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Gabriel Burns - 4 - Angst aus Eis (Universal Music)

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Mystery - Mystery
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Beschreibung:

Menschliche Konturen zeichneten sich unter dem grauen Laken ab. Der Isländer hob das Tuch. Das Gesicht des Toten spiegelte namenloses Entsetzen wieder. Der Gletscher lag da wie ein gewaltiges Urtier. Eine Zeitlang konnte man sich einreden, es sei der Wind, der über die eisigen Flächen streicht. Es knirschte und brodelte, wenn sich die Eismassen millimeterweise talwärts schoben. Es donnerte, wenn seine Flanken aufbrachen. Jetzt ... nach dreißig Jahren gab der Gletscher sein düsteres Geheimnis frei. Es näherte sich von Nordwesten.

Dauer: 60.39 Minuten

Nach einer Erzählung von Raimon Weber
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg und Raimon Weber
Künstlerische und technische Gesamtleitung: Volker Sassenberg
Musik von Manuel Rösler, Matthias Günthert und Volker Sassenberg
Tontechnik und Schnitt: Erik Anker
Illustrationen: Ungo Masjoshusmann
Cover Design: Marion Mühlberg
Lektorat: Antje Bones
Aufgenommen und Gemischt unter Finians Regenbogen
Produziert von Volker Sassenberg für Decision Products und Universal Family Entertainment

VÖ: 29.03.2004

Bestellnummer:
CD: 0602498118771 / MC: 0602498118788




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Kommentare:

oli.w (26.10.2008)
jones27 (11.08.2007)
felix87 (02.03.2006)
sledge (19.06.2005)
boxhamster (27.02.2005)
quatermass (06.02.2005)
goldstatue (04.07.2004)
eurogirl (11.06.2004)
brimbus (17.05.2004)
ohrwell (20.04.2004)
earfreak (19.04.2004)
maltin (14.04.2004)
evil (10.04.2004)
prof. snape (09.04.2004)
wunderklaus (05.04.2004)
chrizzz (02.04.2004)
grimsby roylott (01.04.2004)
chris donnerhall (31.03.2004)
freddynewendyke (31.03.2004)
tuwdc (31.03.2004)
frank mooney (28.03.2004)



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  Kommentar von prof. snape :

Nach den Entdeckungen auf der Ölbohrplattform und den angrenzenden Gewässern, verschlägt es Steven Burns nun nach Island. Bereits in den Vorgängern bewies Regisseur Volker Sassenberg seine Fähigkeit, düstere Atmosphären so zu intonieren, daß man glaubt, man könne sie mit dem Messer zerschneiden. Herausragend war bislang „Der Flüsterer“ - doch dieser muss sich nun geschlagen geben: „Angst aus Eis“ ist bislang die Referenz der Serie in Sachen „Atmosphäre“.Leif Magnusson (Christian Rode) erhält einen mysteriösen Anruf. Der seit Jahren unter einer anderen Identität in Vancouver lebende Mann bekommt den Hinweis, daß „Es“ wieder zurückgekehrt sei. Diese Nachricht löst bei Bakerman (Ernst Meincke) sofort Alarmstufe Rot aus und er schickt Steven Burns (Bernd Vollbrecht) und Larry Newman (Björn Schalla) nach Island, wo sie sich mit einer Einheimischen treffen sollen, die beide mit Informationen versorgen und dann zum Ort des Geschehens, einem abgelegenen Gletscher, bringen soll.

Derweil muss Joyce Cramer (Bianca Krahl) feststellen, daß der Anruf Leif Magnussons mehr Aufmerksamkeit hervorgerufen hat, als für dessen Gesundheit verträglich ist. Sie soll ihm als Eskorte dienen – kommt jedoch gerade noch rechtzeitig, um von einem mysteriösen Fremden in Magnussons Zimmer zum Sprung aus dem Fenster des dritten Stocks „überredet“ zu werden, während der Fremde mit dem Namen Luther Niles (Simon Jäger) Magnusson entführt.

Zur gleichen Zeit befinden sich Burns und Newman mit einem Mietwagen auf dem Weg zum Gletscher. Auf der einsamen Straße bemerken sie einen weiteren Wagen, der ihnen zu folgen scheint. Kurzentschlossen stellt Burns die vermeintlichen Verfolger zur Rede, doch alles sieht nach einem Liebespärchen aus, das sich nur den Gletscher ansehen möchte. Seltsam ist nur, daß der Mann auf den Namen Luther hört...

Das Hörspiel beginnt wie gewohnt mit Hans Paetschs Intro, das mit seinem märchenhaften Charakter noch deutlicher im Kontrast zum Kommenden steht, als es im ersten Teil der Serie war. Die erste Szene führt den Hörer auf den bereits erwähnten Gletscher nach Island, wo zwei Brüder ein seltsames Geräusch aus einer Gletscherspalte hören, daß fast wie das Weinen oder Schreien eines Kindes klingt. Als sich einer der beiden abseilen lässt, kommt es zur Katastrophe. Die ganze Szenerie ist derart plastisch vertont worden, daß man sich zweimal überlegen sollte, die Folge im stockfinsteren Zimmer zu genießen, denn es wird einige Male verdammt gruselig.

Viel Spannung also, eine extrem dichte Atmosphäre und eine hohe Dosis Mystery, das zeichnete die Serie bislang aus. Und langsam ist man über den Punkt der Einführung hinweg, so daß sich hier nun auch Rückschlüsse auf bisher Erlebtes finden, etwa wenn es um die Entdeckung der Wolframansammlung geht, deren Zweck schon relativ deutlich wird. War bisher immer nur gesagt worden „wie damals in Eden Creek“, so ist man hier nun einen Schritt weiter – man erlebt, wofür es benutzt wird; es bleibt kein abstrakter Gegenstand mehr. Dennoch soll man sich nichts vormachen: Konkrete Antworten auf die bisher aufgeworfenen Fragen bekommt man keine, was sich allerdings in der kommenden Folge, „Nachtkathedrale“ etwas ändern wird.

Auffällig an der Folge ist, daß sie scheinbar als „Einzelstück“ eingeschoben wurde. Anfänglich war von Folge 4 mit dem Titel „Die fahlen Orte“ die Sprache. Doch egal ob man die Reihenfolge geändert hat oder nicht, es ändert nichts am Gesamtgerüst, welches der Serie zu Grunde liegt.

Der Plot gestaltet sich temporeich, findet an mehreren Orten gleichzeitig statt, was durch gekonnte Schnitte jedoch nicht zur nervigen „Springerei“ gerät und einmal mehr zeigt sich, daß Volker Sassenberg beim Timing des Spannungsaufbaus zu den besten seines Fachs gehört.

Die Sprecher machen wie gewohnt einen erstklassigen Eindruck. Das eingespielte Team Meincke, Vollbrecht, Schalla und Krahl überzeugt einmal mehr, ebenso wie Jürgen Kluckert als Erzähler, dessen Beitrag zum Charakter der Serie einfach unbezahlbar ist.
Christian Rode als alternder Leif Magnusson ist eine erfreuliche Überraschung gewesen, hat man anscheinend bemerkt, daß in dem jahrelang scheinbar unterschätzten Sprecher ein Riesenpotential liegt.
Besonders hervorheben muss man jedoch auch Simon Jäger, der den heimtückischen Luther Niles auf den Punkt genau rüberbringt. Keine Spur mehr von dem „lieben kleinen Teddy“ in „Die drei ??? (37) und der heimliche Hehler“. Vielmehr offenbart sich ein eher tückischer Charakter mit der Skrupellosigkeit, die sein im letzten Jahr synchronisierter Charakter von Benicio del Toro in „Stunde des Jägers“ innehatte.

Musikalisch bietet sich die gewohnte Perfektion aus orchestralen und elektronischen Klängen, die zudem um einige neue Stücke aufgestockt wurden. Auch „Nacht in Angst“ bezieht einen Großteil der düsteren und teilweise melancholischen Atmosphäre aus den Kompositionen Manuel Röslers, Matthias Günterts und Volker Sassenbergs und macht die Folge einmal mehr zu einem lebendigen Erlebnis und nicht zu einem sterilen Reißbrett-Produkt.

Ist die Folge also gelungen?
Ja, ist sie. Zumindest in allen Belangen für die Hardcore-Fans. Leuten, die der Serie noch ein wenig kritisch gegenüber stehen, werden Grund zum Mäkeln finden, denn statt Antworten finden sie hier „nur“ einen neuen Gegner und somit weitere Fragen. Doch sollte man hier die Subjektivität sehen – ich für meinen Teil vertraue einfach darauf, daß Autor Raimon Weber sich durchaus Gedanken über das macht, was er schreibt und daß die Antworten genau dann kommen werden, wann er es für dramaturgisch richtig hält. Also doch nicht alles Eitel Sonnenschein? Wie gesagt: Es kommt darauf an, wie man zur Serie steht. Ist man schon nach erst 4 Folgen genervt, weil es keine richtigen Antworten gibt, dann kann man sagen, daß diese Folge gewiss nicht zum besseren Gefallen und Verständnis beiträgt. Bertrachtet man jedoch das, was man geboten bekommt, so muss man sagen: Das Teil ist top! Die Folge bietet knapp über eine Stunde Grusel und Mystery in perfekter Symbiose, erfreut mit einmal mehr mit hervorragenden Sprecherleistungen und wunderschönem Score und einer Akkustik, die bereits als Audio-CD sehr räumlich klingt.

Für wen eignet sich die Folge?
Ganz klar für alle, die auf die Serie abfahren und bereits die ersten drei Folgen kennen. Zwar funktioniert „Angst aus Eis“ auch relativ gut als Einzelfolge und ist kein derart integraler Bestandteil der Rahmenhandlung wie etwa die „Nachtkathedrale“, aber man sollte schon wissen, um was es geht.
Und wer einmal hören möchte, wie packend und dicht eine Atmosphäre im Medium Hörspiel sein kann, sollte sich vielleicht auch zum Kauf der „Angst aus Eis“ entscheiden.

***** von ******



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