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Umberto Eco: Baudolino




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Beschreibung:


1. Teil: Quod principi placuit legis habet vigorem
Der vierte Kreuzzug führt im Jahre 1204 eine plündernde und mordende Meute nach Konstantinopel. Einer, dem das Herz vom rechten Fleck noch nicht gewichen ist, rettet in der Hagia Sophia dem Geschichtsschreiber Niketas Choniates das Leben, bringt ihn in Sicherheit und beginnt zu erzählen. Es ist der 60-jährige Baudolino aus dem piemontesischen Alexandria, der - am Ende einer abenteuerlichen Lebensreise - als einzigen Identitätsnachweis ein Palimpsest bei sich trägt, eine frühe Schreibübung, die nichts anderes belegt, als dass ein genialer Lügner die Szene betreten hat, einer, der sich in die Schnittstelle aller Achsen des Hohen Mittelalters zu setzen wusste: er hatte sich zum Adoptivsohn Barbarossas hochgeschwindelt, war Schüler des großen Barbarossa-Biographen Otto von Freising geworden, durfte in Paris ein Vangantenleben führen und die höfische Liebe zur fernen Kaiserin Beatrix auskosten. Ein Wirklichkeitenerfinder und Wahr-Lügner, dessen Lebe sutopie sich bildet, indem er einem der heimlichsten Impulse des Mittelalters verfällt, der Idee vom Reich des Priesterkönigs Johannes, einem paradiesischen Irgendwo zwischen Nil, Tigris und Ganges.

2. Teil: Rex et Sacerdos
Baudolino mischt die Szene auf: Er findet während der Plünderung Mailands im Reliquiengerümpel einer Kirche die Könige aus dem Morgenland und verhilft Köln zu einem unsterblichen Schatz. Er betreibt die Heiligsprechung Karls des Großen und verschafft Barbarossa größere Legitimation. Er wird der Held seiner piemontesischen Heimat, der Frascheta, indem er geschickt im Konflikt zwischen den lombardischen Städtebünden und Barbarossa laviert und mit Hilfe der Kuh seines Vaters die Heimatstadt Alexandria, vor der Zerstörung bewahrt. Die Idee vom Reich des Priesterkönigs Johannes hat – unterstützt vom Genuss viel grünen Honigs – Gestalt gewonnen: eine jüdische Traditionslinie ließ sich mühelos damit verknüpfen, warum nicht auch der Mythos vom Gral, der kostbarsten Reliquie der Christenheit. Der Gradal (Gral) im Besitz des Priesterkönigs Johannes, der ihn Barbarossa schenken will? Baudolino schreibt einen Brief, der alle weiteren Schritte bestimmen wird. Und lädt sich eine lästige Konkurrenz auf den Hals.

3. Teil: Zosimos
Baudolino findet den Konkurrenten in Konstantinopel, einen windigen Mönch, der mit viel Hokuspokus auf die byzantinischen Machtkämpfe Einfluss nimmt, von Baudolino aber gestellt und als Geisel mitgeschleppt wird: Er soll – wenn schon nicht die genaue Landkarte besitzen – so doch wenigstens den Weg zum Reich des Priesterkönigs im Kopf haben. Zwischendurch in der Heimat, muss Baudolino in der umbenannten Stadt Caesarea seinem Vater beim Sterben beistehen und dabei erkennen, dass der Gral nichts anderes sein kann, als die hölzerne Trinkschale, aus der der Sterbende seinen letzten Schluck Rotwein nahm. Davon kann er auch Barbarossa überzeugen, der es seiner kaiserlichen Würde für angemessen hält, den Gral nicht zu holen, sondern ihn als einst geraubten dem Priesterkönig zurückzugeben. Auf dem dritten Kreuzzug kommt der kaiserliche Tross 1190 auf eine geheimnisvolle Burg, die in ihren Mauern ein Kabinett naturwissenschaftlicher Kuriositäten beherbergt. Es soll Barbarossas letzte Nacht werden. Gral und Geisel verschwinden.

4. Teil: Pndapetzim
Die Reise führt von Kleinasien in einen phantastischen Orient mit wilden Tieren, immerdunklen Wäldern, unsichtbaren Begleitern, schwarzen Flüssen und liebenswerten Monstern in der Stadt Pndapetzim, wo Baudolino und seine Gefährten dem von einer Eunuchenkaste umgebenen Diakon Johannes begegnen, einem Adoptivsohn und möglichen Nachfolger des legendären Priesters. Die Wende kündet sich an: Die Utopie vom Reich des Priesterkönigs verwandelt sich in die Liebe zur klugen, vom Bauch an abwärts ziegengestaltigen Hypatia, mit der Baudolino ein Kind zeugt. Katastrophen folgen: Der lepröse Diakon stirbt. Baudolino ändert seine Pläne. Eine abenteuerliche, verlustreiche Reise führt die letzten Gefährten in das Konstantinopel der Rahmenerzählung zurück. Ein grotesk-virtuoses „Whodunit“ klärt den Tod Barbarossas und die Geschichte vom verlorenene Gral auf. Baudolino verbschiedet sich vom seinem Zuhörer Niketas: „Ich muss ins Reich des Priesters Johannes gelangen. Sonst hätte ich mein Leben umsonst gelebt“. „Aber ihr habt doch mit Händen gegriffen, dass es nicht existiert.“ „Wir aus der Frascheta sind berühmt für unseren Dickkopf.“

Dauer: ca. 220 Minuten
Art: Hörspiel

Nach dem Roman von: Umberto Eco
aus dem Italienischen von: Burkhart Kroeber
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Musik: Henrik Albrecht
Mitwirkung: SWR Rundfunkorchester Kaiserslautern unter der Leitung von Andreas Hempel
Dramaturgie: Matthias Spranger
Produktion: SWR / NDR / DerHörverlag 2002

VÖ: 21.11.2002

Empfohlener VK: € 23,90 (ohne Gewähr)
ISBN-Nummer: 389584506X (3 MC)
ISBN-Nummer: 3895849723 (4 CD)
ISBN-Nummer: 3899409789 (5 CD (limitiert 2006))



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keyser soze (25.01.2003)
chrizzz (26.11.2002)


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