Special: Punktown
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"Opa Dracula" -Special

   Moritz Wulf Lange
   (Interview)

Interview mit dem Autoren Moritz Wulf Lange (07.05.2003)

Herr Lange - wie ist Opa Dracula eigentlich entstanden?

Lange: Ich habe ursprünglich Hörspiel-Bearbeitungen für den Hörverlag und für die Produktionsfirma STIL geschrieben. Die Zusammenarbeit mit Herrn Bertling und Herrn Hagitte von STIL hat sehr gut geklappt. Da haben wir uns dann gesagt: Warum stellen wir nicht mal zusammen ein Projekt auf die Beine?

Und das war dann Opa Dracula?

Lange: Genau. Wir haben zu dritt den groben Rahmen festgelegt. Dann habe ich die Geschichten geschrieben, und das Ganze wurde von uns gemeinsam produziert.

Opa Dracula ist also eine Koproduktion von STIL und Lange.

Lange: Ja.

Im Hörspielbereich führen viele Autoren auch Regie. Sie selber konzentrieren sich lieber aufs Schreiben?

Lange: Wichtige Fragen der Produktion entscheiden wir gemeinsam. Ansonsten haben wir eine klare Arbeitsteilung. Außerdem: ein guter Regisseur führt die Schauspieler und holt aus ihnen die Gefühle heraus, die der Rolle entsprechen. Das könnte ich gar nicht.

Wenn man sich eine Folge so anhört, war der Aufwand, Opa Dracula zu produzieren, offensichtlich recht hoch. Aber Sie haben Opa Dracula nicht als Auftragsarbeit geschrieben?

Lange: Nein, nein. Das war wirklich, ich sag' mal, unser Ding, das wollten wir auf jeden Fall machen. Ein Risiko-Projekt, wenn Sie so wollen.

Warum macht man sowas?

Lange: Hm. Ich glaube, letztendlich haben wir Hörspiele gemacht, die wir als Kinder selber gern gehört hätten. Lebendig. Bunt. Gute Stimmen – ganz wichtig. Die müssen glaubwürdig sein.

Ein Beispiel?

Lange: Ich hatte mir zum Beispiel erst einen hageren Opa Dracula vorgestellt. Aber als dann die Figurenskizzen von Olaf Hänsel – unserem Zeichner - kamen und ich dazu die Stimme von Wolfgang Völz gehört habe – da dachte ich: ja, das ist Opa Dracula. Oder nehmen Sie die Kinder. Phantastisch! Pizzi könnte ich manchmal direkt knutschen. Oft redet sie genauso, wie ich die Stimme beim Schreiben im Kopf gehört habe. Auch ganz wichtig sind tolle Soundeffekte, wo die Phantasie mitgehen kann.

Da haben die Opa-Dracula-Hörspiele ja Einiges zu bieten…

Lange: Oh ja. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Na … zum Beispiel in der Kleopatra-Folge die Szene, in der al-Draculamses einen Sprungturm baut. Man hört, wie der Turm immer größer wird. Nur durch den Soundeffekt. Wunderbar! Sounddesign ist ein Spezialgebiet von STIL. Das geht bis zur Musik, die wird extra für jede Folge geschrieben oder besonders arrangiert.

Zum Beispiel in der Mozart-Folge?

Lange: Genau. Ich hatte ins Skript nur geschrieben, dass Mozart Klavier spielt und dann ein bißchen ausflippt, so Jerry-Lee-Lewis-mäßig. Herr Hagitte hat dann im Arrangement noch eins draufgesetzt. Als ich die Rohfassung von der "Kleinen Nachtmusik" bekommen habe, lief das bei mir in der Küche erstmal eine halbe Stunde lang rauf und runter. Auf voller Lautstärke. Meine Freundin stand unter der Dusche und hat sich gewundert, was ich auf einmal für tolle Musik höre.

Was für einen Anspruch haben Sie an die Storys?

Lange: Die Story darf nicht einfach nur witzig sein. Eine gute Story hat auch einen tieferen Sinn.

Sie meinen nicht nur die zahlreichen Anspielungen, die Sie eingebaut haben? Helmut Kohl oder Werner von Braun zum Beispiel …

Lange: Anspielungen gehören einfach dazu. Die Erwachsenen, die mithören, sollen ja auch was davon haben. Aber nehmen Sie Kleopatra: in der Geschichte wird der Größenwahn auf die Schippe genommen. Oder Napoleon: in der Folge geht es auch um die lächerlichen Seiten von Eroberern.

Ist das nicht ein ausgesprochen pädagogischer Ansatz?

Lange: Nö. Wir wollen schließlich nicht die Schule ersetzen. Aber man kann Unterhaltung total gut mit Wissen kombinieren. Vom Grundansatz her macht zum Beispiel Günter Jauch nichts anderes. Und historische Figuren bieten sich für spannende Geschichten geradezu an. Es kommt drauf an, was man daraus macht.

Stichwort Grundidee - erinnern die Opa-Dracula-Geschichten nicht ein wenig an Käpt'n Blaubär? Ein Erwachsener, Kinder, ein Verwandter … das kennt man doch?

Lange: Sicher, das kennt jeder aus seiner eigenen Familie. Aber im Ernst: Käpt'n Blaubär und Opa Dracula werden zwar beide von Wolfgang Völz gesprochen. Aber bei Opa Dracula sind die Kinder die zentralen Figuren. Sie erleben selber ein Abenteuer. Und die Geschichten ranken sich immer um eine historische Person.

Eine letzte Frage, Herr Lange. Was machen Sie, wenn Ihnen mal die Ideen ausgehen?

Lange: Ach, auf meinem Schreibtisch sitzt ein Murmeltier, aus Stoff. Das kuckt mir bei der Arbeit zu. Und wenn ich mal nicht weiter weiß, kann ich das Murmeltier fragen.

Herr Lange, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

 

Moritz Wulf Lange

1971 in Hamburg geboren; Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Geschichte; Musik- und
Theaterarbeit; seit 2001 freischaffender Autor und Produzent.


Das Interview wurde per Email von CHRIzzz angefragt und ebenso durch Moritz Wulf Lange beantwortet


 

 


Opa Dracula
Die offizielle Website www.opa-dracula.de

in Kooperation mit

Lübbe Audio


Redaktion: Simon Bertling & Moritz Wulf Lange


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Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.deGrafik by ''Lillebror''



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