Beschreibung:

London im Jahr 1912. Der verschrobene Wissenschaftler Professor Challenger behauptet, auf einem Hochplateau im südamerikanischen Dschungel lebendige Dinosaurier entdeckt zu haben. Obwohl seine Kollegen ihn für verrückt halten, wird eine Expedition zum Amazonas gesandt. Die Teilnehmer entdecken dort tatsächlich urzeitliches Leben und müssen die haarsträubendsten Abenteuer bestehen: Sie werden von Flugechsen angegriffen, von fleischfressenden Dinosauriern gejagt und geraten in die Fänge blutrünstiger Affenmenschen.
Dauer: ca. 120 Minuten
Art: Hörspiel
VÖ: 01.09.2005
Empfohlener VK: € 19,90 (ohne Gewähr)
ISBN-Nummer: 3785730586 (2 CD)

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derlukas (29.05.2008)
falconer (06.06.2007)
quatermass (13.03.2007)
hangman (05.02.2007)
panaray (31.07.2006)
silentchris (06.04.2006)
felix87 (01.03.2006)
prince (13.10.2005)
die hörkuh (17.09.2005)
chrizzz (08.09.2005)
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Kommentar von
panaray
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"Gute Güte, kommen sie zum Punkt, Malone. Dieses Wald- und Wiesengeschwafel interessiert doch keine Sau!", schäumt es aus dem Munde des leitenden Redakteurs der Daily Gazette. In seinen Händen zittert ein Brief des jungen und aufstrebenden Journalisten Edward D. Malone, der das Abenteuer seines Lebens schildert. Unterdessen schließe ich mich vorbehaltlos der aufkeimenden Wut von Chefredakteur McArdle an. Doch lassen wir erstmal ohne näher auf diesen Umstand einzugehen, den Inhalt des Hörspiels rund um die Vergessene Welt, nach der literarischen Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle, ein wenig Revue passieren.
Die Lunge des Mannes giert nach Sauerstoff, der Brustkorb hebt und senkt sich in raschen Zügen. Keine Zeit auszuruhen. Angst durchflutet die Adern, versorgt das Herz mit dem nötigen Takt, den der Verfolger des Mannes unnachgiebig vorgibt. Schnaufen, ein tiefes Atmen, dass förmlich den Dschungel verschlingt. Aus der grünen Natur bahnen sich mächtige Zähne, finden ihr Opfer, welches mit einem verzweifelten Schrei, den letzten Hauch seines Lebens verewigt. Mit diesem eindrucksvollen Ausblick in eine andere Welt heißt uns die aktuelle Produktion aus dem Hause Ripper Records willkommen. Etliche Meilen entfernt referiert derweil Dr. Illingworth über die Zeitalter der Erde. Mitten in den Vortrag platzt Professor Challenger, jener Wissenschaftler der nach einer Exkursion nach Südamerika mit der Behauptung nach England zurückkehrte, auf diesem Kontinent lebende Dinosaurier entdeckt zu haben. Ein Skandal und Nahrung für Skepsis am wachen Verstand von Challenger. Dessen aufbrausendes Wesen läßt schließlich die Veranstaltung platzen, indem er die Anwesenden auffordert an einer erneuten Expedition nach Südamerika teilzunehmen, um seine Behauptungen beweisen zu können. Diesem Vorhaben schließen sich letztlich der größte Kritiker Challengers, Professor Summerlee, der bekannte Jäger Lord Roxton, sowie der Journalist der Daily Gazette, Edward D. Malone, der anhand von Briefen seine Zeitung über den Stand der Expedition regelmäßig in Kenntnis setzen soll, an. Gemeinsam stehen sie nun vor einer Reise ins Ungewisse...
Diese Ungewißheit werde ich aufrecht erhalten, stattdessen befassen sich die folgenden Zeilen mit dem Aufbau und der Atmosphäre dieses Werkes, da diese Punkte nach der imposanten Einladung zu Beginn der Produktion für eine herbe Enttäuschung meinerseits sorgten. Im Vertrauen in die bis dato vorzüglichen Hörspiele des Labels, wie z.B Jack The Ripper oder Gespenstersommer, versprach ich mir einiges von Die Vergessene Welt. Auf der Basis der klassischen Abenteuer-Geschichte von Doyle gerät der Inhalt zusehends in die Mühlen einer trägen Mischung diverser Erzählweisen. Zum einen greift ein gealteter Edward Malone das Geschehen als Erzähler rückblickend auf. Durch diese Art wird der Handlung ein klassisches Gesicht verliehen, aufgrunddessen aber auch weitesgehend das Tempo rausgenommen. Zu sporadisch taucht die Story vor Ort in das Abenteuer ein und schildert es somit packend und rasant. Überwiegend bietet diese Struktur zu wenige Anreize für die Phantasie. Neben dieser Variante versuchen Einblendungen nach England die Dynamik des Hörspiels zu erhöhen. So kommentieren und verfolgen der Chefredakteur und befreundete Wissenschaftler die Entdeckungen der Gruppe mit Hilfe der Berichte der Daily Gazette und den Briefen von Malone. In der Tat entsteht dadurch ein gewisser Tiefgang, weil das Verhalten und die Erkundungen Auswirkungen in Europa haben und dementsprechend reflektiert werden, aber wenn fast ausschließlich die interessantesten Passagen von Unbeteiligten vorgelesen werden, fehlt mir einfach die Nähe zur Geschichte, Dramatik und Spannung. Infolgedessen strandet der Inhalt in ständig wechselnden Schienen, die eigentlich dazu dienen sollten, dem Hörspiel mehr Facetten zu schenken. Dies hat zur Folge, dass einer Abenteuer-Geschichte das Wesentliche, der Charakter fehlt...nämlich die Atmosphäre. Von der ist leider nicht sonderlich viel zu spüren. Lediglich in der Mitte und zum Ende des Hörspiels befreit jenes sich aus der starren Regie und läßt mich in Südamerika ankommen und das Leben und die Gefahr in der vergessenen Welt erleben. Dann wird es schnell, hektisch, überraschend. Das hat mir insgesamt aber nicht gereicht, gerade bei Ripper Records nicht, dass sonst so stilvoll und sicher Hörspiele in Szene setzen konnte.
Eben erinnerte ich an die stilvolle Arbeit des Labels und an dieser Stelle kann ich sie nur ausdrücklich unterstreichen. Mit dem Sinn für die passende Wahl der Sprecher, beteiligen sich an diesem Werk wahre Könner ihres Fachs. Der strahlende Name Klaus Sonnenschein entspricht zumindestens nicht dem Charakter seiner Figur Professor Challenger. Eher grob und extrovertiert zieht er seine Bahnen, was Sonnenschein mit seiner heiseren und bärigen Stimme sehr gut trifft. Den jungen Edward Malone übernimmt Timmo Niesner, der eine sehr frische und energische Perfomance an den Tag legt. Das steht dem abenteuerlustigen Malone gut zu Gesicht. Peter Weis darf sich als alter Edward Malone und zugleich als Erzähler probieren, was er mit einer kehligen und moderaten Stimme wunderbar löst. Challengers größten Skeptiker mimt Jürgen Thormann prägnant und niveauvoll. Seine Stimme ist so markant, dass es immer wieder ein Genuß ist, seinen Auftritten zu lauschen. Gleiches gilt für Lord Roxton alias Ronald Nitschke, der eigenwillig und gelassen den Lord spielt. Chefredakteur McArdle findet in Jochen Schröders kratziger Art einen dankbaren Sprecher. Das Talent und die Stimme von Lothar Blumhagen, der Dr. Illingworth vertont, wünsche ich mir für Vorlesungen an der Uni. Was da manchmal ans Rednerpult tritt...
Unter dem Einsatz von Streichinstrumenten, harmonischen Einlagen eines Klaviers sowie den deftigen Rhythmen von Pauken hinterlegt die Musik, die Reise in eine vergessene Welt. Die Stücke können sich empfehlen, unterstützen diverse Szenen passend und treiben diese voran.
Was wurde hier an Möglichkeiten verschwendet. Ein Dschungel-Setting schreit doch geradezu nach kräftigen Geräuschen. Rascheln, Knacken, usw. Diese Effekte kommen schon vor, aber so dezent, so sanft, dass es sich wie ein Urlaubsvideo anhört, welches keine Touristen verschrecken will. So klingt keine grüne Hölle, kein Ort an dem sich Dinosaurier und Ur-Menschen aufhalten. Unscheinbar, gefahrlos, zahm, weshalb sich keine eindringliche Stimmung entfalten kann. Hingegen sind die Laute der Tiere hervorragend ausgefallen. Dunkles Grollen, entsetzliche Schreie...so soll es sein.
Ungewöhnlich. Toll. Den CD's liegt ein sehr hochwertiges und originell gestaltetes Cover bei. Es handelt sich um ein großes Faltblatt, dass wie eine Tageszeitung [Daily Gazette] aussieht. Diese informiert über die Geschichte des Romans und den Verfasser Sir Arthur Conan Doyle. Der Produzent äußert sich zudem "In Eigener Sache" und sehr geschmackvolle Zeichnungen der Sprecher runden dieses fantastische Design ab.
Vorzügliche Sprecher, Mitreißende Musik, Informatives und schickes Booklet.
Handlung ohne Esprit, Selten aufkeimende Atmosphäre, Überwiegend unscheinbare Effekte.
Mancherorts las ich schon "Hörspiel des Jahres" und ähnliche Jubelrufe. Für mich stellt Die Vergessene Welt das bislang schwächste Hörspiel von Ripper Records dar. Es nicht so packend wie der Ripper, verfehlt die Tiefe eines Gespenstersommers und kann nicht mit der Innovativität von Blackout glänzen. Es kratzt nur an der Oberfläche, obgleich die Sprecher durchweg begeistern und das Werk doch noch hörenswert machen.
Panaray <<< Moderator www.hoerspiel-board.de >>>

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