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Wenn man an Leipzig denkt, fällt einem meist Auerbachs
Keller, die schummrig urige Kneipe aus Goethes Faust I ein in
der Dr. Faustus und Mephistopheles das ein oder andere Bierchen
mit den Einheimischen zischten. Aber Leipzig hat weit mehr zu
bieten als diesen immer noch existierenden geschichtsträchtigen
Ort. Seit nun mehr 4 Jahren gibt es als Ergänzung zur etablierten
Frankfurter Buchmesse die Leipziger Buchmesse, die seit 3 Jahren
auch ausgesprochen viel für den Bereich Hörbuch tut.
Unter dem Motto "Ganz Ohr" findet man in Leipzig einen
eigenen Bereich im Messechaos, in dem sich der interessierte
Besucher in aller Ruhe mit Hörbüchern befassen und
über die neuesten Produkte der einzelnen Verlage informieren
kann. In diesem Jahr war nun erstmals auch LPL records als Aussteller
in Leipzig mit dabei. Für LPL war dies auch die erste Messe
als Aussteller und Verlag überhaupt. Ich selbst besuche
die Leipziger Messe als Besucher seit 2001 und habe dort schon
so einige sehr nette Kontakte knüpfen können. Die
Atmosphäre ist gegenüber der Frankfurter Messe um
einiges lockerer. Das liegt wohl auch daran, dass Leipzig die
Buchmesse enorm subventioniert und somit die Messestände
und Cafés einfach viel größer und gemütlicher
sind. Außerdem gibt es auch eine gut sortierte Hörbuchhandlung,
in der man auch die Produkte von LPL records gleich vor Ort
kaufen konnte. Der größte Unterschied liegt aber
wohl darin, dass es in Leipzig keine Händlertage gibt an
denen die normal sterblichen Besucher ausgeschlossen sind. Von
Donnerstag bis Sonntag steht das Messegelände allen Interessierten
offen. Das Rahmenprogramm kann sich außerdem wirklich
sehen lassen: Zwischen mehr als 700 Veranstaltungen darf sich
der Leipzig-Besucher, pendelnd zwischen Stadtbibliothek, Gewandhaus
oder Alter Handelsbörse, in diesen Tagen entscheiden. In
der Messe traten, nur allein im Hörbuch-Forum, u. a. Dietmar
Mues mit einer Lesung aus Der Graf von Monte Christo, Christian
Brückner mit einer Lesung aus seinem Verlag Parlando und
Harry Rowohlt (der spitzbübische Clochard aus der Lindenstrasse)
mit Texten aus seinen eigenen Übersetzungen auf. Diese
Lesungen dauern in etwa eine Stunde und sind äußerst
unterhaltsam und oftmals kolossal schaurig und lustig zugleich.
Als Besucher sollte man sich vorab einen kleinen Veranstaltungskalender
besorgen (www.leipziger-messe.de) und etwas mit diesem vorab
planen, damit man seine Lieblinge nicht verpasst. Mann kann
sich auf der Messe mit den neuesten Hörproben und Katalogen
der Verlage eindecken und vor allem kann man eines: Man hat
bei jedem guten Verlag einen kompetenten Ansprechpartner direkt
an der Hand, der über alle Neuigkeiten und die Pläne
für das kommende Jahr direkt und persönlich Auskunft
geben kann. Alleine ich habe mit der wunderbaren Hilfe meiner
Freundin ca. 150 Gespräche mit Presse, Kunden, Händlern
und Fans geführt. Dies hat mir unglaublich viel Spaß
gemacht, so dass ich dieses Jahr auch auf der Frankfurter Buchmesse
und 2004 wieder in Leipzig sein werde. Der direkte Kontakt zum
Kunden ist mir sehr wichtig und die Kosten für einen Messestand
mehr als Wert.
Leipzig scheint aber auch sehr nahe am Schlund
der Hölle zu liegen, da jeden Morgen ein furchtbares Monster,
das wie der Tod persönlich aussah, auftauchte und die Messebesucher
mit dem Logo von LPL records auf der Brust erschrecken wollte.
Ich konnte zwei Fotos von dem Monster machen … ;-) Das
hat aber weder das Fernsehen noch die Kids (welche ja eigentlich
nicht unsere Zielgruppe sind) davon abgehalten unserem Stand
einen Besuch abzustatten.
Die Stadt selbst ist auf jeden Fall einen ausgiebigen
Besuch wert. Alleine schon wegen der wirklich ausgesprochen
netten Menschen sollte man sich diese Stadt mal anschauen. Durchweg
jeder, den wir getroffen haben, war freundlich und ausgesprochen
hilfsbereit. Mein Tipp: Fangt mit dem Taxi-Fahrer (falls ihr
mal ein Taxi braucht) einen kleinen Plausch an. Ihr bekommt
dann in 10 Minuten die Geschichte Leipzigs in einem sehr gut
zu ertragenden Sächsisch erzählt und könnt von
den Geschichten noch monatelang zehren. Auch halten sich die
Hotelpreise auf einem sehr günstigen Niveau. Wenn man früh
genug bucht, bekommt man ein schönes Zimmer für 2
Personen schon für ca. 55 EUR (bitte immer ohne Frühstück
– da dies ca. 12 EUR pro Person und Tag extra kostet)
die Nacht. Meine Freundin und ich waren so begeistert von der
Stadt, dass wir in ein paar Monaten auch mal privat dorthin
zurückkehren werden, um ein paar Tage Kurzurlaub zu machen.
Leipzig ist definitiv eine Reise wert!
Die Leipziger Buchmesse verzeichnete dieses
Jahr einen bisherigen Besucherrekord von 88.000 Menschen in
den 4 Tagen. Nach Frankfurt zur Buchmesse kamen allerdings im
Herbst 2002 ca. 300.000 Besucher in 6 Tagen. Leipzig ist auf
jeden Fall entspannter! Da kann man verstehen, dass die Verleger
in Leipzig auch eine angenehme tolle Zeit haben und etwas besser
drauf sind. Also, kommt alle im März 2004 nach Leipzig
und/oder besucht uns auch in Frankfurt am Main im Oktober 2003.
Ich freue mich sehr über euren Besuch und jede noch so
simple Frage. Und für alle, die uns schon besucht haben:
Auf ein baldiges Wiedersehen am Schlund der Hölle in Leipzig
… :-) Lars
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