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Edgar Allan Poe - 7 - Die Morde in der Rue Morgue (Lübbe)

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Mystery - Mystery
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Beschreibung:

Zusammen mit Leonie mietet sich Poe in New Orleans in einer kleinen Pension ein. Bald werden sich ihre Wege trennen, denn Leonie will dem Schicksal ihrer verstorbenen Freundin nachgehen. Poe bringt ein grausamer Traum ins Grübeln: Soll er die Suche wirklich allein fortsetzen? Zumal Leonies Gesicht immer wieder in seinen Träumen auftaucht. Weil er ihr in einem früheren Leben bereits begegnet ist?

Dauer: ca. 55 Minuten

Hörspielbearbeitung: Melchior Hala
Regie, Hörspielmusik, Ton: Christian Hagitte und Simon Bertling
Nach einer Idee von Dicky Hank, Marc Sieper und Thomas Weigelt

VÖ: 06.12.2004

Bestellnummer:
CD: 1451 / MC: 1450




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Kommentare:

grimsby roylott (14.07.2007)
sledge (02.03.2007)
goldstatue (13.08.2006)
jones27 (14.02.2006)
larry (10.05.2005)
maltin (17.02.2005)
chrizzz (10.02.2005)
quatermass (05.02.2005)
tone1238 (02.01.2005)
die hörkuh (31.12.2004)



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  Kommentar von grimsby roylott :
"Edgar Allan Poe" träumt sich als "Ben Gunn", ein Matrose, der um einen großen Schatz auf einer Insel weiß. Ben Gunn ist natürlich eine Figur aus Robert Louis Stevensons Treasure Island, die auf der Insel in einer Blockhütte wohnt. Hier in dieser Geschichte werden also zwei klassische Erzählungen miteinander verwoben: eine der berühmtesten Erzählungen E.A.Poes, The Murders in the Rue Morgue, die als die erste klassische Detektiverzählung gilt, und eben Stevensons Schatzinsel. Die Verbindung will von außen betrachtet nicht recht einleuchten - aber da das Hörspiel die Perspektive wechselt und nicht aus der Sicht des Detektivs Dupin und seines namenlosen Kameraden erzählt, sondern aus der des Täters, des Matrosen mit dem Affen, werden einige inhaltliche Änderungen natürlich zwangsläufig notwendig, so z.B. eben dass der Matrose von einem unvorstellbaren Schatz weiß (was inhaltlich nahtlos an Folge 6 "Der Goldkäfer" anschließt) und so in die Gesellschaft der beiden Damen aus der Rue Morgue eingeführt werden kann.
Solch ein Perspektivwechsel hat ebensoviele Vor- wie Nachteile. Die neue Sicht auf die Handlung bringt zwar neue Aspekte und schöne Details zum Vorschein, aber oftmals eben nicht ohne große Eingriffe in die ursprüngliche Geschichte zu machen. Das zeigt sich am deutlichsten darin, dass Poes Geschichte eine DETEKTIV-GESCHICHTE, die Hörspielfassung jedoch mehr eine ABENTEUER-GESCHICHTE ist. Die Figur Dupin rückt in den Hintergrund, seine Ermittlungen, die Poes Geschichte stark machen, fehlen gänzlich. Für alle Poe-Enthusiasten (wie mich) ein deutliches Manko. Für alle Anhänger von guten Detektivgeschichten (wie mich) ein ebenso großes Manko. Für alle Freunde von Abenteuergeschichten (zu denen ich nicht gehöre) ein Plus. Meine Bilanz fällt also letztlich negativ aus. War ich zu Beginn von der neuen Perspektive begeistert, weil sie etwas unerhört Neues darstellte, gefällt diese Version mir beim Wiederhören immer weniger.
Und so sehr die Folge 6 mit der Serienhandlung nach vorne gepeitscht ist, so sehr tritt diese Folge 7 mit der Serienhandlung auf der Stelle: "Poe" und Leonie erreichen New Orleans, mieten sich in einem Haus ein, "Poe" träumt, erwacht schweißgebadet und ist dennoch ganz ruhig am Ende, da er weiß, dass er nun nicht mehr allein ist. Das war im Großen schon die ganze Geschichte. Reichlich dünn.

Fazit: Nach Folge 6, "Der Goldkäfer", kommt mit dieser siebten Folge eine weitere schwache Folge hinzu. Hatte Folge 6 noch zu viel gewollt in nur einem Hörspiel, will die "Rue Morgue" zu wenig. Die Rahmenhandlung kommt überhaupt nicht vorwärts, die Traum-Geschichte entfernt sich durch Zuhilfenahme eines Nicht-Poe-Textes, nämlich Stevensons Treasure Island und des eigenwilligen, d.h. interessanten, aber nicht immer ganz gelungenen, Perspektivwechsels, meilenweit von der ursprünglichen Poe-Erzählung. Aus der Mutter aller Detektivgeschichten wird die Cousine einer Abenteuergeschichte, etwas fade und ereignislos, wie schon Folge 6 zusammengehalten nur von den exzellenten Sprechern und der großartigen Produktion. Hier gebe ich nur 2 von 5 Sternen, die Folge will mir mit ihren Änderungen so gar nicht gefallen. Zwar predige ich keine werkgetreuen Inszenierungen, aber wenn der Charakter und das Genre einer Erzählung derart verändert werden, dass dahinter die Original-Geschichte bestenfalls vermutet werden kann, dann finde ich das schon schade.

-- grimsby roylott (f.k.a. captaineike) --

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