verschiedensten Ebenen (Sprache, Musik, Geräusche, Atmosphäre, Stimmungen) zu einem großen Ganzen neu gestaltet und verbindet. Da wir von unseren Ausbildungswegen her aber nicht nur Producer oder Tontechniker sind, kommt in unserem Fall dann außerdem noch das Schreiben, Komponieren und die Regiearbeit mit den Schauspielern dazu. Kurz: Bei der Hörspielproduktion können wir vom ersten bis zum letzten Schritt die gesamte Palette unserer beruflichen Ausbildungen, Kenntnisse und Fähigkeiten ausleben. – Durch diese Bandbreite sind wir auch in der Lage, als Studio in einem sehr breiten Bereich der Audioproduktion zu arbeiten. In den letzten Jahren hat sich dabei als Schwerpunkt die Wortproduktion herauskristallisiert. Das reicht von TV-Unterbildbeiträgen und Museumsguides über Werbespots und PC-Spiele bis hin zu Industriefilmvertonungen und Hörbüchern, um nur ein paar Schlagworte zu nennen. So „verbirgt“ sich TonInTon als Studio u.a. hinter diversen Hörbüchern (sowohl Literatur als auch Sachbücher), interaktiven PC-Spielen, technischen DVD-Handbüchern – und natürlich als Partnerstudio hinter der einen oder anderen Hörspielproduktion verschiedener Verlage.

Hoerspiele.de: Ich spreche Euch immer in der Mehrzahl an. Wer genau steckt denn hinter TonInTon?

TonInTon: Im Kern ein Ost-West-Team, das seit über 10 Jahren gemeinsam am Mischpult arbeitet, davon fast 8 im eigenen Studio TonInTon-Audioproduktion:
Martin Schubert (Musiker, Komponist, Audioproducer, Off-Sprecher) ist studierter Musikwissenschaftler. Bevor er sich 1999 mit TonInTon selbständig machte, hat Martin Schubert ein Rundfunkvolontariat abgeschlossen und 15 Jahre bei diversen öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosendern als Musikspezialredakteur, Moderator, Arrangeur und Producer gearbeitet.
Step Laube (Autorin, Regisseurin, Audioproducerin) ist studierte Literatur- und Theaterwissenschaftlerin. Bevor sie sich 1999 mit TonInTon selbständig machte, hat Step Laube eine zweijährige Hörspielregieausbildung absolviert und 8 Jahre bei diversen Printmedien sowie öffentlich-rechtlichen, privaten und freien Radiosendern als Journalistin und Producerin gearbeitet.

Hoerspiele.de: Guitar Lea ist ja genau Euer Baby. Wie kamt Ihr auf die Idee, diese Infotainment-Serie zu machen?

Step Laube: Die Idee, die hinter den Guitar-Lea-Abenteuern steckt, ist es ja, Kindern und Jugendlichen historisches Wissen auf unterhaltsame Weise näherzubringen. Mich persönlich interessieren Geschichte und historische Biographien auch privat schon immer. Aber unterhaltsam darf es dabei für meinen Geschmack trotzdem sein! - Die Grundidee zu Guitar-Leas Zeitreisen hatte ich bereits im Sommer 2002. Ob es dazu einen konkreten Anreiz gab, hm, keine Ahnung, hab ich vergessen, war da vielleicht gerade der erste PISA-Schock in aller Munde? Oder kam der erst noch? Bei Martin habe ich jedenfalls mit der Idee, geschichtliches Wissen in einen leichtverdaulichen, unterhaltsamen Hörspiel-Rahmen zu packen, offene Türen eingerannt.
Martin Schubert: Mich hat Geschichte leider erst sehr spät wirklich interessiert. Mein Geschichtsunterricht in der Schule war nämlich sehr abtörnend. Aber seit einigen Jahren verspüre ich da großen Nachholbedarf. Und ich gebe zu, daß ich durch unsere Lea-Hörspiele selbst immer wieder Aha-Effekte erlebe. Dazu kam, daß im Kinderbereich zwischen HexHex und Törö auf der einen Seite und pädagogisch trockenem Schulfunk auf der anderen Seite kaum etwas am Markt blüht. Die Variante, Wissen so in Unterhaltung zu integrieren, daß sich der Lerneffekt ganz nebenbei und möglichst unaufdringlich einstellt, fanden wir beide eine spannende Herausforderung.
Step Laube: Ich hatte in der Schule gute Geschichstlehrer und ich hatte schlechte. Bei den schlechten mußte man Jahreszahlen auswendig lernen, da blieb gar nichts hängen. Die guten dagegen haben Geschichte als Geschichten von Menschen erzählt. Genau das versuchen wir mit Guitar-Leas Zeitreisen.

Hoerspiele.de: Wie sucht Ihr die Personen aus, denen Lea begegnet?

TonInTon: Manches ist Bauchgefühl, viel ist persönliche Neugier. Viele historische Persönlichkeiten kennt man zwar dem Namen nach und verbindet sie mit einem Schlagwort: Nofretete war schön, Leonardo da Vinci ein Genie; Columbus hat Amerika und Einstein die Relativität entdeckt. Aber was da nun eigentlich genauer los war, wer da jeweils so als Mensch hinter diesen Namen steckte, welche Schwierigkeiten dem Erfolg oder der Berühmtheit vorausgingen, in welchem gesellschaftlichen Umfeld diese Leute lebten, das weiß man oft nicht. Natürlich würde es den Rahmen eines Kinderhörspiels sprengen, alle diese Aspekte umfassend und lückenlos darzulegen. Aber es sind oftmals schon die Kleinigkeiten, die Anekdoten, die einen historischen Promi als Mensch greifbar machen. Schön ist auch, wenn es uns gelingt, über diese historischen Personen Bezüge zu unserer Zeit, zu unserer Gesellschaft herzustellen. Denn vertraute Dinge (wie z.B. die Büroklammer oder das Auto) oder alltägliche Möglichkeiten (wie z.B. den Atlantik zu überqueren oder sich auf einen funktionierenden 365 Tage-Kalender zu verlassen), die wir heutzutage alle als selbstverständlich hinnehmen, waren vor gar nicht langer Zeit noch nicht selbstverständlich.

Hoerspiele.de: Habt Ihr schon weitere Ideen, welche Personen weiter vorkommen?

TonInTon: Ja, wird aber nicht verraten. -
Na gut, die Promis der Folgen 8 und 9 verraten wir (diese beiden Abenteuer sind nämlich bereits fertig produziert und erscheinen noch diesen Herbst). Da trifft die freche Lea zum einen auf den Eroberer Alexander den Großen und zum anderen auf den Astrophysiker Galileo Galilei.
Und was die nächste angedachte Person angeht – da hat Step Laube jedenfalls schon einen ganzen Stapel Fachliteratur und Biographien auf dem Schreibtisch liegen … aber, wie gesagt, mehr wird dazu noch nicht verraten…

Hoerspiele.de: Die Serie ist mit Anna Laube, Anna Dramski und Wolfgang Bahro klasse besetzt. Wie seid Ihr auf diese Stimmen gekommen?

TonInTon: Bei ihrer Nichte macht Step Laube Talentförderung, seit die kleine Anna 9 Jahre alt ist. Als Guitar-Lea aktuell wurde, war auch Anna soweit, erstmals eine größere Rolle zu packen. Step Laube hat sich nicht getäuscht, Anna wird immer besser. (Und bei Mädchen droht zum Glück kein Stimmbruch…)
Ähnlich - aber schon ein paar Jährchen länger her – begann die Zusammenarbeit mit Anna Dramski. Noch zu seinen Radiozeiten hat Martin Schubert die damalige Jungschauspielerin als interessante Mikrophonstimme entdeckt. Als es dann um die Besetzung der großen Schwester Karla ging, hatte sich Anna Dramski längst zur wandlungsfähigen Vollblutschauspielerin entwickelt und wir haben uns sehr gefreut, ihr diese schöne Rolle anbieten zu können.
Über die Besetzung für Leas großen Bruder Joe haben wir lange gegrübelt. Joe ist als Figur auf den ersten Blick ein langweiliger Besserwisser und Klugscheißer, umso wichtiger war es, ihn stimmlich mit einer gewissen schnoddrigen, jungenhaften Lässigkeit aufzupeppen. Wolfgang Bahro war deshalb unser Wunschkandidat, aber wir wußten auch, wie wenig Zeit er neben seiner Fernseharbeit für andere Projekte hat und hatten daher wenig Hoffnung, ihn gewinnen zu können. Aber Wolfgang Bahro haben die Lea-Idee und das erste Skript auf Anhieb gefallen und daran hat sich bisher nichts geändert – unser Glück!

Hoerspiele.de: Die historischen Personen sprechen immer bekannte Sprecher. Habt Ihr diese Stimmen schon vorher im Kopf?

TonInTon: Nein, die Besetzung ordnet sich der Figur unter, nicht umgekehrt. Im Skript werden die Grundzüge der historischen Figur herausgearbeitet, die unserer Meinung nach für das Hörspiel maßgeblich sind. Der Charakter und Typus der historischen Figur wird also durch das Skript bereits in ein bestimmtes Licht gesetzt. Die Stimmbesetzung richtet sich nach diesem Charakter, den die Figur in unseren Ohren haben soll. Aber selbstverständlich gewinnt diese Vorgabe während des Aufnahmeprozesses durch die Farben, die die Schauspieler setzen, jeweils eigene Glanzlichter.

Hoerspiele.de: Gibt es Personen, die Lea nie treffen wird? Oder wird sie mal jemanden Fiktiven treffen?

TonInTon: Man darf nicht vergessen – Guitar-Leas Zeitreisen ist eine Kinderserie und sie soll unterhalten. Daher gibt es auch eine ganze Reihe Personen, die für diese Kinderserie nicht in Frage kommen. Die Gründe sind unterschiedlich. Bei manchen Figuren der Geschichte bietet sich eine solche Aufbereitung nicht an, weil der Kontext einfach nicht auf die Ebene der Kinder-Unterhaltung runterzubrechen ist. Zu kompliziert, zu grausam, zu anstößig, zu negativ. Aus diesen Gründen haben wir z.B. Themen wie Rasputin oder Katharina die Große zwar mal angedacht, aber nach der Recherche wieder verworfen. - Manche Figuren kommen nicht in Frage, weil die Autorin auf die schlicht und ergreifend keine Lust hat. – Fiktive Personen als Hauptfigur einer Guitar-Lea-Folge widersprechen dem Konzept der Serie. Außerdem – warum? Die Geschichte bietet schließlich jede Menge interessante Persönlichkeiten, es ist eher schwierig, eine Auswahl zu treffen.

Hoerspiele.de: Wie viel Zeit steckt Ihr in die Recherche zu einer Folge?

TonInTon: Die Recherche fordert in der Tat den Großteil der Zeit. Je nach Thema liest Step Laube pro Folge im Vorfeld 5 bis 10 Fachbücher und Biographien über den jeweiligen historischen Promi. Das dauert schon ein paar Wochen und führt zu einem Haufen Zetteln in den diversen Büchern und jeder Menge Notizen. Daneben recherchiert Martin Schubert die musikalischen Stile, Instrumente, Tonalitäten der gefragten Epoche. - Die Reduktion dieser Materialfülle, die Frage, welche Ereignisse, welche Anekdoten, welche Wesenszüge sollen im Hörspiel verarbeitet werden, ist dann der nächste Schritt. – Am längsten dauert die Recherche logischerweise in Bereichen, in denen Step Laube selbst absolut fachfremd ist. Ein Beispiel: Während ihr als Künstlertochter die Proportionslehre Leonardo da Vincis natürlich vertraut war, büffelte sie über der Wissenschaftsgeschichte zu Einstein umso länger, denn in diesem speziellen Fall mußte die Autorin selbst erst mal begreifen, was die Relativitätstheorie ist und besagt, um sie dann für Kinder verständlich wieder in eigenen Worten formulieren zu können.

Hoerspiele.de: Könntet Ihr Euch eigentlich mal eine Schulaktion vorstellen, um Lea bekannter zu machen?

TonInTon: Wir haben sowas in der Art schon gemacht und Lea ist auf viel Gegenliebe gestoßen. Das war zwar keine Schulaktion im buchstäblichen Sinne, sondern eine Ferienaktion in Zusammenarbeit mit dem Zeiss-Großplanetarium, einem der schönsten Hörspielorte Berlins. – Aber laß mal hören, was genau schwebt Dir beim Stichwort Schulaktion vor?

Hoerspiele.de: Da hätte ich tatsächlich eine Idee. Darüber unterhalten wir uns aber mal persönlich. Interessierte Eltern und Lehrer dürfen mich aber gerne schonmal anschreiben!
Außerhalb von Lea: woran arbeitet Ihr aktuell ?

TonInTon: Momentan arbeiten wir für Komplett Media an der Fertigstellung einer 5-teiligen kulturgeschichtlichen Sachhörbuchreihe mit Torsten Michaelis, die sich über den ganzen Sommer erstreckte. Daneben haben wir gerade für Steinbach zwei literarische Hörbücher über afrikanische Literatur fertigproduziert und sind jetzt in der Vorbereitung einer Kinderproduktion des Beese-Verlags.

 

Name:
Martin Schubert

Musiker, Komponist, Audioproducer, Off-Sprecher

 


Name:
Step Laube

Autorin, Regisseurin, Audioproducerin

 


Guitar Lea
Die offizielle Website www.guitar-lea.de

in Kooperation mit

TonInTon


Redaktion: Step Laube


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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