Erster Eindruck: Eine Burg voller Gefahren
Gerrick Treublatt, ein junger Dieb, kommt ins Dorf Sichelbronn und lernt im Gasthaus den Außenseiter Jost kennen. Als dieser von merkwürdigen Vorgängen in der nahen Burg berichtet, ist Gerricks Neugier geweckt. Zusammen mit seinem neuen Gefährten dringt er in die Burg ein. Doch welches Geheminis verbirgt Jost? Und noch weitere Gestalten dringen in dieser Nacht in die Burg ein: Die Hexe Nina und der Söldner Muraco verfolgen ihre eigenen Ziele...
Die zweite Folge der Serie zum Rollenspiel "Das schwarze Auge" ist storytechnisch insofern außergewöhnlich, dass der größte Teil allein in der geheimnisvollen und magischen Burg spielt und während dieser Szenen mir gerade einmal vier Charakteren auskommt. Wieder ein interessanter Ansatz, der aber wieder nicht optimal umgesetzt wurde. Das Umherirren in der Burg hat nur wenige wirklich spannende Momente und besteht meist daraus, dass Gerrick und Jost von Falle zu Falle stolpern. Die Begegnung mit Arba und Muraco ist an sich zwar spannend, hätte für meinen Geschmack aber länger gestaltet werden können. Aufsehen erregend ist irgendwie anders, die Geschichte plätschert eher seicht vor sich hin und schafft es nicht, wirkliche Tife auszudrücken, zumal auch die Charaktere wieder eher blass bleiben. Schade, denn auch hier steckt wieder wesentlich mehr Potenzial in der Geschichte.
Die Sprecher können hingegen vollkommen überzeugen. Martin Wolf leiht Gerrick seine Stimme und lässt ihn gerissen und heldenhaft erscheinen, während Konradin Kunze seinen Charakter Jost von schlichtem Gemüt zeichnet und so eigene Züge verleiht. Nina Müller und Philipp Otto sind als Arba und Muraco zwar seltener zu hören, sprechen aber genauso professionell und eingängig. Doch auch die kleineren Nebenrollen wissen zu überzeugen, so zum Beispiel Annabelle Krieg, Klaus Robra und Maike Keßler.
Durch die tolle Musik von Günter Merlau wird das Ganze wenigstens akkustisch zu einem Erlebnis. Perfekt wie immer werden die einzelnen Szenen inszeniert und steuern so zur spannenden Atmosphäre bei. Auch die Geräusche sind wieder toll eingesetzt und versetzen den Hörer in die abenteuerliche Welt.
Der Stil des ersten Cover wurde übernommen, wieder sehen wir eine magische Waffe, die in den Mittelpunkt gerückt wird. Im Hintergrund sind wieder schattenhafte Gestalten zu sehen, die spannende Action zu vermitteln scheinen. Schön ist auch, dass sich einige Motive wieder durch die Rückseiten- und Bookletgestaltung ziehen.
Fazit: Auch die zweite Folge ist nicht der Hit. Eine tolle Grundidee, professionelle und glaubhafte Sprecher und eine geniale Inszenierung können die Story leider nicht retten.
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