Beschreibung:

Sie kommen von einem Volleyball-Spiel der Schulmannschaft des Internats: Dr. Bienert, Studienrat für Englisch und Sport und gleichzeitig Trainer der Mannschaft, und Tarzan. Unter einer Brücke verübt ein Unbekannter einen Anschlag auf das Auto der beiden. Er wirft einen schweren Stein gegen die Windschutzscheibe. Sie zersplittert, Dr. Bienert verliert die Herrschaft, der Wagen gerät ins Schleudern und überschlägt sich. Der Studienrat wird verletzt, Tarzan kommt mit dem Schrecken davon. So fängt alles an. Ein Phantom geht um auf nächtlichen Landstraßen und Autobahnen, wirft von Brücken Steine herab und schleudert Stahlkugeln gegen fahrende Autos. Die Polizei scheint machtlos, niemand hat den Unbekannten jemals gesehen. Man weiß nur, daß er ein Motorad hat. Tarzan, Klößchen, Karl und Gaby wollen das Phantom finden. Hat der seltsame Holzschnitzer etwas zu tun mit den Attentaten? Oder ist der Vater der gelähmten Claudia verdächtig, weil er sich an allen Autofahrern rächen will? Und was steckt hinter der Brandstiftung beim Weindl-Hof? Eine verworrene Geschichte - ein Fall für TKKG.
Dauer: ca. 38 Minuten
Autor:
Stefan Wolf
Regie: Heikedine Körting
Buch: H.G. Francis
Musik und Effekte: Tonstudio EUROPA
Redaktion: Hedda Kehrhahn
Künstlerische Gesamtleitung: Dr. Beurmann
Bestellnummer: 515 722.6 (MC) / 115 722.1 (LP)

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  Kommentare:
nicole10771 (19.11.2020)
theblackadder (05.07.2017)
lordhorst (02.03.2017)
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Kommentar von
lordhorst
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Inhalt
Tarzan ist mit Dr. Bienert auf dem Rückweg ins Internat. Sie kommen von einem Volleyballspiel, welches Tarzans Mannschaft zu allem Überfluss auch noch verloren hat. Plötzlich entdeckt Tarzan einen Mann auf einer Brücke, dieser schleudert einen Stein auf das vorbeifahrende Fahrzeug.
Dr. Bienert verliert die Kontrolle, der Wagen überschlägt sich. Tarzan bleibt unverletzt und kann seinen bewusstlosen Lehrer aus dem Wrack ziehen. Der Junge versucht, ein vorbeifahrendes Auto anzuhalten, doch der Fahrer braust einfach vorbei, ohne anzuhalten. Tarzan merkt sich jedoch einen Teil der Autonummer.
Bei Wagen Nummer 2 hat er mehr Glück: Der Fahrer hält, scheint jedoch gar nicht so sehr dran interessiert zu sein, Hilfe zu leisten? Bevor er weiterfährt bequatscht er Tarzan und schenkt ihm noch einen aus Holz geschnitzten Esel... sehr verdächtig!
Als die Polizei eintrifft unterhält sich Tarzan mit zwei Beamten, er erfährt, dass das "Phantom auf dem Feuerstuhl" schon seit einiger Zeit sein Unwesen treibt, die Suche nach dem Täter bisher jedoch noch völlig ohne Ergebnis ist. Natürlich beschließt Tarzan, nun auf eigene Faust zu ermitteln.
Am nächsten Tag schaut sich die TKKG-Bande die Unfallstelle noch einmal an und zwar von der Brücke aus, von der das Phantom den Stein geworfen hat. Dabei sieht Tarzan den Wagen wieder, der am Vortag einfach an der Unfallstelle vorbeigefahren ist. Sie beschließen, den Wagen zu verfolgen, da der Fahrer in einiger Entfernung anhält.
Sie sehen, wie der Fahrer im Wald mit einem Fernglas umherschleicht. Das Verhalten kommt den vieren natürlich verdächtig vor. Dank Klößchen erfahren sie auch Namen und Adresse: Er findet die Papiere im Handschuhfach: Paul Herford, Fürstenstraße 22.
Wiederum am nächsten Tag entdecken die 4 eine Anzeige in der Zeitung: "Damenrad, günstig abzugeben". Rein zufällig bei eben jener Familie Herford. Das ist natürlich ein wunderbarer Vorwand, bei den Herfords zu klingeln und unauffällig zu spionieren.
Bei den Herfords treffen sie auf die Tochter Claudia, die seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Für Tarzan steht fest: Der Vater ist das "Phantom", weil er sich an den Autofahrern rächen will!
Aus Rücksicht auf Claudia wollen sie Herford aber erst zur Rede stellen, bevor sie weitere Schritte überlegen, doch der Versuch schlägt fehl. Herford beteuert, nicht das Phantom zu sein. Wenig später bestätigt sich seine Beteuerung. Es gab einen neuen Anschlag, genau zu der Zeit, als Tarzan mit Herford im Café saß.
Später stellt sich heraus, dass Herford kein Wilderer, sondern ein Brandstifter ist. Er hat die Scheune beim Bauern Weidl angezündet, weil der seine Tochter überfahren hat.
Die Auflösung des Titelfalles geschieht in den letzten paar Minuten des Hörspiels, rein zufällig. Tarzan fährt an einer Autowerkstatt vorbei, entdeckt Ströter mit einem Motorrad, fährt hinterher... zack-bumm, Fall gelöst.
Charaktere
- Franz Ströter, seltsamer Kerl. Auch seltsam, dass ihn die vier tatsächlich noch besuchen. Aber so früh in der Serie sah man den geistig nicht ganz gesunden ihre geistige Ungesundheit halt noch nicht an der Geiernase an.
- Willy muss in dieser Folge auf seine Schokolade verzichten (12 Tafeln für 5 Tage!), läuft dafür aber geistig zur Höchstform auf.
- Paul Herford, noch ein undurchsichtiger Kerl. Wird erst verdächtigt, das Phantom zu sein, ist dann aber doch nur jemand, der aus Wut über das Schicksal seiner Tochter einem Bauern die Scheune anzündet.
Auffälligkeiten oder: Der Wolf'sche Kosmos
- "Das Foul an Hanko hätte der Schiedsrichter pfeifen müssen" will Dr. Bienert gerade sagen. Nur, im Volleyball gibt es kein Foul an einem anderen Spieler, welches der Schiri pfeifen könnte.
Unterschiede zum Buch
- In der Neuauflage von cbj wird aus dem oben erwähnten Volleyballspiel ein Fußballspiel, der Satz mit dem "Foul an Hanko" bleibt gleich und ist dank der anderen Sportart plötzlich auch sinnvoll.
- Im Hörspiel wird einfach nur die Brücke nach Hinweisen abgesucht, im Buch haben die 4 in der Nähe ein Zelt aufgestellt. Dort haben sie ihre Badesachen untergebracht und sie treffen sich dort öfter, um in einem nahegelegenen See zu baden.
Bewertung
So, wieviele Fälle gibt es hier jetzt eigentlich? Als erstes natürlich das titelgebende Phantom, auch wenn die Szene auf dem Cover im Hörspiel gar nicht vorkommt. Anneliese (ach Anneliese, warum bist du böse auf mich...) und ihr Vater, der die Claudia überfährt. Claudias Vater, der den Hof anzündet. Der Knecht, der unschuldig festgenommen wird. Haben ich noch was übersehen...?
Das Handeln der Charaktere ist noch im Rahmen des realistischen: Herford will dem Bauern die Scheune anzünden, aus Rache für den Unfall, der seine Tochter in den Rollstuhl gebracht hat. Gut finde ich auch die Aussage von Claudia, dass sie nicht genau weiß, wer nun Schuld an dem Unfall ist. Unfälle passieren nun halt manchmal, es steckt aber nicht hinter jedem Vorgang eine böse Absicht.
Auch TKKG lässt hier noch Milde walten, wenn auch nur wegen Claudia. Dass sie auch anders können erleben wir ein paar Folgen später.
Der Ströter... naja, es gibt nunmal Menschen, die geistig tatsächlich nicht ganz gesund sind und auch zu Gewaltätigkeiten neigen. Wird von T immerhin als "wahrscheinlich trauriger Fall" bezeichnet, so dass auch dieser Charakter noch im Rahmen des realistischen bleibt.
Auch diese Folge dreht sich mal wieder sehr um Tarzan. Er ist es, der den Stein abbekommt (aber natürlich unverletzt bleibt), er ist es, der nun die Jagd eröffnet, er ist es, der alles durchschaut. Immerhin darf Willy in dieser Folge auch mal etwas glänzen, so dass sich die Sache wenigstens ein klein bisschen wieder ausgleicht. Karl ist allerdings seit 5 Folgen allerhöchstens Stichwortgeber und hat von allen Hauptfiguren den wenigsten Text. Ich glaube fast, dass man selbst Oskar häufiger hört als Karl.
Die Auflösung des Falls ist ziemlich mau. Die Brandstiftung wird zwar geklärt, aber das titelgebende "Phantom" wird nur rein zufällig entlarvt.
Die Atmosphäre ist in dieser Folge gut gelungen, was nicht zuletzt an den sehr passenden Geräuschen liegt. Lediglich der "Feuerstuhl" klingt eher wie ein altersschwaches Moped. :)
Die Sprecher sind wieder mal gut aufgelegt, einen Totalausfall gibt es nicht zu verzeichnen.
Fazit
Stimmiges Hörspiel mit teilweise sehr ernsten Themen. Einzig die Auflösung lässt doch sehr zu wünschen übrig. Die ganzen Ermittlungen bringen eigentlich gar nichts (wie schon beim blinden Hellseher): Tarzan entdeckt den Ströter und sein Motorrad rein zufällig: 4/5.

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