Erster Eindruck: Besessen oder nicht?
Charles Dexter Ward nimmt ein immer merkwürdigeres Verhalten an. Sein Umfeld ist von seinem Benehmen so fassungslos, dass besonders seine Mutter sehr darunter leidet. Dexter Ward kauft sich einen Bungalow in der Nähe seines Vorfahren Joseph Curwe. Dort setzt er seine Experimente in dem weit verzweigten System unter dem Haus fort. Aber ist es wirklich noch Charles der hier hantiert, oder ist er von seinem Ahnen besessen der sein grausiges Werk vollenden will?
Der zweite Teil der Umsetzung der H.P Lovecraft Geschichte "Charles Dexter Ward" lässt einem streckenweise das Blut in den Adern gefrieren, insbesondere die Stelle als Joseph Curwen offenbart, dass er von Charles Besitz ergriffen hat. Nach und nach werden die Geheimnisse aufgedeckt, was sich einem grandiosen Finale gipfelt. Den Machern ist es gelungen ein Hörspiel zu schaffen, dass dem Stoff würdig ist, gruselig, mysteriös und die Action kommt auch nicht zu kurz. Wie auch schon im ersten Teil sind die Sprecher, die Marc Gruppe und Stephan Bosenius für diese Produktion gewinnen konnten, exzellent.
Den größten Teil des 63 Minuten Hörspiels bestreitet Ernst Meincke, da er hier auch als Erzähler fungiert, seine Stimme passt vortrefflich zu der Figur, die er verkörpert. Cornelia Meinhard, die die Mutter von Charles Dexter Ward spricht, kommt im zweiten Teil nur sehr kurz vor, da sie auf Reisen geht, weil sie die seltsame Verwandlung von Charles nicht erträgt. Wiederum besonders hervorragend ist der vielseitige Frank Schaff, der seine Stimme virtuos zum Einsatz bringt und die Rolle des Charles Dexter Ward auf verschiedenste Weise umsetzt.
Klingt die Musik im ersten Teil noch sehr vordergründig, rückt sie hier etwas in den Hintergrund, was der gruseligen Atmosphäre sehr zuträglich ist. Wenn Musik zum Einsatz kommt, ist diese sehr klassisch gehalten. Die Geräusche sind wie immer in den Titania Medien Produktion einwandfrei.
Das Cover zeigt diesmal das Elternhaus von Charles Dexter Ward. Auch hier ist das gespenstische, das von der Geschichte ausgeht, gut umgesetzt worden. Firus Askin schafft es immer wieder ein Cover zu zeichnen, das einem direkt ins Auge fällt.
Fazit: Den Fall Charles Dexter Ward möchte ich als ein Meisterwerk aus der Gruselkabinettreihe nennen. Grandios!
www.poldis-hoerspielseite.de