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Offenbarung 23 - 12 - Der Piratenschatz (Lübbe)

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Beschreibung:

Woher hatte der 1998 verstorbene Hacker Tron eine jener 50-Cent Münzen, die erst ab dem Jahr 2002 mit der Euro-Einführung in Umlauf gebracht wurden? Und wieso nannte er dieses Geldstück ausgerechnet seine „Schatzkarte"? Versteckt sich in der Prägung der Münze tatsächlich eine geheime Botschaft, vielleicht sogar der Hinweis auf einen verborgenen Schatz? Die Spur führt zum Seeräuber Klaus Störtebeker und dessen Scharfrichter Meister Rosenfeld. Und zu einem der seltsamsten Schlösser Deutschlands. Doch welche mächtige Organisation versucht die größte Schatzsuche der Menschheit zu verhindern?

Dauer: 76.07 Minuten

Idee, Konzeption, Recherche & Buch: Jan Gaspard
Regie, Produktion & Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Produktion, Beratung & Inspiration: Marc Sieper
Schnitt, Musik & Tontechnik: Andy Matern

VÖ: 06.11.2006

Bestellnummer:
CD: 3219




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Kommentare:

jones27 (15.10.2010)
mr. murphy (30.05.2010)
sledge (31.05.2008)
hennes (06.09.2007)
goldstatue (19.03.2007)
prince (10.12.2006)
grimsby roylott (10.12.2006)
chrizzz (10.12.2006)
siegfried simpel (08.12.2006)
tigerente666 (14.11.2006)
colibaer (12.11.2006)



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  Kommentar von grimsby roylott :
Als ich den recht abschreckenden Titel "Piratenschatz" las, dachte ich: Jetzt ist es vorbei! Der in nur 11 Folgen vom armen Bafög-Empfänger zum Multimultimultimilliardär mutierte Georg hebt nun auch noch einen "Piratenschatz" und wird zum alleroberreichsten Menschen der Welt. Aber so kommt es gottseidank nicht. Gottseidank, denn sein neues Vermögen, das er lässig genießt, steigt ihm auch ein wenig zu Kopf, wenn er Kommissar Banner zurechtweist, dass dieser sich mal besser einen neuen Anzug kaufen solle.... Banner kommt jedenfalls mit einer 50-Cent-Münze zu Georg ins Adlon. Der Zeitpunkt von Einführung des Euros steht im Widerspruch zum auf der Münze abgebildeten Prägedatum, seltsam!?
Was mir insgesamt an dieser Folge gut gefällt, ist dass es den Hörer anfangs mal wieder durch viele Orte Berlins führt: für Berliner also wieder alles mit hohem Wiedererkennungswert. Allerdings bleibt es nicht in Berlin, raus nach Mecklenburg-Vorpommern in eine „Schlachter-Trainingsschule“ und ans Meer geht es im weiteren Verlauf der Folge.
Banner macht während des Hörspiels auch auf seinen Vornamen "Wim" aufmerksam, den er etymologisch auf "Wilhelm" zurückführt und historisch verortet - hoffen wir, dass der Kommissar kein Latein kann und die Bedeutung seines Namens von "vis, vim - Gewalt" kennenlernt: er ist nachwievor eine undurchschaubare Figur.
Amüsant, dass Offenbarung 23 mittlerweile eine Studie in Product Placement ist: "Der Anfang aller Recherche ist Google" sagt Georg; auf den "Starbucks" am Pariser Platz weist Banner hin und so einiges mehr....
Ich hab diesmal bei diesem Hörspiel mitgegoogelt, wenn Georg mal wieder die Suchmaschine anwirft. Bei mir kamen allerdings stets völlig andere Ergebnisse heraus: da könnte man eine Verschwörungstheorie wittern...!
Nunja, zur Geschichte: ich finde sie eigentlich spannend aufgebaut, aber die finale Szene mit unseren Helden am Meer kann mich nicht mehr überzeugen - nicht zuletzt wegen der völlig albernen (und auch nicht wirklich überzeugend gesprochenen) Figur des Gabriel. Außerdem bricht dort das bislang atemlose Tempo der Folge merklich ein. Den dramatischen Höhepunkt hatte die Folge meines Erachtens in der Schlachterei. Und da die Handlung an dieser Stelle nicht weiterkommt, bricht man sie ganz einfach ab und spielt den Epilog ein. [Spoilergefahr] In diesem werden die Aufnahmen zur vorliegenden Folge unterbrochen von einigen Gangstern, die in das Hörspielstudio stürmen, das Drehbuch an sich reißen, um zu erfahren, was dieser "Jan Gaspard" alles weiß, lesen sozusagen in einer kurzen Paraphrase die (im Drehbuch beschriebene) Auflösung der Folge 12 vor und erschießen dann die Sprecher, um sich an die Fersen von Jan Gaspard zu heften. Diese Form von Metafiktion ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, selbst in Hörspielen nicht mehr (in "Odysseus" treffen die Akteure auf Homer; sämtliche aktuellen 'Comedy'-Hörspiele bedienen sich dieser ironischen Brechung; in der Litera-Fassung von Doyles "Zeichen der Vier" gibt es eine plane Identifizierung von Dr.Watson mit Conan Doyle; bei Professor van Dusen ist die Metafiktion schon beinahe das bestimmende 'Stilmittel' uvm.). Und da ja bereits im Vorfeld das Geheimnis um die Person Jan Gaspard ziemlich forciert wurde, war im Grunde klar, dass früher oder später so etwas in einer "Offenbarung 23"-Folge passieren musste. Passenderweise ist seitdem die Seite www.jan-gaspard.net offline (man bekommt im Index nur einen Sprecherkommentar von Till Hagen "Mein Name ist Gaspard, Jan Gaspard" und ein Terminator-Zitat (was an das Terminator-Zitat ganz am Ende dieser Folge anknüpft). Natürlich interessiert es niemanden auf dieser Welt, ob es wirklich einen Jan-Gaspard gibt, oder ob er eine fiktive Gestalt ist. Die Selbststilisierung oder Fiktion verläuft irgendwo im Leeren. Natürlich bleibt abzuwarten, wie die Folge weitergeht (da in der Fiktion die realen Sprecher nun 'tot' sind, kann die Folge ja nur ganz anders weitergehen, mit anderen Sprechern oder anderen Figuren - oder sie geht halt, konsequenterweise, gar nicht weiter).

Fazit: [immer noch Spoilergefahr] Wie gesagt: das Ende ist meiner Meinung nach etwas blutarm. Revolutionär sind Metafiktionen mal bei Cervantes gewesen. Es gibt auch eine Arbeit zu dem Thema, die sich mit Metafiktion als "Narzisstischer Narration" beschäftigt (wenn ich den genauen Titel wiederhabe, schreibe ich den hier rein) - denn eine gewisse Selbststilisierung eines Autors ist da natürlich immer gegeben, selbst dessen, der eine fiktive Autorgestalt erfindet.
Aber den Schluss mal zur Seite und zum Hörspiel selbst: Es ist eigentlich nach den enttäuschenden Folgen 9-11 wieder eine richtig gute Folge geworden. Mit einem schönen Spannungsaufbau (der wiederum ab der Meer-Szene einbricht); mit geheimnisvollen Nebenfiguren (Banner) und schönen skurilen Szenen (Schlachterei). Das Intro hätte vielleicht von anderen Sprechern gesprochen werden sollen (oder noch besser, da ich solche historisierenden Szenen immer gekünstelt finde, weggelassen werden sollen). Daher eine wieder bessere Folge der Serie, die sich immer noch nicht mit den Folgen 1-8 messen kann, aber auf dem richtigen Weg ist - und wie der jetzt weiter beschritten wird, bleibt abzuwarten. Ich gebe 3,5 von 5 Sternen.


-- grimsby roylott (f.k.a. captaineike) --

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