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Wann haben Sie in Sachen Synchron
angefangen? Wie ist es dazu gekommen?
Manfred Lehmann: Vor 30 Jahren habe ich angefangen, den
3. Indianer bei Winnetou synchronisiert. War eine kurze Rolle,
da er gleich zu Beginn vom Pferd gefallen ist. Der Durchbruch
kam mit Kurt Russell, dem ich zum ersten mal in der Klapperschlange
meine Stimme geliehen habe - und dann war Bruce Willis frei...
Was sagen sie zum Thema "Familie im Synchrongeschäft"?
Ist außer Ihnen noch jemand im Geschäft?
Meine Tochter macht Synchron (Serie "Dawsons Creek",
Mehrteiler "Cleopatra", usw.). Mein Schwiegersohn auch.
Dessen Bruder synchronisiert Leonardo di Caprio. Natürlich
ist meine Tochter durch mich da rein gekommen. Sie war immer mit
dabei und wenn kleine Kinder gesucht wurden, passte es, gleich
die Kleine vom Sprecher zu besetzen. Bewiesen hat sie sich allerdings
alleine, sonst würde sie sich in diesem Job keine 10 Jahre
behaupten.
Sie werden öfter als "Rau(h?)bein im Synchrongeschäft"
gesehen, wie ist es zu diesem Eindruck kommen? Bestätigen
sie das oder entkräftigen sie das eher?
Was heißt denn rauh? Ich spreche immer die Helden.
Wird es neben Cotton demnächst noch andere Aufnahmen
mit ihnen geben? Wie wäre es mit Hörspielen?
Ja, habe davon gehört, dass er in einer Hörspielserie
mitmacht. Ich habe demletzt in einem WDR-Hörspiel mitgespielt,
sonst füllt mich Jerry Cotton ganz gut aus.
Wie ist die Arbeit in Sachen Cotton? Macht es Ihnen Spaß?
Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als Berge von
Seiten zu lesen und danach so viel Kohle dafür zu bekommen.
Das mit der Kohle ist ein Scherz, das mit den Seiten nicht...
Gibt oder gab es Personen, mit denen Sie nicht gerne zusammenarbeiten
oder -gearbeitet haben?
Nein, gibt es nicht. Synchronisieren ist mein Job, damit verdiene
ich mein Geld - also muß ich mit allen Leuten auskommen.
Spricht man Sie schon mal in der Öffentlichkeit an? Wenn
ja, eher wegen Ihrer Schauspieltätigkeit oder ihrer Stimme?
Ja, ab und zu. Meistens wegen der Stimme, wobei die Menschen
sie nie wirklich zuordnen können, sondern sie ihnen einfach
bekannt vorkommt ("Ihre Stimme, die kenne ich doch").
Welche Pläne haben sie für die Zukunft?
Die Zukunft ist Jetzt.
Wenn sie jetzt in Rente gehen würde, welches Fazit würden
sie ziehen?
Ich bin 20, da denkt man nicht ans Aufhören.
Man hat sie ja jetzt wieder häufiger im TV gesehen -
sieht man sie demnächst wieder häufiger dort?
Zur Zeit spiele ich in einem Kinder- und Jugendfilm mit, der
an Weihnachten im ZDF ausgestrahlt wird. Davor habe ich in vielen
Movies der Privaten mitgewirkt. Wann die ausgestrahlt werden,
weiß ich nicht - ich schau mir meine Arbeit eigentlich nie
an.
Wie stark identifizieren sie sich mit der Rolle, die sie synchronisieren?
Als Beispiel: Bruce Willis.
Überhaupt nicht. Ich versetze mich hier in eine Rolle, damit
ein Hollywoodstar deutsch sprechen kann. Und zwar so, dass das
Gesagte zum Bild paßt. Das ist alles.
Gibt es Szenen, die Ihnen nachhaltig in Erinnerung geblieben
sind? Emotional (beispielsweise "The Sixth Sense")?
Keine. Ich konzentriere mich auf die einzelnen Szenen und arbeite
den Film Einstellung für Einstellung ab. Danach habe ich
wider alles vergessen.
Gab es schon Filme / Szenen, bei denen Sie gesagt haben: "Das
reicht - sowas synchronisiere ich nicht?"
Ich spreche/synchronisiere keine Pornos.
Wenn Sie in Hörspielen mitagierten, welches Genre, welcher
Typ wäre Ihnen am liebsten? Science Fiction? Krimi? Horror?
Science Fiction habe ich noch nie gemacht. Ich denke, für
das Genre "Krimi" am geeignetsten zu sein.
Gibt es eine Szene, bei der Sie sich einmal völlig verhaspelt
haben? Oder ein Zitat, daß zu Lachkrämpfen führte?
Lieber CHRIzzz - siehe hier Hidden Track am Ende der CD Folge
4....
So, und nun kauft mal alle Jerry Cotton, damit der endlich in
Urlaub gehen kann...
Danke für das Interview!
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