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"LPL" -Special

   Lars Peter Lueg
   (Interview)

Interview mit Lars Peter Lueg (06.04.2005)

Hallo Lars, vielen Dank, dass Du uns für dieses Interview zur Verfügung stehst.

Lars: Sehr gerne, keine Ursache.

Langsam nähert sich LPL records seinem dritten Geburtstag und Du kannst nunmehr auf aktuell 13 Veröffentlichungen im Hörbuch-Bereich zurück blicken.
Noch in diesem Jahr wirst Du auch im Hörspiel-Bereich aktiv.
Inwiefern unterscheiden sich Hörbücher und Hörspiele im Produktionsaufwand?

Lars: Da gibt es einige Unterschiede. Ein Hörbuch ist von der Produktion weitaus weniger aufwendig. Nimm alleine den Kostenfaktor. Je nach Art kann man es schon mit einem Verhältnis von 1:5 oder 1:6 beziffern. Ein spezielles Beispiel: Alleine der Tontechniker hat einen enormen Aufwand bei Hörspielen im Vergleich zu Hörbüchern. Sounds müssen kreiert, eingekauft und eingespielt werden. Heute werden Hörspiele schon so gemischt, dass Sie später auch nochmals in 5.1 aufbereitet werden können. Das kostet!

Wie lange ist die Vorlaufzeit?

Lars: Das hängt auch von verschiedenen Faktoren ab und möglicherweise haben andere Leute auch andere Erfahrungswerte. Bei mir liegt die Vorbereitungszeit für ein Hörbuch bei circa einem Jahr. Das resultiert aus den Faktoren, dass ich die Bücher selber lese, dann einen Wunschkandidaten als Sprecher habe, derjenige oder diejenige muss dann auch Interesse und Zeit haben, um sich auch entsprechend vorbereiten zu können. Des Weiteren tritt man mit dem publizierenden Verlag in Kontakt. Ist der Autor dann auch – wie zum Beispiel im Falle von Brian Lumley – Engländer, musst Du auch noch Kontakt mit dem Autor aufnehmen. Brian Lumley ist sehr nett, aber er hat auch sehr gute Agenten, wenn Du verstehst, was ich meine. ;-)

Du sprachst von Deinen Wunschkandidaten. Was kannst Du uns zu den Sprechern sagen?

Lars: Es macht wirklich sehr viel Spaß mit den Leuten zu arbeiten. Sie sind durch die Bank weg Profis, wie man es sich wünscht. Es kommt natürlich vor, dass die Terminkalender der einzelnen Sprecher relativ ausgebucht sind und man sie dann nicht für den gewünschten Termin buchen kann. Hinzu kommt, dass sich die Sprecher 2 bis 3 Monate auch auf eine Lesung, wie bei Necroscope vorbereiten wollen. Es geht also schon ein wenig über „Hier hast Du ein Buch. Lies es mal vor!“ hinaus.

Hast du bestimmte vorlieben, was die Geschichten betrifft?

Lars: Ganz einfach? Die Geschichte muss mir gefallen. Na ja, so einfach ist dann auch wieder nicht. Es gibt sehr viele Bücher und ich habe auch immer weniger Zeit; darüber hinaus müssen es dann auch Geschichten sein, welche zum Beispiel für Necrophobia eine ungefähre Länge von 3 bis 40 Minuten haben müssen.

Wie gestaltet sich die Arbeit bei den Aufnahmen? Bei einer Lesearbeit von 6 Stunden gibt es doch bestimmt auch Situationen, bei denen der Humor nicht zu kurz kommt, obwohl es sich um Horror-Geschichten handelt?

Lars: Klar gibt es lustige Situationen im Studio, nur habe ich diese Aufnahmen bewusst nicht gespeichert. Das hat mehrere Gründe. Zum einen möchte ich nicht die Atmosphäre einer Geschichte „zerstören“, und da passen am Ende einfach keine lustigen „Outtakes“ und was mir auch besonders wichtig ist, ist die Tatsache, dass ich wirklich großen Respekt vor der Arbeit der Sprecher habe. Wir haben hier unseren Spaß, aber das Ziel ist es, gute und gruselige Unterhaltung für die Hörer zu produzieren.

Warum gab es den Sprecherwechsel bei Necroscope?

Lars: Auch hier waren es mehrere Gründe. Joachim Kerzel ist sehr beschäftigt und genau wie die anderen Sprecher bereitet er sich sehr gründlich und uneingeschränkt professionell auf eine Rolle oder eine Lesung vor. Da er aber 2004 einfach zu viel mit Werbung, Trailern und Synchron um die Ohren hatte, konnte er damals den Auftrag nicht annehmen. Er hat mich dann freundlicherweise an seinen Kollegen und gleichaltrigen Freund Helmut Krauss vermittelt.

Wie sind die weiteren Pläne für Necroscope, Necrophobia, Lovecraft etc.?

Lars: Necroscope wird wahrscheinlich nächstes Jahr mit den Folgen 3, 4 und 5 fortgesetzt, wenn die Hörbuch-Hörer weiter fleißig kaufen. Eine Folge für das Frühjahr, den Sommer und den Herbst. Necrophobia soll (wenn möglich) in einem jährlichen Rhythmus erscheinen. Von Vampirric wird es in diesem Herbst eine Collector´s Box geben. Zurzeit überlegen wir noch, ob es dann perspektivisch wieder einzelne Folgen geben wird oder dann direkt eine Box.
Von Lovecraft wird im Herbst 2005 „Der Flüsterer im Dunkeln“ erscheinen.

Ab Herbst betrittst Du nun auch die „Bühne der Hörspiele“.
Was kannst Du uns zu der Serie sagen?

Lars: Die Serie heißt Offenbarung 23 und beschäftigt sich thematisch mit allen bekannten Verschwörungstheorien seit ... nun ja seit Menschengedenken.

Wieso Offenbarung 23?

Lars: Schlag mal in der Bibel nach ...

Wie kamst Du zu dieser Idee?

Lars: Ich habe vor einiger Zeit einen sehr interessanten Menschen kennen gelernt.
Jan Gaspard ist u. a. als Journalist und Autor tätig. Irgendwann bekam ich von dieser mysteriösen Person ein Skript für ein Hörspiel zugeschickt. Mangels Zeit lag es eine Weile in meinem Büro-Chaos, doch dann rief es mich in meinem Träumen und ich begann zu lesen. Schon nach der ersten Seite griff ich zum Telefon ... Als Hintergrund vielleicht einfach mal dem Link auf www.vertraue-niemandem.de zu www.tronland.net folgen.

Wie wird die Struktur sein?

Lars: Das Konzept sieht vor, dass wir mit 4 Folgen starten werden. Abgesehen von Folge 1 und 2, welche man als „Pilotfolge“ betrachten kann, werden die weiteren Folgen Einzelfolgen sein. Grob geplant sind 52 Folgen, bis thematisch eine Brücke zu einer Enthüllung geschlagen wurde. Danach kann es aber dennoch munter weiter gehen. Pro Jahr werden es wohl 8 Folgen als Hörspiel werden. Parallel soll jetzt auch eine Buchreihe starten, die im Verlag Lübbe erscheinen wird.

Was kannst Du uns zu den Sprechern sagen?

Lars: Es werden alle Sprecher zu hören sein, mit denen ich bereits zusammengearbeitet habe und alle Sprecher, die man sich bei dieser Thematik vorstellen kann. Hinzu kommen auch noch Stimmen, die man – zumindest in Hörspielen – noch nicht bzw. noch nicht sehr häufig gehört hat.

Einige LPL übergreifende Dinge.
Wie beurteilst Du den gegenwärtigen Markt in punkto Potential, Wachstum, Mitanbieter ?

Lars: Meiner Meinung nach ist nur das Genre „Grusel/Horror“ im Hörspiel-Sektor etwas übersättigt. Ein Wachstum in den Bereichen Hörbücher und Hörspiele ist definitiv erzielbar. Durch die Produktionen, welche immer besser werden und durch gezielte Marketing-Strategien ist noch sehr viel mehr möglich.

Wie siehst Du die „Internet-Szene“/Foren, welche sich mit den Bereichen Hörspiele und Hörbüchern primär beschäftigen?

Lars: Ganz ehrlich? Wenn es diese Szene nicht geben würde, hätte ich wahrscheinlich gar nicht mit Hörbüchern angefangen. Ich habe damals als Spartenprodukt „Gruselmärchen mit Alptraumgarantie“ produziert und teilweise bei Ebay verkauft. Nach und nach wurde das Hörbuch in den Foren besprochen, ich bekam Feedback und Anfragen und stellte fest, dass es sehr viele interessierte Leute gab. Ich selbst habe heute einfach zu wenig Zeit, mich aktiv in den Foren zu beteiligen, lese aber – so es meine Zeit erlaubt – überall mal mit. Generell kann man sagen, dass die Szene und die Hörspielfreunde sehr wichtig sind.

Wie fandest Du die Premiere der ABC und wie schätzt Du die Chancen für die nächsten Jahre ein?

Lars: Ich fand die AudioBooksCologne sehr gut. Ich habe sehr viele nette Leute getroffen und gesprochen und stellte dabei in den Gesprächen auch fest, wie interessiert die Besucher sind. Ich habe viele Anregungen und Meinungen zu meinen Produktionen erhalten. In diesem Jahr war es ja so, dass Leipzig und Köln sich überschnitten haben. Im nächsten Jahr finden die Messen um eine Woche zeitversetzt statt. Ich habe noch keine Entscheidung darüber gefällt, bei welcher Messe ich im nächsten Jahr einen Stand haben werde.

Noch ein paar Worte an die Hörspielfreunde

Lars: Zunächst viele Grüße an alle Hörspielfreunde und an alle LPL records Fans.
Ich würde mir gerne noch mehr Feedback wünschen, welches man auch ohne Probleme an mich direkt richten kann. Ich freue mich natürlich immer über Lob, aber konstruktive Kritik nehme ich sehr ernst und ist auch für mich sehr wichtig, damit man sich stetig verbessern kann. Eine Antwort von meiner Seite kann aber immer etwas dauern. Also nicht böse sein, wenn es mal nicht innerhalb von einem Tag klappt. Der Herzinfarkt wartet schon!

Vielen Dank für Deine Zeit und alles Gute für die nächsten Projekte.

Lars: Keine Ursache. Jederzeit gerne wieder.

 

Lars Peter Lueg

geboren am 05.10.1974
Sternzeichen Waage
im Jahr des Tigers

1990-1991
Freier Mitarbeiter der Jugendsendung Radio Unfrisiert - Hessischer Rundfunk

1993-1996
Gitarrist und Tourmanager der Gruppe ZMIRNOFF

1996-1998
Gesellschafter von Kawumm! Musikproduktion

1998-2002
Inhaber von
LPL PRODUCTIONS

1999-2000
Selbstständiger Künstlermanager

2001-2002
Gesellschafter von POPSTARCASTING.COM

seit 2002
Inhaber von LPL records - Tonträgerfirma & Hörbuchverlag


Das Interview wurde am Telefon geführt.

 

 


LPL records
Die offizielle Website www.lpl.de


Redaktion: Lars Peter Lueg


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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