Beschreibung:

Neun Morde. Die Essenz des jungen Lebens sollte fortgeleitet werden... Rings um den zersplitterten Glastank vermischten sich Metalltrümmer mit abgetrennten Gliedmaßen zu einem abscheulichen Mosaik. Zeitgleich brachen die Wände in sich zusammen. Der Boden öffnete sich wie ein gieriger Schlund. Die Welt zerbarst zu Asche. Doch das letzte Kind sehnte sich nach dem Licht.
Dauer: 40.40 Minuten
Nach einer Erzählung von Raimon Weber Idee & Konzeption: Volker Sassenberg und Raimon Weber Künstlerische und technische Gesamtleitung: Volker Sassenberg Musik von Manuel Rösler, Matthias Günthert und Volker Sassenberg Tontechnik und Schnitt: Erik Anker Illustrationen: Ungo Masjoshusmann Cover Design: Marion Mühlberg Lektorat: Antje Bones Aufgenommen und Gemischt unter Finians Regenbogen Produziert von Volker Sassenberg für Decision Products und Universal Family Entertainment
VÖ: 31.03.2006
Bestellnummer: CD: 06024 74537

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  Kommentare:
grimsby roylott (17.08.2007)
jones27 (11.08.2007)
boxhamster (22.10.2006)
brimbus (13.09.2006)
nic (16.04.2006)
prince (13.04.2006)
chrizzz (08.04.2006)
newman (07.04.2006)

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Kommentar von
grimsby roylott
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"Neun Morde" setzt die Folge 17 fort. Es werden klassisch zwei Parallelhandlungen erzählt, die sich um die Gruppen Larry-Bakerman und Joyce-Steven ranken. Letztere die interessantere, da sich der Zweiteiler inhaltlich auf Joyce Kramer konzentriert. Ihre Eltern sollen gerettet werden, Steven vollbringt dieses Kunststück. Ihre Schwester gebärt ein Kind (unter ähnlichen Umständen wie schon die Frau in Folge 8, "Nebelsee"). Das alles geschieht natürlich äußerst andeutungsreich: von "Gabriel" ist wieder die Rede, von Magie, von unheilvollen Bedrohungen für die Existenz der ganzen Menschheit uvm. Ein bisschen dick aufgetragen. Das Erscheinen, die Rettung und der sofortige Tod von Joyce Eltern wirken ein bisschen zu hastig erzählt. Insgesamt ist dieser Handlungsstrang wirklich viel zu drastisch-bombastisch, mit eindeutigem Schwerpunkt auf Action.
Die Bakerman-Larry-Handlung handelt vom wachsenden Misstrauen Bakermans gegenüber Larry. Larrys Zahnschmerzen scheinen ein Hinweis zu sein, dass Larry einen ähnlichen Peilsender implantiert bekommen hat, wie schon Leif Magnusson in Folge 4. Ferner hat Bakerman einen norwegischen Riesenkalmar bekommen, in dessen Magen ein unverdauter Wasko sein Dasein fristet. Dieser Kalmar erwacht natürlich wieder zum Leben und richtet ordentlich Zerstörung an. Der mühevoll aus Wasengu beförderte Chris Evans erwacht aus dem Koma und wird, nachdem er noch die geheimnisvollen Abschiedsworte: "Der Erste der Zehn steht kurz vor dem Fall" schreien konnte vom Kalmar verputzt. Insgesamt eine unnötig blutrünstige Handlung, die ein gelegentlich nicht ganz unlächerliches Kuriositätenkabinett auftanzen lässt, dass, wie alle Monster in Hörspielen, den Spannungsfaktor des Hörspiels gegen Null dreht.
Eine Merkwürdigkeit ist das Wiederauftauchen von Dr. Phillips, die aus Folge 1 und 2 bekannt ist. In Folge 2 wurde sie schließlich nach einer Routineoperation mit einem eingepflanzten Fremdkörper versehen, der sie zu einer Killerin werden ließ. Chuck, der Kind-Mann aus dieser Folge schmiss sie zu Boden und über ihren weiteren Verbleib wurde fortan kein Wort mehr verloren. Es war daher anzunehmen, dass sie tot sei. Und hier taucht sie wieder auf, als sei nichts gewesen...?! Merkwürdig!
Es gibt ein merkwürdiges Zitat einer, meines Wissens, One-Man-Metalband namens Nargaroth: "Niemand weiß, wie die Zukunft aussieht,
und wo sie uns hinführen wird,
nur eines wissen wir, sie wird stets unter Schmerzen geboren." Lang und breit wird dieser Satz gegen Ende des Hörspiels von Jürgen Kluckert gesprochen. Problematisch ist er insofern, als die Band scheinbar tendentiell rechtsextremer Gesinnung ist. Aufgefallen ist mir das nur, weil der Satz im Action-Kopfkino dieser Folge seltsam deplatziert wirkt, so dass ich mir sicher war, dass er ein Zitat sein musste. Kurze Suchmaschinen-Recherche förderte dann Band- und Songname zu Tage, weiteres Nachforschen die Artikel über die rechtsextreme Gesinnung der Band. Reichlich seltsam, ein Zitat von einer mindestens fragwürdigen Metalband (überhaupt von einer Metalband...) in einer recht anspruchsvollen Hörspielreihe zu finden!
Ein paar kurze, abschließende Worte zur Musik: neben einigen faszinierenden und atmosphärischen neuen Stücken, die in dieser Doppelfolge vorkommen, gibt es leider auch immer wieder ein Fanfaren-Trommel-Stück, das tatsächlich 1:1 klingt wie der Soundtrack zu World of Warcraft... ja, vielleicht geht der Vergleich zu weit, aber unmittelbar nacheinander gehört, klingt es wirklich wie aus einem Guss... das ist zumindest kurios!
Fazit: Hier wird man mit einigem konfrontiert, was einen seltsamen Nachgeschmack hinterlässt. Zum einen das nicht ganz logische und zudem völlig unkommentierte Wiederauftauchen der vermeintlich toten Dr. Phillips (sie wurde vom Kind-Mann in Folge 2 niedergerungen). Ferner verspielt die Action-Lastigkeit der beiden Handlungsstränge die größte Trumphkarte der Serie: ihre stimmungsvolle Atmosphäre! Das Auftauchen von Joyce Eltern mit sofortigem Tod scheint auch etwas unmotiviert zu sein. Das Cover ist zudem besonders stillos. Das seltsame Zitat einer rechten Metalband am Ende des Hörspiel verschlägt dem Hörer schließlich vollends die Sprache. Lange Rede kurzer Sinn: eine wirklich schlechte Folge, ist diese Folge 18. Ich kann beim besten Willen keinen Gefallen daran finden. Ihre "Fehler" und Eigenartigkeiten reißen sie vollends runter: 1 von 5 Sternen.
-- grimsby roylott (f.k.a. captaineike) --

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