Inhalt:
Immer mehr Ackerflächen in Deutschland werden von Investoren aufgekauft. Schätzungen zufolge sind fast zwei Drittel der gesamten Felder und Wiesen in der Hand von Fondsgesellschaften, Möbelkonzernen und Reedereien. Das Ergebnis: Die Bodenpreise explodieren, die Pachtpreise steigen. Immer mehr Landwirte sehen ihre Existenz bedroht. Was für Investoren ein lukratives Geschäft ist, nennen andere Landraub.
"Landraub in Deutschland – Doku über die Spekulation mit Boden“ heißt das ARD radiofeature, das ab Mittwoch, 04. Mai 2022, bei den acht Wort- und Kulturwellen der ARD zu hören und im Internet in der www.ardaudiothek.de als Podcast verfügbar ist.
Seit der Finanzkrise 2007, befeuert durch die Niedrigzinspolitik der Banken, sind Grund und Boden eine attraktive Wertanlage geworden. Mit legalen Share Deals kaufen Großinvestoren über komplizierte Firmengeflechte große, möglichst zusammenhängende Ackerflächen. Der Vorwurf: Ihnen gehe es weniger um Nachhaltigkeit als vielmehr um Gewinnmaximierung
Dabei geht Bodenbesitz auch mit politischer Macht einher. Das zeigt sich besonders deutlich in den Schwellen- und Entwicklungsländern, wo Konzerne aus China, Russland, Westeuropa und den USA in den letzten Jahren sehr viel Agrarland aufgekauft haben. Abhängigkeiten bei der Lebensmittelversorgung sind die Folge.
Eine Lösung könnte das französische Modell sein. Hier legt ein nationaler Verband die maximalen Preise für landwirtschaftliche Flächen fest. Bei mehreren Kaufinteressenten entscheidet das beste Konzept und nicht das dickere Portemonnaie.
Laufzeit:
53
Minuten
Regie:
Nikolai von Koslowski
Redaktion:
Ulf Köhler
Produktion:
MDR
Jahr:
2022
Erstausstrahlung:
04.05.2022

Kein Kommentar gefunden!
  Registrierte Benutzer
können Hörspiele kommentieren

|
|
keine Sprecher vorhanden

|