Special: Zauberkoch
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"LPL" -Special

   Lars Peter Lueg
   (Interview)

Interview mit Lars Peter Lueg (16.12.2003)

2003 war für das relativ junge Label LPL records ein Volltreffer. Nicht nur, dass ihr euch mit euren Lesungen einen sehr guten Ruf erworben habt (nicht nur innerhalb der Hörspiel-, sondern u. a. auch in der Gothic-Szene), nein, ihr gewinnt auch noch den Deutschen Phantastik Preis 2003 in der Kategorie ›Bestes Hörbuch/Hörspiel‹. Hättest Du Dir das beim Veröffentlichen eures Erstlings vorstellen können?

Lars: Mit einem gewissen Erfolg habe ich natürlich gerechnet. Sonst sollte man wohl auch nicht so eine Menge Geld in ein neues Unternehmen stecken! Dieses Jahr lief aber wirklich alles ausgesprochen gut. Gerade über den Preis für ›Das Beste Hörbuch/Hörspiel des Jahres‹ haben sich alle Beteiligten sehr gefreut, da es ein Publikumspreis ist und über 3.300 Stimmen abgegeben wurden. Es war aber auch ein verdammt hartes Jahr mit sehr viel Arbeit. Der Erfolg ist hart erkämpft. Ich muss mich vor allem bei meiner Freundin bedanken, die mir immer auf den Buchmessen zur Seite steht.

Hörbuch oder Hörspiel - oder beides? Wie steht ihr zu den Beiden? Habt ihr bereits mal mit der Produktion eines HörSPIELs geliebäugelt oder setzt ihr voll und ganz auf Lesungen?

Lars: Ich liebe sowohl Lesungen als auch Hörspiele. Rein finanziell ist die Produktion von hochwertigen Hörspielen für LPL auch in 2004 noch nicht realisierbar. Wir setzen weiterhin auf super Sprecher und eine hochwertige literarische Vorlage, die sich gut als Hörbuch umsetzen lässt. Ich habe schon einige Partner mit denen ich über Hörspielproduktionen nachdenke. Vielleicht kommt 2005 eine neue Hörspielreihe von LPL, die Deutschland erbeben lässt. ;-)

Lovecraft, Necroscope, Gruselmärchen - LPL records macht im Bereich »Horror-/Grusel-/Phantastik-Lesungen« derzeit wohl keiner was vor. Ist dieser Bereich euer Steckenpferd oder plant ihr auch Lesungen in anderen Bereichen?

Lars: Ich werde mein Verlagsprogramm über die Jahre ein wenig ausweiten. Es wird aber alles unter dem Motto »Gänsehaut für die Ohren« stehen. Was noch so kommen wird, ist aber leider wie immer »Top Secret«.

Welche Produktionen sind derzeit in Produktion? Kann man auf den nächsten »Necroscope«-Teil hoffen?

Lars: Für alle Fans von Necroscope hier nun die lang erwartete Nachricht: »Necroscope 2 – Vampirblut« kommt Mitte des Jahres 04 als nächste große Produktion von uns auf den Markt. Die Aufnahmen werden nach meiner Planung Anfang März stattfinden. Ich bin froh, dass es jetzt endlich weiter geht!

Mit den beiden Lovecraft-Themen »Der Cthulhu Mythos« und »Der Schatten über Innsmouth« habt ihr zwei Klassiker des modernen Horrors im Programm. Könntet ihr euch auch noch andere Klassiker vorstellen, die in diese Richtung gehen? Wären Edgar Allan Poe, Gaston Leroux & Co. interessant?

Lars: Da ich die »Weltklassiker des Grauens« als Hörbücher veröffentliche, kommen alle großen Autoren des Horror-Genres für eine Hörbuch-Produktion in Frage. Nach meinem persönlichen Geschmack finde ich es aber immer noch ein wenig spannender, wenn noch ein wenig Fleisch an den Knochen der noch lebenden oder leider schon verstorbenen Autoren ist. Ideen sollten frisch sein …

Auf was kann man sich im nächsten Jahr freuen?

Lars: Da kommt einiges auf euch zu. Es wird zwei Veröffentlichungen pro Halbjahr geben. Außerdem gibt es noch ein paar Pläne außer der Reihe, die auch sehr interessant werden sollten. Aber wie immer: Die Konkurrenz ließt mit! J

II: Über Lars Peter Lueg:

Lars Peter Lueg präsentiert sich gern düster. Bist Du das? Bist Du wirklich »Der Finstere«?

Lars: Ich bin eigentlich ein sehr sympathischer netter Mensch aber auch ein ziemlich harter Geschäftsmann. Ich habe eine tiefe dunkle Seite, die ich in meinem Beruf mit der Arbeit an Horror-Literatur sehr schön ausleben kann. Dennoch sollte man nicht alles was man liest allzu ernst nehmen. Vieles ist etwas humorvoll angelegt. Man sollte Medien immer hinterfragen und mich mal auf einer der Buchmessen kennen lernen. Dafür sind sie ja da.

Lässt Dein selbst erschaffenes Image Rückschlüsse auf Deinen Musikgeschmack zu? ;)

Lars: Ich höre gerne Musik wie Rammstein, Manowar und Co. . Aber hauptsächlich bin ich doch dem deutschen Rock verbunden.

Du scheinst einen ausgesprochen und sehr guten Hang zu Lovecraft zu haben. Gibt es neben ihm denn noch andere (Horror-/Fantasy-)Autoren, die Du gern liest und/oder gern inszenieren würdest?

Lars: Da gibt es noch so einige Autoren, die sogar demnächst von mir verbraten werden. Alle voran halte ich Brian Lumley für die Joanne K. Rowling des Horrors.

Wo siehst Du in der heutigen Zeit den Bereich »Horror« angesiedelt, oder wie siehst Du die Entwicklung dieses Genres? Klar ist, dass Horror an sich immer eine sehr große Anziehungskraft hat - das fängt bei den Kleinen an und ist bei den Großen [nein, nicht bei den Großen Alten ;)] ebenfalls so.

Lars: Bei den großen Verlagen ist Horror nur das stiefmütterlich behandelte Kind. Auch viele gute Filme finden im Kino keinen Verleih und müssen dann hoffen über die Videotheken genug Umsatz zu machen. Wir alle müssen immer noch sehr viel tun, damit Horror nicht nur eine Unterkategorie von »Science Fiction & Fantasy« bleibt.

Gibt es eine Person, die Du als Idol bezeichnen könntest?

Lars: Leider fällt mir nach 10minütiger Überlegung keine Person ein, der ich nacheifern möchte. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

Ein paar persönliche Infos zur Person, bitte. Wenn Lars Peter Lueg nicht gerade dafür sorgt, das sich die Hörer bald wieder angenehm gruseln können, was...

(a) sieht er dann für Filme?

Lars: The Ring, Cube, The Cypher, Matrix I+II, Resident Evil, Die Mumie I+II

(b) hört er für Musik?

Lars: Die Ärzte, Dick Brave, Rammstein

(c) liest er?

Lars: Meist Bücher über Marketing, Werbung und Unternehmensführung.

III: Mythos Lovecraft:

Woran, glaubst Du, liegt es, dass Howard Phillips Lovecraft in der heutigen Zeit immer noch eine solche Faszination mit seinen literarischen Werken ausübt?

Lars: Ich glaube, dass Lovecraft gerade wegen seiner abstrusen Lebensgeschichte, die Leser fasziniert. Außerdem sind seine Texte allesamt im absoluten Reinzustand zu lesen, da nie ein Lektor oder Verleger daran rumwerkeln konnte. Nach seinem Tod wird jedenfalls bei LPL alles frisch übersetzt, ungekürzt und unzensiert veröffentlicht.

Gibt es Elemente aus den Geschichten, über die Du nachdenkst, die Dich zum Grübeln anregen? Lovecrafts Schreckensvorstellungen liegen ja Niveau mäßig deutlich höher als heutiger Horror in Form von Schlitz-Hack-Reiß-Splatter.

Lars: Viele Elemente trafen mich beim Lesen von Lovecrafts Geschichten erst Wochen nach dem Lesen. Mitten in der Nacht kamen plötzlich wieder die Gedanken an die Fischmonster und Cthulhu auf. Das war extrem beunruhigend!

Worin siehst Du die unglaubliche Beliebtheit des »Cthulhu-Mythos« begründet? Neben literarischen Zulieferern dieses Mythos gab und gibt es immer wieder Elemente, die genau auf diese Gestalt, diesen »Großen Alten«, Bezug nehmen, sei es im musikalischen Bereich, sei es im Bereich der PC-Spiele?

Lars: Lovecraft hat mit Cthulhu und seinen anderen Figuren völlig neue Charaktere erschaffen, die es bis dato nicht gab. Genau wir J. R. Tolkien hat er viele Leute beeinflusst, da diese einige Figuren, Länder oder Rassen plötzlich als geschichtlich überliefert ansahen. Ähnlich ist das mit Cthulhu, den Großen Alten und dem Necronomicon.

Mitbegründer der modernen Horrorliteratur - diesen Titel sagt man Lovecraft immer wieder nach. Als was siehst Du die Werke Lovecrafts an?

Lars: Es gibt wohl keinen anderen Autor, der so viele aktuelle Grusel- und Horrorfilmmacher beeinflusst hat wie Lovecraft. Seine Elemente finden sich nahezu überall wieder. Meine schlimmsten Alpträume habe ich ihm zu verdanken. Auch ich werde mich diesem Einfluss nie wieder entziehen können. Das ist erschreckend!

Lesung oder Hörspiel? Die Nachfrage an Lesungen nahm im Laufe der letzten Jahre ungeheuer zu, dennoch gibt es gerade unter Hörspielfans immer wieder Unmutsbekundungen, wenn ein Stoff »nur« gelesen wird. Aber: Lovecraft als Hörspiel? Hätte das funktioniert? Hätte man in diesem Fall überhaupt Lovecrafts Stil, seinen Satzbau etc. angemessen transportieren können? Oder anders gefragt: Gänzlich ab der organisatorischen und finanziellen Aspekte: Hättest Du »Cthulhu« und »Innsmouth« als Hörspiel produzieren wollen, hättest Du alle Mittel zur Verfügung gehabt?

Lars: Ich werde keine Lovecraft-Story als Hörspiel produzieren und halte das auch nicht für gut realisierbar, da die Angst, welche Lovecraft aufbaut, auf der eigenen Phantasie beruht. Ganz einfach kann man sagen, dass ein Mensch ohne eigene große Vorstellungskraft von Lovecrafts Geschichten nicht sonderlich berührt sein wird und jemand, der sich so einiges vorstellen kann tiefer in seiner Angst getroffen wird als jemals zuvor. Der Film ›Dagon‹ hat es als einziger Film geschafft dem Lovecraftschen Grauen gerecht zu werden. Ich finde jedoch, dass ich HPL mit Hörbüchern noch bedeutendere Denkmäler schaffen kann.

Mit »H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens« habt ihr eine mehrteilige Quasi-Serie im Programm, die auf den Büchern des FESTA-Verlages basieren. Kann man auf mehr vom Meister hoffen?

Lars: Die Reihe wird weiter in dieser Qualität fortgesetzt! Der dritte Teil erscheint zeitgleich mit »Necroscope 2«.

 

Lars Peter Lueg

geboren am 05.10.1974
Sternzeichen Waage
im Jahr des Tigers

1990-1991
Freier Mitarbeiter der Jugendsendung Radio Unfrisiert - Hessischer Rundfunk

1993-1996
Gitarrist und Tourmanager der Gruppe ZMIRNOFF

1996-1998
Gesellschafter von Kawumm! Musikproduktion

1998-2002
Inhaber von
LPL PRODUCTIONS

1999-2000
Selbstständiger Künstlermanager

2001-2002
Gesellschafter von POPSTARCASTING.COM

seit 2002
Inhaber von LPL records - Tonträgerfirma & Hörbuchverlag


Das Interview wurde per Email geführt und ebenso beantwortet.

 

 


LPL records
Die offizielle Website www.lpl.de


Redaktion: Lars Peter Lueg


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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