Beschreibung:

„Mein persönliches Anliegen zwingt mich, die Geschichte, die sich im November des Jahres 1718
vor der Küste North Carolinas zugetragen hat, richtig zu stellen. Sie schildert die genauen
Umstände vom schrecklichen Ende des Piratenkapitäns Edward Teach, gemeinhin bekannt
unter dem Namen BLACKBEARD. Ich habe das Geheimnis um Blackbeard und dieses
Mädchenbildnis bis in meine letzten Tage aufbewahrt. Jedoch will ich der Nachwelt dieses größte
Geheimnis der Piraterie nicht vorenthalten. Ich hoffe, dass derjenige, der es lüftet, weiß, wie
damit zu verfahren ist.“ Gezeichnet: Robert Maynard, Leutnant zur See der königlichen Marine.
Dauer: 64.16 Minuten
Idee: Das Vollplaybacktheater
Buch und Regie: Thomas Hartung
Produktion: Sascha Gutzeit und Das Vollplaybacktheater
Musik: Sascha Gutzeit
Video: ThorstenAnders.de
Fotos: Sarah Hallepape, Daniela Landwehr, Promotionmaterial
Covergestaltung: David J. Becher
VÖ: 27.04.2007
Bestellnummer: CD: 470-36011-2

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  Kommentare:
pitchfork (04.05.2008)
drizztlundt (18.01.2008)
grimsby roylott (14.07.2007)
tuwdc (04.05.2007)
thomas birker (03.05.2007)
chrizzz (22.04.2007)

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Kommentar von
grimsby roylott
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Man kann das vorliegende Hörspiel fast schon als postmodernes Re-Writing traditioneller, kanonisierter Prätexte bewerten. Die Idee, ein derartiges Re-Writing nicht anhand eines großen Klassiker-Textes der Weltliteratur vorzunehmen, wie das alle Tage vorkommt (etwa J.M.Coetzees Roman Foe als postmoderne Version von Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe), sondern an einem kommerziellen Hörspiel ist in mehrfacher Hinsicht spannend. Zum einen verweist es darauf, dass so etwas wie ein (wenn auch nur nationaler) Kanon kommerzieller Hörspiele zu existieren scheint. Diese kanonisierten "Texte" enthalten ihrerseits wiederum eine erkennbare Anschlussfähigkeit, was als Beleg für ihre Modernität gewertet werden kann. Das ironische Spiel mit geschlechtlicher Identität, das dieses Hörspiel treibt, wirft ein Licht auf die meines Erachtens ohnehin äußerst kritisch zu bewertenden Geschlechterrollen in Kinder- und Jugendhörspielen.
Soviel zur nackten Theorie. Was als Hörspiel dabei herausgekommen ist, ist außerdem sehr unterhaltsam. Zwar gibt es auf den knapp 65 Minuten einige Längen, ebenso einige Abstriche bei den Sprecher/innen (die als VOLLPLAYBACK-Sprecher/innen schließlich nicht zwangsläufig große sprecherische Qualitäten besitzen müssen...) aber dennoch ist das Hörspiel sehr gut gelungen. Ob es ein ebenso großes Vergnügen bereitet, wenn man den "Superpapagei" der Drei Fragezeichen nicht kennt, kann ich mir nicht vorstellen. Allerdings bleibt anzunehmen, dass man dieses Hörspiel kauft, EBEN WEIL man die Anspielung schon verstanden hat.
Fazit: Eine großartige Idee, anspruchsvoll umgesetzt mit der nötigen Portion Humor. Kurz: ein rundum zu empfehlendes Hörspiel, bei dem die kleineren Mängel nicht störend sind. Wer unglaublicherweise den "Superpapagei" der Drei Fragezeichen noch NICHT kennen sollte, dem ist zu empfehlen, zunächst das ???-Hörspiel zu hören und dann dieses hier. Insgesamt gebe ich 4,5 von 5 Sternen.
-- grimsby roylott (f.k.a. captaineike) --

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