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Edgar Allan Poe - 9 - Hopp-Frosch (Lübbe)

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Beschreibung:

Dr. Templeton hat versucht, Poe umzubringen. Auf der Suche nach dem Doktor kann Poe dem Bettler George Appo einen Dienst erweisen. Im Gegenzug verspricht Appo, ihm beizubringen, was Poe jetzt am meisten braucht: Kenntnis in der Kunst zu kämpfen. Beinah scheitert Poe daran. Ist der Gedanke an Rache stark genug, um ihn durchhalten zu lassen?

Dauer: 62.39 Minuten

Hörspielbearbeitung: Melchior Hala
Regie, Hörspielmusik, Ton: Christian Hagitte und Simon Bertling
Nach einer Idee von Dicky Hank, Marc Sieper und Thomas Weigelt
Schnitt und Nachbearbeitung: Anja Beursterien

VÖ: 15.08.2005

Bestellnummer:
CD: 3061




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Kommentare:

grimsby roylott (15.07.2007)
sledge (08.03.2007)
goldstatue (19.08.2006)
jones27 (14.02.2006)
larry (27.01.2006)
steve-rich (03.10.2005)
panaray (30.09.2005)
tone1238 (29.09.2005)
graf cula (27.09.2005)
chrizzz (12.09.2005)
die hörkuh (29.08.2005)
ohrwell (26.08.2005)



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  Kommentar von panaray :


Story

Steter Regen ist zur Zeit der einzige Begleiter im Leben des Edgar Allan Poe. Hart schlagen die nassen Tropfen auf seine verzweifelte Gestalt. Er ist allein. Die Suche nach Dr. Templeton gestaltet sich zunehmend schwerer und seine Begleiterin Leonie ist mit dem Arzt verschwunden. Doch eine Spur führt nach New Orleans. Auf seiner Reise in jene Stadt sucht er Unterschlupf vor dem durchdringenden Regen. Müde und schwach streift er durch dunkle Gassen und das schwarze Band der Nacht legt sich unnachgiebig vor seine Augen. Allmählich dringt starker Alkoholgeruch in seine Nase. Vor ihm liegt ein Mann auf dem Boden...

Poes Seelenleben wird von Sorge und Wut regiert. Die Geschichte kreiert eine melancholische und hilflose Stimmung. Die ziellosen Bemühungen, das Bedürfnis nach Schlaf und einem sicheren Aufenthaltsort öffnen die Tür zur innerlichen Verfassung von Edgar Allan Poe. Die trostlose und abweisende Umgebung bildet die entsprechende reale Rahmenbedingung, welche im Hörspiel vorzüglich zum tragen kommt, wodurch sich während des Hörens Ängste in den Körper brennen. Im Kern der neunten Folge steht Poes Wunsch nach Stärke und Aggression. Sein Unterbewußtsein schickt ihn abermals in einen Traum, der ihn in die Lage versetzen soll, die Sehnsucht nach Rache an Dr. Templeton Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Träume stellen den inhaltlichen Leitfaden der gesamten Serie dar. Sie gewähren Einblicke in Poes tiefste Konflikte, Sehnsüchte, Ängste und Abgründe. Im Gegensatz zu vergangenen Reisen in sein Unterbewußtsein, projeziert diese Episode eine klare Botschaft in die surrealen Bilder seiner nächtlichen Unruhe. Momente der Demütigung, eingebettet in eine monarchische Gesellschaftsordnung, wecken Poes brachliegende Aggressionen. Diese Phantasiewelt kokettiert mit einigen Anspielungen und interessanten Charakteren, aber sie gestaltet sich nicht packend und einnehmend. Die Motivation des Traumes und die Bemühungen Poes Charakter um eine Facette zu erweitern sind zu offensichtlich ausgefallen. In den vorigen Folgen waren die verstörenden Träume des Protagonisten der Anlass zur Nachdenklichkeit und der Reiz an den Produktionen. Diese Merkmale fallen hier weitesgehend weg. Die Stärken finden sich indes gleich in den ersten Minuten des Hörspiels wieder. Gespenstisch werden verborgene Ängste angesprochen, wodurch die Story den Hörer an sich bindet und viel Raum für eine emotionale Identifikation schafft.

Doch dieser gelungene und spannende Pfad verliert sich im weiteren Verlauf recht schnell...

Sprecher

Ulrich Pleitgen...Seine Stimme vermag Menschen zitternd unter eine Decke kriechen zu lassen. Edgar Allan Poe steht nicht nur für seine eigenen Ängste. Er ist ein Spiegel, vor dem sich jeder fürchten kann, dessen verbale Umsetzung in Herrn Pleitgen eine perfekte Besetzung findet. Des weiteren agieren wieder Iris Berben [Leonie] und Till Hagen [Dr. Templeton] auf ihrem starken Niveau. In den restlichen Rollen lassen sich nicht durchweg einwandfreie Leistungen entdecken. Insbesondere die Minister in Poes Traum trüben den hervorragenden Eindruck ein wenig.

Musik

Opulent...einfach ein Genuss. Die Stücke seufzen sich teilweise durch die Geschichte und vermitteln den jeweiligen Orten der Handlung ihren passenden Esprit. Meiner Ansicht nach, kann selbst Gabriel Burns nicht an diese Qualität heranreichen.

Nach Heinz Rudolf Kunze und Orange Blue, schickt sich die Gothic-Kapelle L'ÂME IMMORTELLE mit ihrem Titel "5 Jahre" an, einen neuen Titelsong für die Poe-Reihe abzuliefern. Bitte...ich will den Kunze zurück!

Effekt

Die Kulisse baut ab der Mitte des Hörspiels hörbar ab. Zu Beginn prasselt heftiger Regen nieder, unheimlich klingen die Schritte von Poe auf den harten Pflastersteinen einer Straße, eine Tür wirkt durch ihr Geräusch während des Öffnens wie die Einladung in die Hölle. Aber dann verläßt die Produktion ihren spannenden Teil und den Effekten bietet sich nicht mehr die Möglichkeit, sich derart in den Vordergrund zu stellen wie am Anfang.

Cover

Die Motive der Poe-Reihe sind von einzigartiger Schönheit. Für Edgar öffnet sich in dieser Folge eine neue Tür. Was mag dahinter lauern...

Fazit

Leidet üblicherweise Edgar Allan Poe unter seinen Träumen, so krankt diesmal das Hörspiel an jenen nächtlichen Ausflügen in eine andere Welt. Prächtig sind die Szenen rund um die Traum-Sequenzen gelungen. Unheimlich und beängstigend, doch sobald Poe in sein Unterbewußtsein schlüpft, verliert die Handlung an Zugkraft. In den Effekten und der Musik steckt ein zentraler Aspekt der hohen Qualität dieser Serie, welcher sich auch hier wieder unnachahmlich empfehlen kann. Ein bisweilen anregender, aber insgesamt schwächelnder Exkurs in die Seele des Edgar Allan Poe...

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