Erster Eindruck: Der Schalk treibt seinen Schabernack...
Der pfiffige Till Eulenspiegel erzählt von seinen lustigsten Streichen und einfallsreichsten Schabernack. So balanciert er eines Tages auf einer Wäscheleine über einem Fluss, doch seine Mutter, die die Gaukelei ihres Sohnes nicht mag, schneidet das Seil durch und das gesammelte Publikum bricht in schallendes Gelächter aus, als Till ins Wasser stürzt. Doch das will er nicht auf sich sitzen lassen und erklimmt am nächsten Tage wieder ein Seil... Auch, als er bei einem Pfarrer im Haushalt hilft, kommt die grantige Magd nicht um seine Streiche herum. Und dafür muss Till nur genau dem Befehlen des Pfarrers folgen...
Till Eulenspiegel, ein Name der bis in die heutige Zeit fast allen Kindern (und Erwachsenen) ein Begriff sein dürfte. Schon im Jahr 1966 produzierte das damals junge Label Europa ein Hörspiel um den gewitzten Gaukler und seine Streiche. Und auch heute hat es nichts von seinem Charme verloren. Die kurzen Episoden könne dabei sowohl am Stück als auch einzeln gehört werden, sodass sich diese Folge auch für "kurz zwischendurch" empfiehlt. Dabei sind dabei alle recht einfallsreich, manche sprühen sogar vor Wortwitz und Energie. Natürlich sieht das anders aus als bei heutigen Produktion, aber mir gefällt die nostalgische Stimmung sehr gut und, wenn man nicht allzu actionverwöhnte Kinder hat, vielleicht sogar denen.
Sven H. Mahler spricht den Till Eulenspiegel mit viel Esprit und Charme, sodass es eine Freude ist, ihm zuzuhören. Dabei meistert er die Herausforderung zwischen Charakter und Erzähler sehr gut. Die zahlreichen anderen Rollen sind etwas kleiner angelegt und kommen alle nur in jeweils einer Episode vor. Dabei sind alle Sprecher nicht nur gut ausgewählt, sondern auch mit viel Freude dabei. Unter anderem sprechen Heike Kintzel, Rudolf Oeser und Hans Meinhardt mit.
Bedenkt man, dass das Label noch in den Kinderschuhe steckte und seine ersten Gehversuche machte, ist die Musik erstaunlich ausgereift und bietet eine schöne Klangkulisse zur Begleitung der Geschichtchen. Auch die Geräusche sind gut eingefügt und wirken real.
Das Cover zeigt die Episode, in der Till seinen Schabernack mit einem Bäckermeister treibt und die gebackenen Eulen verkauft. Es ist herrlich nostalgisch und in seiner Schlichtheit bezaubernd. Die Aufmachung an sich ist funktional und stylisch, die CD in Vinyl-Optik eine lustige Idee und der Sammelrücken sowieso ein toller Blickfang im Regal.
Fazit: Ein bezauberndes und witziges Hörspiel, das auch heutzutage noch einige Fans haben dürfte.
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