Special: Zauberkoch
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"Konrad Halver" -Special

   Konrad Halver
   (Interview)

Interview mit Produzent und Hörspielmacher Konrad Halver (19.02.2005)

Heute habe ich ein ganz besonderes Schmankerl, denn es ist mir gelungen, den nach Pierre Brice wohl bekanntesten Winnetou zu interviewen: Konrad Halver.

Konrad Halver: Bin nur der Meistgehörte, Du Nase!

Hallo Konrad!

Konrad Halver: Hi, Horst!

Du blickst nun schon auf etliche Jahrzehnte deines Schaffens zurück und kannst sicherlich mit Stolz sagen, dass Du schon fast alles gesprochen hast. Vom Märchen bis hin zum KZ-Drama gibt es fast nichts, was Dir noch nicht über die Lippen gekommen ist. Und doch stelle ich mir gerade die Frage, gibt es eine Figur, die Dich besonders reizen würde, ihr deine Stimme zu verleihen?

Konrad Halver: Nachdem ich kürzlich beim Synchron US-Präsident George Walker Bush gesprochen habe, früher auch schon mal Mick Jagger meine Stimme lieh, neulich bei einem Frankenstein-Erotik-Streifen, dessen Faktotum Igor sprach, fehlt mir in meiner Sammlung nur noch Jesus – ich arbeite dran.

Als Du damals von der Bühne zum Hörspiel kamst und Du dich dann auch mit der Regie umgabst, was hat Dich dazu gebracht, Karl May Hörspiele ins Leben zu rufen?

Konrad Halver: Ich glaube, das war der Vertriebschef von Miller International, Herr Neumann, der gute Ideen hatte. Um Geld zu sparen, posierte er sogar fürs Cover auf närrischen Stimmungsplatten. Von dem kam auch die Idee, für „Hui Buh, das Schlossgespenst“ Hans Clarin zu holen, der damals durch Pumuckl und den kieksigen Kookie-Synchron bekannt war. – Aber natürlich hatte ich selbst auch ne Riesenlust, Karl May zu machen!

Apropos Bühne, eine sichere Quelle hat mir verraten, Du hättest sogar einmal Benjamin Blümchen auf der Bühne gespielt. Stimmt das wirklich?

Konrad Halver: Eine sichere Quelle? Das war sicher der Brunnen vor dem Tore. Ich war der einzige Benjamin Blümchen, der je das Bühnenlicht erblickte. Vor 20 Jahren am St. Pauli-Theater in Hamburg. Alle warn sie da, auch die Autorin Elfie Donelli. Tolle Premiere. Riesenerfolg. Später trat ich nur noch in Kirchen auf und in der Oper. Fernsehen und Kino lagen mir zu Füßen. Zuletzt gab ich Lotto King Karl’s Hundeführer Zimbo in „Der letzte Lude“. Von nun an ging’s bergab.

Du hast bei deiner Arbeit Gott und die Welt kennen gelernt. Wie war die Arbeit mit Hans Paetsch, dem Märchenprinzen?

Konrad Halver: Der Märchenprinz war ich, Du Depp, Paetsch der Erzähler! Eine echte Legende! Mit dem hatte ich als Schauspielschüler schon im Thalia Theater auf der Bühne gestanden.

Hast Du noch immer Kontakt zu den alten Kollegen aus den Europa-Tagen?

Konrad Halver: Jojo. Manche ziehen ja weg, sind ausgewandert oder so.

Als Du damals das erste Dracula Hörspiel für Europa gemacht hast, warum wurde dabei das Ende der Geschichte so verfremdet?

Konrad Halver: Weil ich den tollen Film „Tanz der Vampire“ von Polanski gesehen hatte, da musste ich den Schluß einfach so machen!

Hast Du eine Lieblingspartnerin im Hörspiel?

Konrad Halver: Reinhilt Schneider und meine Frau Sibylle. Beide leben ganz in meiner Nähe.

Welcher Old Shatterhand war für Dich dein bester Partner? Michael Poelchau, Heinz Trixner oder Joshy Peters?

Konrad Halver: Alle drei waren geil, sonst hätt ich sie nicht genommen!

Schade, daß Du im zweiten Teil von Satan und Ischariot nicht mehr dabei warst. Gab es Differenzen mit der Produzentin?

Konrad Halver: Iwo, die Frau war der Mega-Burner! Manchmal hat sie n bischen viel geburnt, sodaß von meiner Regie kaum noch was übrig blieb.

In einem anderen Interview habe ich gelesen, daß Du für Kalle Geisendorf eine Rolle in einer Horrorgeschichte eingesprochen hast. Wird der Rest der Welt dieses Hörspiel einmal zu hören bekommen?

Konrad Halver: Musst Du Kalle fragen, ob er das Ding nicht mal auf seine website stellt braintone@web.de Mein Blutsbruder Kalle, der immer mit neuen Ideen für Überraschungen sorgt, hat von VAMPIRA ein sehr hübsches, bluttriefendes Demo produziert, mit Marion Hilgers-von Stengel (alias Lara Croft, alias Vampira), Gisela Trowe, Henry König, Casapietra und Sascha Draeger, dem Taxifahrer, der von der völlig losgelösten Vampira beim Autofahren gebissen wird. Vorher kneift sie ihm aber noch in die Eier. Das gibt n Verkehrsunfall, bei dem der schöne Sascha stirbt. - Hab ich auch ne Rolle gesprochen??

Welche Hörspiele reizen Dich sowohl als Hörer, als auch als Sprecher mehr, actionreiche Kost a la` John Sinclair oder eher ruhigere Stücke wie zum Beispiel Henning Mankel Krimis?

Konrad Halver: Gelobt sei, was hart macht, sagt Nietzsche, und Recht hat er. Ich bin aber auch ein grenzenloser Romantiker...

Du sprichst immer davon, daß Du ein neues Label gründest, gibt es dafür schon einen Namen?

Konrad Halver: Natürlich, sie werden „konradhalverrecords“ heißen. Aber erstmal, Meschurs, kommt jetzt zur Audiobookmesse in Köln im März 2005 BLUTRACHE von Karl May raus! Bei meinem alten Freund und Kupferstecher Carsten Hermann von Maritim. Als DoppelCD. Das Überraschungsei aus dem wilden Kurdistan. Ich spreche Kara Ben Nemsi, den Indiana-Jones vom Tigris, der erzählt seine Abenteuer und über gute & böse Scheiks, Kriegsminister, Hadschi Halef Omar, schwule Gouverneure und heiße Bräute – alles was mir vor die Flinte kam, hab ich als Rollen gesprochen. Die Musik ist geil: Wir haben zwei Araber, Ali aus Eppendorf und Hossam aus Lüneburg, die in Hamburg in einer Band Orient-Jazz machen, aufgenommen, Du verstehst, und das haben wir mit Beats von unseren Jungs Jan Hinz, Marko Bachmann und Benny Alvers gemixt, total cool. Zu dem Ethno-Mix bringen wir von der Mucke noch ne Hip Hop-Version raus! Geht gut ab die Sache.

Wie gefällt Dir die Wiedergeburt der Hörspiele und daß immer neue Label aus dem Boden schießen?

Konrad Halver: Find ich toll! Hoffentlich ist viel Schönes dabei.

Viele Independent-Label arbeiten mit kleinem Budget und unbekannten Sprechern, welche Tipps würde ihnen eine Hörspiel-Ikone wie Du geben?

Konrad Halver:
1.) Die Idee und das Skript sind die Hauptsache. Wenn das stimmt, ist es schon die halbe Miete!
2.) Ihr braucht keine Stars, macht Euch selbst welche! Nehmt die Leute, die Ihr gut findet!
3.) Laßt Euch inspirieren von Euren Lieblingswerken!

Bei Ferkel Records entsteht mit Dir ein Jekyll & Hyde Stück, der Humor der Ferkel ist ja allseits bekannt, wie kommst Du damit zu recht?

Konrad Halver: Gut komm ich damit zu recht, weil die Jungs echt witzig sind und wir viel zusammen lachen! Raufbrüder, Saufbrüder. Jekyll und Hyde. Bonnie und Clyde. Fair und hilfsbereit. Soweit ich konnte, hab ich sie unterstützt, und z. B. bei Hyde & Jekyll (so heißt das jüngste Ferkel) tu ich es noch, bis die letzte Klappe fällt und das Riesen-Ding dann im Sommer irgendwann fertig ist!

Bei Pandoras Play liest man immer wieder den Namen Konrad Halver, von der Kleinstrolle bis zur Regie. Bahnt sich da etwas Größeres an?

Konrad Halver: Ich habe vor, in nächster Zeit viel zu produzieren. In welchem Umfange ich mit Pandoras Play zusammenarbeite, zeigt sich noch.

Ich bedanke mich für dieses Interview und hoffe noch viel von Dir zu hören.

Konrad Halver: Hat mich gefreut, wenn ich mich nicht irre.


 

Konrad Halver ist einer der beliebtesten Hörspielmacher hierzulande.
www.konradhalver.de

Seine Biografie findest Du hier!


Die Interviewfragen stammen von Horst Kurth und wurden per Mail gestellt und ebenso beantwortet.
Horst Kurth ist Inhaber der Hörfabrik


 

 

 

 

 

 

 

 


Sein Benjamin Blümchen-Engagement

Fotos in kompletter Größe

 

 


in Kooperation mit
Horst Kurth
www.hoerfabrik.de

... und vielen, vielen anderen Beteiligten!


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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