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Mankell, Henning: Wallander - 05 - Der unsichtbare Gegner




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Krimi und Detektiv - Krimi und Detektiv
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Beschreibung:

Ystads Polizei ist schockiert: Ein junges Mädchen wird brutal ermordet, mit einem blutleeren Körper aufgefunden. Eine pur führt zu Martinssons Tochter, die verschwunden ist. Und Wallanders Tochter Linda verletzt sich schwer an einer manipulierten Waffe … Wer will der Polizei von Ystad schaden? Ein Katz- und Mausspiel mit dem Täter beginnt, doch die Ermittler sind stets einen Schritt zu langsam. Wallander und Martinsson fühlen sich mehr und mehr wie Gejagte …

Dauer: ca. 72 Minuten
Art: Hörspiel

Hörspielbearbeitung und Regie: Sven Stricker
Technische Realisation: Kay Poppe
Assistenz: Christoph Richter
Musik: Jan-Peter Pflug

VÖ: 09.04.2009

Empfohlener VK: € 14,95 (ohne Gewähr)
ISBN-Nummer: 3867172013 (1 CD)



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acquire (24.07.2012)
patrickderhörer (21.08.2009)
derlukas (18.07.2009)
chrizzz (04.05.2009)


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  Kommentar von patrickderhörer :
Feind aus der Vergangenheit

Ein menschengroßer Puppenkopf und eine blutleere Frauenleiche, der bei lebendigem Leib das Blut entzogen wurde, halten die Kriminalpolizei von Ystad in Atem. Als dann in Kollege Martinssons Haus im Zimmer seiner 18jährigen Tochter alles voller Blut ist, wird das Können um Kurt Wallanders Team auf eine harte Probe gestellt. Was geschah mit dem Mädchen und lebt sie überhaupt noch? Dann wird während eines Schießtrainings auch noch Linda an den Augen verletzt. Wallander verliert zusehens immer mehr die Beherrschung und sieht schon bald Gespenster, zumal der unsichtbare Gegner seine sadistischen Spiele mit ihm zu treiben scheint. Er gibt den Ermittlern immer mehr das Gefühl, dass sie sich annähern und ist ihnen in Wahrheit doch immer wieder einige Schritte voraus. Schnell entdeckt Wallander, dass es sich um einen Racheakt handelt (Hinweis: um die Hintergründe besser verstehen zu können, lohnt es sich, das erste Wallander-Buch zu lesen "Mörder ohne Gesicht" oder die gleichnamige Vertonung von Stil ebenfalls erschienen beim Hörverlag zu hören.). Hier wurde weder geklotzt noch gekleckert. diese Folge bildet ein gewisses Highlight in der Reihe. Gefallen hat mir, dass man sich offensichtlich von Lindas gedankenartigem Erzählstil ein wenig distanziert, denn ihre ewigen gedanklichen Nörgeleien über ihren Vater konnte ich für meinen Teil schon nicht mehr hören, denn ihre Erzählparts scheinen nur auf das beschränkt zu sein, falls sie nicht gerade im Flüsterton gedanklich von sich gibt, was sie gerade tut. Ansonsten ist an Ulrike C. Tscharre nichts auszusetzen, nur gibt sie eben keine gute Erzählerin ab. Man sollte sie in Zukunft mehr handeln anstatt reden lassen, und dass sie in den Dialogen was drauf hat, beweist schon ihre Performance in "Vor dem Frost" oder anderen Produktionen. Andreas Fröhlich versteht es da schon besser, als Erzähler die Handlung voranzutreiben, auch wenn er in den weniger spektakulären Handlungsabläufen, wo es eher um die Ermittlungsarbeit oder um Belanglosigkeiten geht wie "Er fuhr mit ihm nach Hause, usw.", sollte er weniger overacten und etwas flüssiger sprechen, anstatt ins Mikrofon zu hauchen. Bei den Showdown-Einlagen, wenn es hart auf hart kommt, fällt es mir ebenfalls schwer, ihm zu lauschen, da seine langsame Sprechweise hier die doch sehr temporeiche Handlung zu sehr ausbremst. Ich verstehe Sven Strickers Methodik hierbei überhaupt nicht. Da hat man eine Handlung, die sehr schnell vonstatten geht und dann wird diese durch gehauchtes langsames Flüstern abgebremst. Dass bei schnellen handlungsabläufen der Erzählfluss ebenfalls beschleunigt wird, funktioniert in anderen Hörspielen dieses Genres genauso, warum dann nicht auch hier? - Axel Milberg verleiht dem verbitterten kaputten Charakter des Kurt Wallander die glaubwürdige Authentizität. Man muss ihm nicht erst sagen, wie er Wallander geben soll. Er hat dies im Blut. Sicher reicht seine Leistung an die eines Heinz Kloss nicht so ganz heran, da Wallander in den ersten Romanen, in denen er von Kloss noch verkörpert wurde, nicht allzu schnell aus der Fassung zu bringen war. Was ein wenig unglaubwürdig klingt, sind seine raschen Ausraster. Er ist von einer Sekunde auf die andere von Null auf Hundert, ohne überhaupt einen Grund dafür zu haben. Da dienen auch ein wenig lasch geführte Ermittlungen von Seiten der Kollegen nicht als Rechtfertigung. Wo man ihn jedoch als wirklich genial einstufen kann ist, wenn er in schwierigen Ermittlungen Schlüsse zieht oder wenn er sich um seine Tochter sorgt, bzw. alleine zu Hause umher eilt und nicht weiß, was mit dem Abend anzufangen ist. Auch der restliche Cast ist hörenswert. Ihren letzten großen Auftritt als Ann-Britt Höglund, die dann nur noch einmal kurz auftaucht hat Kerstin Hilbich, die nach Anne Weber und Franziska Heyner der Rolle Leben eingehaucht hat. Damals noch Wallanders Schülerin, nun seine Vorgesetzte in Vertretung war sie eine wirkliche Bereicherung für die Serie. Ihr Ausscheiden aus dem Team berührt mich besonders zutiefst, da sie innerhalb der gesamten Serie eine meiner Favorites war.

Produktionstechnisch ist die Geschichte on top. Die Atmosphäre ist sehr düster. Hier wurde sehr viel Liebe zum Detail bewiesen, da die Sprecher wirklich so klingen, als ob sie in einem Raum nebeneinander oder gegenüber sitzen oder stehen würden, was man von anderen angeblich hochwertigen Produktionen nicht behaupten kann. Sprecher werden einzeln aufgenommen und so abgemischt, als ob sie alle aufeinander kleben würden. Dem ist hier gott sei Dank nicht so. Die beklemmende und düstere Musik plätschert dahin. Von Kinoreife ist hier zwar nicht gerade die Rede, doch die Musiker machten ihre Sache sehr ordentlich. Die Musik könnte an gewissen Stellen, wo die Handlung gerade Fahrt aufgenommen hat etwas actionreicher sein, doch ansonsten spiegelt sie die düstere Beklemmung der schwedisch-schonischen Landschaft mit all ihrer Kälte und ihrem Lehm perfekt wider.

Fazit: Nichts für schwache Nerven. Wer auf nordische Krimis mit einem Schuss Grusel und Action steht und sich von ekelerregenden brutalen Morden nicht vergraulen lässt, wird mit dieser Produktion seine wahre Freude haben. Ein Wallander, wie er normalerweise anstatt ins Fernsehen eigentlich auf Papier gedruckt gehört. So etwas möchte man auch mal lesen. Die Folge bekommt von mir *** / *****



Kontakt: CHRizzz | eMail: chrizzz@hoerspiele.de
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