Special: Sprecherlegende Konrad Halver
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"Holger, die Hörspielgurke" -Special

   Oliver Rohrbeck
   (Interview)

Interview mit Dennis Rohling (12.04.2006)

Dennis, Du bist Komponist, Autor und Sprecher. Kannst Du sonst noch ein bisschen über Deine Person erzählen?

Dennis Rohling: Nein, mehr kann ich da eigentlich nicht erzählen, das ist schon fast mein ganzes Leben. Ansonsten bin ich noch in einer aufregenden Beziehung, spiele gerne Badminton, gehe Schwimmen und besuche sehr häufig meine Oma.
Wobei ich eigentlich kein Autor bin. Das habe ich vor einigen Jahren aufgegeben, da ich mit den Ergebnissen dieses Bereichs nicht zufriedenwar und meine Energie lieber auf die anderen Bereiche umleiten wollte. Stattdessen bin ich nun auch noch „Azubi im Regisseurfach“.

Du warst erst bei Ferkel Records beteiligt und nun beim neuen Label Hörplanet. Kannst Du uns Deine Wegbegleiter, die Team-Aufteilung (wer macht was) und den Weg zum neuen Label kurz aufzeigen?

Dennis Rohling: Mit mir zusammen leitet(e) Michael Eickhorst beide Label. Grundlegende Entscheidungen fällen wir in gleichberechtigter Stimmgewalt, ansonsten hat jeder so seine Spezialgebiete, in die der andere weitestgehend auch nicht reinredet. Michael ist der Schreiber beim Hörplanet. Entweder komplett eigene Storys oder die Hörspielbbearbeitungen der Romane, die wir zu Hörspielen machen. Was im Hörspiel an Worten zu hören ist, ist sein Metier.
Ich mache weitestgehend Regie (außer bei mir selber), kümmere mich dann um die Berabeitung der Aufnahmen und die Nachvertonung mit Geräuschen und Musik. Das ist ganz praktisch, denn in der Zeit kann Michael dann weitere Scripte verfassen. So kann die Hörplanet-Produktion, wenn sie denn einmal richtig in Gang ist, ohne Unterbrechung neue Produkte liefern.

Nun zu Holger: wie 'sauer' ward Ihr damals über die Gurke?

Dennis Rohling: „Sauer“ ist der falsche Ausdruck. Wir waren etwas enttäuscht, dass dieser Preis damals scheinbar instrumentalisiert wurde, um uns einen reinzuwürgen. Natürlich kann niemand den Ausrichtern in den Kopf gucken, aber als wir diesen Preis damals bekommen haben, gab es gerade mal 2 Produkte, die die meisten Ausrichter nicht einmal kannten. Das war auch der Grund, warum wir mit Holger reagiert haben. Wenn wir die Gurke wirklich erhalten hätten, weil wir so schlecht sind, dann hätten wir das vielleicht einfach nur bei kommenden Sachen berücksichtigt und ernst genommen. Aber so war das ja sehr offensichtlich, aus welcher Richtung da die Gurkenfront nominiert hatte.

Wie kommt man dann auf die Idee, eine Hörspielserie daraus zu machen?

Dennis Rohling: Ich denke, es ist die Lust, viele Dinge, die um einen herum geschehen, irgendwie zu verarbeiten. Manche träumen von sowas nachts, wir können weitaus kreativere Ventile mit Nachhaltigkeit nutzen. Das ist nicht immer klasse, mittlerweile entdeckt man auch einige dieser Ventil-Inhalte, auf die man besser verzichtet hätte. Aber im Laufe der Jahre haben wir viel gelernt, wir haben viel ausprobiert und nun ernten wir die Früchte dieser Bereitschaft, uns WIRKLICH hinzusetzen und zu lernen – viele schrieben und sagen das ja so gerne, produzieren heute aber noch genauso wie vor 4 Jahren. Da kann ich wenig „wir entwickeln uns stets weiter und nehmen Kritik ernst“ entdecken.

Holger hat sich ja ziemlich weit vom Award entfernt und ist mit dem neuen Zyklus - so will ich seine Weltreisen mal nennen - auf dem guten Weg eine ernstzunehmende Hörspielfigur zu werden. Wie seht Ihr die Zukunft der Gurke?

Dennis Rohling: Die Zeiten, wo wir kostenlos die Hörspiele rausgehauen haben, ohne großartige Rückmeldungen dafür zu bekommen, sind vorbei. Das finde ich bis heute sehr schade, denn ich hätte mir gewünscht, dass die unzähligen Downloader uns, den Machern gegenüber, etwas mehr Dialog angestrebt hätten.
Die Zukunft der Gurke liegt nun vollends in den Händen der Kunden. Ich denke, es ist kein Problem, viele weitere Weltreise-Folgen zu machen! Michael schreibt die fast im Schlaf und die Sprechercrew liebt diese Hörspiele. Viele kennen die Videoausschnitte vom Einsprechen, ich hatte ja die große Freude, zusammen mit Barbara Ratthey und Santiago Ziesmer einsprechen zu können. Wir sind im Laufe der letzten Monate eine richtige Bande geworden, die viel miteinander telefoniert und sich sehr mag. Ich fahre auch außerhalb meiner Arbeit dann und wann nach Berlin, um mich mit meiner Bande zu treffen!
Außerdem macht es einen riesigen Spaß, die Musik für die Holger-Hörspiele zu schreiben. Das ist so eine aufregende Mischung aus Naivität und Spaß.
Außerdem würde in der nächsten Folge eine alte Bekannte wieder auftauchen, die bereits bei „Das Mädchen mit dem Gurkenohrring“ bei den Kritikern als wahrer Nachwuchsstar gefeiert wurde.

Wie ist die weitere Veröffentlichungs- Planung?

Dennis Rohling: Wenn sich genug Käufer finden, wird das weitergehen!
In welchen Abständen, kann ich noch nicht abschätzen, aber wenn die Verkäufe es hergäben und Michael so viele Scripte schafft im Jahr, hätte ich nichts gegen 6 bis 12 Holger im Jahr.

Als Grafiker konntet Ihr Lars Vollbrecht gewinnen. War es seine Idee, die Gurke grafisch mehr Profil zu geben?

Dennis Rohling: Die Gurke musste einfach ein Profil kriegen! Es war nicht seine Idee, es war eine ungeschriebene Notwendigkeit! Dieser zweidimensionale Grinsemann, den wir seit Jahren mangels grafischer Fähigkeiten immer und immer wieder verwendet haben, taugt einfach nicht, um eine breite Masse anzulocken. Nun haben wir einen unglaublich kreativen Designer, und da muss es einfach genutzt werden, auch Holger und Co eine Seele zu geben!

Wie seid Ihr auf Lars gekommen? Er macht ja auch 3D-Rendering für Eure neue Serie 'Rettungskreuzer Ikarus'.

Dennis Rohling: Wir hatten einige Coverzeichner durchgetestet und waren mit den teilweise wirklich arg durchwachsenen Ergebnissen nicht wirklich zufrieden. Als ich auf der hoerspiele.de mal wieder die Jonas-Cover anschaute (und mich zum wiederholten Male fragte, was das eigentlich für eine Serie ist), kam ich auf die Idee, Lars anzuschreiben. Gesagt, getan. Mit Lars ist das wie mit Michael. Jeder weiß instinktiv, was gebraucht wird, da muss man gar nicht lange rumreden. Lars liest die Scripte und dann kommt ein Cover, dass es genau trifft.

Der Hörplanet hat mit einer ersten VÖ 'Fragmente' ja ein heisses Erwachsenen-Thema aufgegriffen. Dazu eine Kinderserie und eine SciFi-Serie. Das ist eine interessante Mischung. Was passt noch ins Portfolio?

Dennis Rohling: Total. Warner hat ja auch „Harry Potter“ UND „Deep Blue Sea“ im Programm. Wir wollen keine bestimmte Gruppe ausschließlich bedienen. Bei uns soll jeder auf seine Kosten kommen. Wir suchen Stoffe nach dem Kriterium „interessant“ aus, nicht nach „programmtauglich“. Wenn die Qualität stimmt, ist das Genre nebensächlich, denke ich. „Fragmente“ hat bisher bei allen (!) Kritikern wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. Das hätten wir nicht gedacht. Wir haben natürlich schon mit den Quotenquenglern gerechnet, die es natürlich nicht verstehen und schlecht finden. Aber die sind ausgeblieben. Zum Schluss wurde diese Produktion, die wir eigentlich nur gemacht haben, um nicht bis Mai vollkommen untätig rumzusitzen, zu einem wirklich erstklassigen Aushängeschild in Sachen „Qualitätsmaßstab“. Mit „Fragmente“ haben wir ausgedrückt „DAS sind wir. Beurteilt uns nicht nach den FerkelRecords-Werken!“. Es hat geklappt.

Du bist sehr umtriebig in Foren und fast immer per Email erreichbar. Was bedeutet diese Fan-Nähe für Dich und Dein Label Hörplanet.

Dennis Rohling: Segen und Fluch, wie uns mittlerweile klar ist. Auf der einen Seite denke ich, soll man die Möglichkeiten des Internet nutzen, so weit es geht. Auf der anderen Seite bröckelt dadurch bei einigen der scheinbar nur durch Abstand gewährleistete Respekt vor den Leistungen. Viel Fankontakt macht einen irgendwann selber zu einem Kumpel, und nicht mehr zu einem ernstnehmbaren Produzenten. Man kann das schön erkennen, wenn man mal Produzenten-Teams, die sich niemals direkt an die Fans wenden, mit denen vergleicht, die jeden Tag in den Foren Rede und Antwort stehen.

Hast Du noch Fragen an mich?

Dennis Rohling: Wie fühlt man sich, wenn der eigene Arschkartenpreis zum Liebling der Nation wird? ;-)

Vorsicht, das hört sich ja so an, als hätte ich damals den Award instrumentalisiert, um Dir/Euch einen reinzuwürgen. Dabei habe ich Euch damals gar nicht gewählt. Sehen muss man, dass es in 2002 noch etliche Gurken gegeben hat, für jede Kategorie eine.
Ich denke, dass es zum Teil auch Eurer positiven Kanalisation zu verdanken ist, dass es nur noch eine Hörspiel-Award-Gurke gibt. Eine Zusammenfassende für Alles.
Und was unseren 'Liebling der Nation' betrifft, so bin ich durchaus zufrieden, dass aus unserem Taufpaten (den Award vergeben ja zahlreiche Hörspielseiten) eine großer, hübscher und vor allem intelligenter Bursche geworden ist. Es hätte uns durchaus schlimmer treffen können.

Ich danke Dir für das Interview

Dennis Rohling: Nicht dafür! Gern' geschehen!

 


Dennis Rohling

Geboren: 1979

Beginn Theaterlehre: 1996

...

unregelmäßige Schauspielengagements

 

 


Holger, die Hörspielgurke
Die offizielle Website www.hoerspielgurke.de

in Kooperation mit

Hörplanet


Besucht auch die Seiten des "Namensgebers" - www.hoerspiel-award.de

Hörspiel-Award


Redaktion: Dennis Rohling


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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