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Conor Kostick: Epic




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Fantasy - Fantasy
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Beschreibung:

Willkommen in Epic! Drücke "Play" und eine andere Welt öffnet sich...
Epic ist mehr als ein Computerspiel. Auf Neuerde, einem Planeten irgendwo im Universum, ist Epic eine Frage von Leben und Tod. Die Menschen, die hier leben, spielen in Epic um ihre gesellschaftliche Stellung und ihren Besitz. Erik weiß, dass er erfolgreich sein muss, um zu verhindern, dass seine Familie alles verliert. Immer weiter wagen er und seine Freunde sich hinein in die gefährliche Welt, die von Drachen und Fantasiegestalten beherrscht ist. Erik hat nur ein Ziel: Er möchte das Zentrale Lenkungskomitee, das alle Regeln bestimmt, besiegen und die Menschen in eine bessere Zukunft führen...
Aufwendige Produktion mit 30 Spitzensprechern, darunter Woody Mues, Jona Mues, Dietmar Mues, Eckart Dux, Gisela Trowe und Julia Fölster! 5 CDs in Klappdeckelbox, mit Holographie-Effekt auf dem Cover.

Dauer: ca. 350 Minuten
Art: Szenische Lesung

Texteinrichtung und Regie: Frank Gustavus
Musik: Jan-Peter Pflug
Sounddesign: Michel Wähling
Produktion: Oetinger Media GmbH, Hamburg
Aufnahme: CSC Hamburg, April 2006
Tonmeister: Alexander Rieß
Projektleitung Oetinger: Cornelia Körner-Schlüter, Christiane Krah

VÖ: 15.09.2006

Empfohlener VK: 24,95 € (ohne Gewähr)
ISBN-Nummer: 3789102644 (5 CD)



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acquire (06.11.2010)
jones27 (15.02.2008)
quatermass (08.01.2007)
chrizzz (23.10.2006)


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  Kommentar von jones27 :
Da hat sich ja mal jemand ernsthaft des Themas MMORPG angenommen. Und sogar jemand, der anscheinend gespielt hat. Denn die vielen Details und Kenntnisse der Verzahnungen und Mechanismen legen doch eine tiefer gehende Vertrautheit als das bloße Studium des Klappentexts nahe. Als Gelegenheits-WoW-Spieler erkennt man doch einiges aus seiner eigenen Spielerfahrung wieder. Ich meine damit aber nicht irgendwelche Wesen oder Orte, sondern Verhaltensweisen und Prinzipien. Epic schafft es eine Geschichte zu entwickeln, die auf mehreren Ebenen funktioniert. Da ist zuerst die Geschichte im Spiel selber, die sich um Eriks neuen Charakter Cindella spinnt. Sein neuer Ansatz, an das Spiel heranzugehen, zusammen mit der Schatzsuche gibt allein schon eine passable Fantasygeschichte ab. Zumindest bis zur Hälfte, dann wird die Fantasyebene zusehends in den Hintergrund gedrängt und zu sehr von der wirklichen Welt überlagert, um als eigenständiger Handlungsstrang noch existenzfähig zu sein. Aber es geschehen trotzdem noch interessante Dinge, wie z.B. der Vampir, oder das Unterwasserreich. Als nächstes wäre da die Handlungsebene in der Wirklichkeit um Erik, seine Familie und seine Freunde. Auch diese Geschichte würde sich zur Not auch selber tragen können, verblasst zwar anfangs etwas gegen das viel opulentere Epic, gewinnt aber zusehends an Bedeutung. Zum Schluß ist da noch die gesellschaftskritische Ebene. Diese läuft von Anfang an unterschwellig ab, bildet aber das verbindende Element, das zum Schluß alles zusammenführt. Mal ganz abgesehen von der offensichtlichen Botschaft, dass diese Gesellschaftsform ein oligarchisches System zementiert, in dem die kleine Gruppe der Herrschenden praktisch unangreifbar und ohne sich verantworten zu müssen regieren kann und das das natürlich böse ist, werden auch die sekundären, aber eigentlich schon fast schwerwiegenderen Konsequenzen einer solchen Gesellschaft, in der einen nur der Erfolg im Spiel weiterbringt, aufgezeigt. Die technologische und kulturelle Degeneration. Niemand hat mehr Zeit, etwas zu reparieren, viel der Zeit, die man in Wartung und Pflege stecken müsste, wird vom Spiel aufgebraucht. Von kreativem Schaffen ganz zu schweigen. Jeder hechelt nur ein paar kümmerlichen Kupfermünzen hinterher und kommt doch kaum vom Fleck, während die herrschende Kaste diese jämmerlichen Einkünfte einstreicht und dadurch ihre Macht festigt. Das kann man auch schön als Warnung vor der Spielsucht in unserer Welt verstehen, ist das doch ein Thema von zunehmender Bedeutung gerade bei WoW. Ich denke, der Niedergang der Zivilisation (und damit auch des Lebensstandards) ist gerade für die Jugendlichen ein besseres Beispiel als die in diesem Alter doch recht abstrakt wahrgenommenen abfallenden schulischen Leistungen. Insofern sollte diese inszenierte Lesung also geradezu in jeder Packung WoW liegen, oder im Internet entsprechend eingesetzt werden. Handwerklich gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die Sprecher machen ihre Sache gut, ich hätte mir lediglich etwas mehr Musik- und Geräuschuntermalung gewünscht. Das hätte die Welt lebendiger wirken lassen. Wenig glaubwürdig fand ich die Rede, mit der Injeborg zum Schluß die Massen zum Aufstand bewegen wollte. Sie war ja schön und inhaltlich richtig, aber trotzdem sehr dünn und erscheint mir kaum geeignet, die Menschen aus ihrem bisherigen Trott zu reißen und alles, was sie haben riskieren zu lassen. Aber sei’s drum, mir haben die CDs großen Spaß gemacht. Das Hologramm-cover hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, aber wenn es zur Ankurbelung der Verkäufe beigetragen hat, dann soll es mir recht sein. Schön fand ich auch, dass man im Booklet endlich mal die Gesichter der Sprecher abgedruckt hat. So etwas wünsche ich mir öfter. Wir haben es hier sicherlich nicht mit einer literarischen Offenbarung zu tun, nichtsdestotrotz schafft es der Autor scheinbar spielerisch in kürzester Zeit eine glaubwürdige, in sich stimmige Welt aufzubauen, ohne sich in langen Erklärungspassagen ergehen zu müssen. Die Geschichte ist interessant und flott erzählt, überflüssige Dehnungen und Storyklischees werden weitgehend vermieden. Alles in allem also eine tolle Sache, die ich mir sicherlich noch einige Male anhören werde. Wurde das Buch gekürzt? Was ist mit den anderen Mitgliedern des ZL geschehen? Ihre Charaktere waren weg, aber außer Godmund wüsste ich nicht, dass jemand physisch gestorben wäre. Haben die nichts unternommen? Was ist mit Svein geschehen? Diese Informationen fehlen mir, um das ganze abzurunden. Derart abgehackte, lose Fäden sind störend für das Gesamtbild. Weiterhin ist mir am Ende die neu gewonnene Freiheit zu dick aufgetragen. Das nimmt etwas vom Effekt der oben erwähnten Wirkung, bzgl. übermäßigen Spielkonsums. Diese beiden Dinge haben Epic den fünften Stern gekostet.


Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.de
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