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Inhalt:
Als international gefeierter Komponist lebte Dmitri Schostakowitsch unter Stalin auf Messers Schneide: mal als revolutionärer Volkskünstler bejubelt, dann wieder als Formalist verfemt. Nach Stalins Tod rechnete er in seiner 10. Sinfonie mit dem Diktator ab.
"Wirrwarr statt Musik" war am 28. Januar 1936 ein Artikel der "Prawda" überschrieben. Gemeint war die Musik Schostakowitschs. Sein Stil wurde als unnatürlich, volksfremd, effektsüchtig und westlich verseucht gebrandmarkt. Der Komponist empfand die ideologischen Angriffe als Todesurteil und dachte an Selbstmord. An diesem Punkt setzt das Hörspiel ein. Aber nicht die Biographie von Schostakowitsch wird erzählt, sondern es werden innere Zustände wiedergegeben, die schließlich in der 10. Symphonie ihren künstlerischen Ausdruck fanden. Diese Symphonie schrieb Schostakowitsch nach Stalins Tod 1953. Sie ist seine Abrechnung mit dem Diktator, der ihn mit Zuckerbrot und Peitsche züchtigen wollte. Sie ist aber auch ein musikalisches Dokument der Widersprüchlichkeit im Leben des Komponisten. Diese Musik gibt den Tenor im Hörspiel an. In sie verwoben sind fiktive oder tatsächliche Begegnungen mit Anton Tschechow, mit Marschall Tuchatschewskij, der hingerichtet wurde, mit Anna Achmatowa und mit Stalin. ‘Die graue staubige Straße’ wurde mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden 1997 ausgezeichnet.

Laufzeit: 53 Minuten
Sprecher: Dieter Mann, Winfried Wagner, Klaus Manchen, Jürgen Hentsch und Lissy Tempelhof

Regie: Ilona Jeismann und Peter Avar

Produktion: SFB
Jahr: 1997



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