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Sherlock Holmes - Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs - 41 - Mayerling (Titania Medien)

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Beschreibung:

Wagners „Der Ring des Nibelungen“ führt Holmes und Watson nach Wien, wo sie in der Hofoper auf die Baronin Helene Vetsera treffen, deren jüngste Tochter Mary unter seltsamen Unpässlichkeiten leidet. Als sie im Grand Hotel ein Gespräch zwischen eben dieser Mary Vetsera und der Nichte der Kaiserin belauschen, in dem es offensichtlich um Geldangelegenheiten geht, wird die Neugier des Meisterdetektivs geweckt…

Dauer: ca. 158 Minuten

Buch: Marc Gruppe
Lektorat: Dr. Daniela Gehrmann
Produktion & Regie: Stephan Bosenius & Marc Gruppe
Aufgenommen im Titania Medien Studio, bei Advertunes, Fluxx Tonstudio, Medientank (Wien) & in den Planet Earth Studios
Gemischt von Kazuya c/o Bionic Beats
Mastering: Roy Recklies, Monoposto
Cover-Illustration: Ertugrul Edirne
Illustrationen: Firuz Askin
Layout: Doreen Enderlein

VÖ: 31.01.2020

Bestellnummer:
2CD: 9783785781418




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Kommentare:

acquire (27.02.2021)



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  Kommentar von acquire :

Marc Gruppe ist nach Gerhard Tötschinger der zweite Autor, der den Mayerling-Mythos in einer Sherlock Holmes Geschichte verarbeitet. Kritiken an Tötschingers Buch betreffen vornehmlich dessen Erzählweise und Figurenzeichnung von Holmes und Watson. So sei Watson der Protagonist und es gäbe starke Unterschiede zur Beschreibung der Figuren im Originalkanon.

Marc Gruppe folgt bei seinen Darstellungen der für die geheimen Fälle üblichen charmanten Darbietung Sherlock Holmes‘ und Dr. Watsons. So gibt es viel Geplänkel mit Mrs. Hudson (die wie in der TV-Serie „Sherlock“ den Vornamen Martha trägt – im Kanon wird er nie erwähnt), den ich überaus amüsant und liebenswert finde. Ähnlich wie bei der „Anne“ Serie setzt Gruppe auch bei Holmes, trotz dramatischer Fälle, auf einen hohen Wohlfühlfaktor des Hörers, der sich entspannen und in eine romantisierte Vergangenheit reisen möchte. Neben Mrs. Hudson ist auch ihre Cousine Margery Mapleton (eine Erfindung von Marc Gruppe) zu hören, sodass der Humor trotz der ernsten Thematik nicht zu kurz kommt.

Dieses Hörspiel kann zwei Zielgruppen ansprechen: Liebhaber der Titania-Medien-Sherlock-Holmes-Hörspiele mit ihrer durchaus romantisch-verklärten Darstellung der Zeit und am Mayerling-Mythos interessierte. Im Idealfall ist der Hörer eine Mischung aus beidem, da beide Zielgruppen auf über zweieinhalb Stunden reichlich bedient werden: Es gibt sowohl lange und ausführliche Dialoge, die an „Offenbarung 23“ erinnern, als auch sehr viel Tages- bzw. Urlaubsgeschehen im Leben von Holmes und Watson. Sogar ungewöhnlich viel, da Holmes (oder Marc Gruppe) sehr von Wien / Österreich und Wagners Opern schwärmt.

Bei diesem Fall sind Holmes und Watson vielmehr Zeitzeugen als Ermittler. Durch ihre Kontakte werden Hintergründe offenbart, zu klassischen Ermittlungsarbeiten kommt es nicht. Was bleibt ist ein überaus interessantes Hörspiel, das einem Zeitdokument ähnelt, dabei jedoch mit liebgewonnenen Figuren glänzt.

Geradezu monumental umfangreich ist das Booklet, das 26 Rollen und ihre Sprecher auflistet (mit Peter Weis in zwei verschiedenen). Tipp: Unbedingt das Booklet herausnehmen und die Infos zu den historischen Persönlichkeiten im Innenteil lesen. Das hilft ungemein den Überblick zu behalten.

Alle Sprecher überzeugen wie gewohnt in ihren Rollen und sind wunderbar besetzt. Folgende sind zu hören: Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes, Detlef Bierstedt als Dr. Watson, Kristine Walther, Anja Kruse, Daniela Bette, Sigrid Burkholder, Regina Lemnitz als Mrs. Hudson, Philine Peters-Arnolds als Margery Mapleton, Jonas Minthe, Ursula Sieg, Sascha Wussow, Silvana Sansoni, Nils Kreutinger, Gudo Hoegel, Sascha von Zambelly, Luisa Herget, Edda Fischer, Peter Weis, Daniela Bette, Bert Stevens, Matthias Lühn, Horst Naumann, Axel Lutter, Kathryn McMenemy und Reinhilt Schneider.

Bei der Musik- und Geräuschkulisse hinterlässt Titania Medien wie gewohnt einen durchweg positiven Eindruck. Auf der zweiten CD ist mir jedoch ein technischer Fehler aufgefallen: Watson wiederholt die erste Silbe in Track sechs und sagt somit „an-ankam“. Ähnlich wie bei einem Hänger der CD. Doch das scheint hier nicht der Fall zu sein. Eine weitere Unschönheit ist mir auf der ersten CD in Track 19 aufgefallen: Eine Wort-Wiederholung, die mich stört: „Wir lernten uns seinerzeit – nach der Faschingszeit – 1882 auf einer Jagdgesellschaft auf dem Anwesen von Lord Combermere kennen.“ Diese Wortwiederholung fällt mir beim Hören immer wieder auf.

Ansonsten gibt es nichts auszusetzen. Besonders hervorheben möchte ich das Ende der ersten CD bzw. die gelungene Aufteilung. Hervorragend umgesetzt! Hier konnte einmal mehr Liebe zum Detail gezeigt werden, wie es sie oft nicht mehr gibt, seitdem Hörspiele nicht mehr mit Kassetten im Sinn produziert werden, sodass dem Hörer kein Anreiz gegeben werden muss, das Medium umzudrehen, um weiterhören zu können. Das Ende auf der zweiten CD rekapituliert eine Schlüsselszene und soll nochmal zum Nachdenken anregen. Beim ersten Hören hatte ich mich etwas über die Szene geärgert, weil sie nicht notwendig ist. Ich war noch sehr im für mich neuen Thema „Mayerling“ gefangen, sodass mich die Szene aus meinen Gedanken warf. Nach dem ersten Eindruck ist es aber gerade die Szene, die mich zum Nachsinnen anregt.

Fazit Ein hervorragendes Aufklärungshörspiel mit viel österreichischem Scharm, bei dem unbequeme Themen, die nicht unmittelbar mit dem Mayerling-Mythos zu tun haben, nur angedeutet oder weggelassen werden. Somit fokussiert sich das Hörspiel auf den Mythos und zur Auflockerung auf typische hübsche Titania-Medien-Nebensächlichkeiten im Holmes-Kosmos. Für Geschichtsinteressierte und Titania-Medien-Sherlock-Holmes-Fans ein absolut empfehlenswertes Hörspiel.


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