Erster Eindruck: Zeitlos schön
Ilse Macket ist ein richtiger Trotzkopf! Bisher hat sie ihren Vater damit immer gut um den Finger wickeln können, doch seit er eine neue Frau hat, ist einiges anders. Und so entschließt es sich, dass Ilse auf ein Internat kommen soll. Gar nicht glücklich ist sie darüber und gibt ihrer Stiefmutter die Schuld dafür. Im Internat angekommen stellt sie schnell fest, dass es so schlimm gar nicht ist, in ihrer Zimmermitbewohnerin Nellie findet sie sogar eine gute Freundin. Langsam sieeht der Trotzkopf seine Fehler ein, und findet am Ende sogar noch die große Liebe...
Mit "Der Trotzkopf" ist in der Serie "Die Originale" von Europa ein richtiger Literaturklassiker erschienen. Dieser Eindruck verstärkt sich aufgrund des Alters der Vertonung noch mehr - erstmals kam das Hörspiel im Jahr 1971 auf den Markt. Trotzdem (oder gerade deshalb?) besitzt ein alles, was es braucht, um zu verzaubern: Eine gefühlsbetonte Geschichte, tolle Sprecher und besonders jede Menge Charme. Der eine oder andere mag es sofort in die Kaategorie "Kitsch" stecken wollen, doch wer sich auf die Geschichte einlässt, wird mit fast 40 Minuten wunderschönem Hörgenuss belohnt. Eine tolle Geschichte also, die vor großen Gefühlen keine Scheu hat, aber nicht ausschließlich darauf baut.
Als Erzähler wurde - wie sollte es anders sein? - Hans Paetsch ausgewählt, der einen immer wieder an den netten Märchenopa denken lässt und so fast schon zur Legende geworden ist. Als Trotzkopf Ilse MAcket hören wir Wittmute Malik, die gefühlsbetont spricht, ohne zu überagieren. Ihre Freundin Nellie wird von der allseits bekannten Reinhilt Schneider gesprochen, die auch schon vor über 30 Jahren immer ein gewisses Lachen in ihrer Stimme hatte. Weitere Sprecher sind unter anderem Dagmar von Kurmin, Edgar Machmann und Walter Petersen.
Musikalisch weiß die Produktion ebenso zu überzeugen wie die Sprecher. Dass eher sanftere Klänge angeschlagen werden dürfte jeden klar sein, jedoch schmeichelt sie sich so geschickt in das Hörspiel ein, dass kaum eine andere vorstellbar ist. Auch Geräusche sind eher sparsam, aber äußerst glaubwürdig eingefügt worden.
Auch das Cover passt gut ins Gesamtkonzept: Die schöne Illustration zeigt und Ilse vor dem Internat, besonders die Hintergrundzeichnung halte ich für sehr gelungen.
Fazit: Ein wunderschönes, gefühlsbetontes Hörspiel, weclhes aufgrund von viel Charme zu bestechen weiß. Schön, dass es wieder erhältlch ist!
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